Kein neuer Teleskopmast für die Wehr – Töginger Wehr fehlt die Zustimmung aus Mühldorf

Die Töginger Feuerwehr bringt ihren Hubsteiger/Teleskopmast aus dem Jahr 1995 bei einem Brand am 9. September in der Töginger Goethestraße in Stellung.
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Die Töginger Feuerwehr bringt ihren Hubsteiger/Teleskopmast aus dem Jahr 1995 bei einem Brand am 9. September in der Töginger Goethestraße in Stellung.

Die Töginger Feuerwehr hätte einen neuen Teleskopmast anschaffen wollen, doch darauf wird erstmals nichts. Denn zur Förderung des Kaufs durch die Staatsregierung, hätte es der Zustimmung der Stadt Mühldorf und der Kreisfeuerwehr bedurft. Doch die blieb aus.

von Peter Becker

Töging – Bald eineinhalb Jahre liegt der Beschluss zurück, in dem der Töginger Stadtrat die Ersatzbeschaffung einer neuen Teleskopmasthebebühne favorisierte. „Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht, aber es wurde nicht genehmigt“, erklärte Thomas Weggartner, Kommandant der Feuerwehr Töging, den Mitgliedern des Hauptausschusses. Obwohl es eine gemeinsame Übung mit der Mühldorfer Feuerwehr gegeben hatte, wie es die Auflage für einen positiven Förderbescheid war, scheiterte das Vorhaben an der Zustimmung aus dem Mühldorfer Rathaus und des Mühldorfer Kreisbrandrates.

Förderbestimmungen gegen Teleskopmast

Zwar wäre so ein Fahrzeug in der Anschaffung sogar günstiger, als eine „Drehleiter“, wie sie inzwischen bei fast allen Wehren im Freistaat im Einsatz ist. Denn die Förderbestimmungen haben sich seit 1995, als der aktuelle „Hubsteiger“ beschafft wurde, geändert: ein Teleskopmast ist im Einsatz langsamer aufgebaut und hat eine geringere Reichweite. Dafür erreicht er aber auch Stellen, die für eine Drehleiter in einem ungünstigen Fall unerreichbar sind. Deswegen war es die Auflage der Staatsregierung, dass die Mühldorfer Feuerwehr sich bereit erklärt, auch den Brandschutz in Töging zu garantieren.

Hierzu hätte eine interkommunale und landkreisübergreifende Vereinbarung getroffen werden müssen, die „bayernweit einzigartig“ wäre, wie Kreisbrandrat Harald Lechertshuber auf Nachfrage betonte.

In anderen Bundesländern sind die Förderbedingungen indes weniger exklusiv. Die Töginger hatten zur Begründung ihres Wunsches nach einem neuen „Hubsteiger“ auch ins Feld geführt, dass ihr Teleskopmast schon bei Bergungen aus dem Innkanal nützlich gewesen sei. Auch dazu ist die Position der Staatsregierung eindeutig: das sei keine Aufgabe der Feuerwehr, sondern der Wasserwacht.

Rückblickend ist der Töginger Kommandant aber nicht traurig: „Auch eine moderne Drehleiter ist im Vergleich zu unserem Hubsteiger ein Fortschritt“, erklärte Thomas Weggartner den Stadträten mit Blick auf die steigende Ausfallwahrscheinlichkeit des 25 Jahre alten Fahrzeugs. Hauptamtsleiter Werner Huber von der Töginger Stadtverwaltung stellte in Aussicht, dass angesichts der fortgeschrittenen Gespräche mit der Förderstelle der Bescheid bereits in sechs bis acht Wochen zu erwarten sei.

Drehleiter kostet rund 500 000 Euro

Übergeben werden kann die neue DLAK 23/12, deren Anschaffung der Hauptausschuss nun einstimmig genehmigte, voraussichtlich in drei Jahren. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst rechnet mit Netto-Kosten der Beschaffung von rund 500 000 Euro. Auch wenn der Beschluss am Ende einstimmig gefällt wurde, waren die Stimmen aus den Fraktionen unterschiedlich. Während sich beispielsweise Wirtschaftsreferent Klaus Maier (FW), der neu im Stadtrat ist, sofort dafür aussprach, sich auf die Drehleiter zu konzentrieren, bedauerte SPD-Rätin Birgit Noske, dass so eine interkommunale Zusammenarbeit „offensichtlich schon von oben her nicht unterstützt“ würde. Schließlich hatte der Töginger Kommandant auch berichtet, dass die Töginger in den letzten Jahren wohl deutlich öfters zu Einsätzen nach Mühldorf gerufen worden seien, als umgekehrt.

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