Katharinenkirche: Das letzte Jahr der Renovierung bringt weitere Herausforderungen

Mehr Baustelle als Gotteshaus: Die Katharinenkirche soll voraussichtlich im kommenden Spätherbst fertig werden. Wer so lange nicht warten will, kann sich beim Tag der offenen Tür von Ludwig Waldmann den Fortgang der Arbeiten erläutern lassen. hon

Im Spätherbst 2020 soll die Katharinenkirche in der Mülhdorfer Altstadt wieder geöffnet werden. Wer am Sonntag, 24. November, Zeit hat, kann beim Tag der offenen Tür schon mal einen Blick hineinwerfen. Und sogar die Orgel hören, obwohl die derzeit gar nicht spielen kann.

Mühldorf – Noch ein gutes Jahr wird die Katharinenkirche in der Mühldorfer Altstadt eine Baustelle sein. Außen ist der Sanierungsfortschritt gut zu erkennen, das Innere ist dagegen noch immer eine komplette Baustelle. Auf dem Boden liegen Heiligenfiguren, das Gewölbe verschwindet hinter dem Gerüst, die Orgel ist staubsicher verpackt.

Ende 2020 sollte die Katharinenkirche fertig sein, ob das klappt ist nicht sicher, sagt Dr. Ludwig Waldmann vom Förderverein der Kirche. Auch die Sanierung des alten Gotteshauses leidet unter der derzeitigen Schwierigkeit, Handwerker zu finden.

Dazu kommen zusätzliche Arbeiten, die zunächst nicht vorgesehen waren. So soll der Boden der Kirche mit einem Radargerät untersucht werden, um so näheren Aufschluss über die Bau- und Architekturgeschichte des Gotteshauses zu bekommen, das zwischen 1220 und 1480 errichtet gestellt wurde.

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Für den Förderverein kommt ein zusätzlicher Auftrag dazu, er will die kleine Mauracher Orgel wiederherstellen lassen. Das spätromantische Instrument stammt vermutlich aus der Werkstatt der Orgelbauerfamilie Mauracher, die von Tirol aus in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Orgeln für Kirchen in Österreich und Südostbayern baute. Eine der bekanntesten Mauracher Orgeln steht in der Collegienkirche in Salzuburg, auf ihr spielte schon Anton Bruckner.

Den größten Teil der Sanierungskosten von 65 000 Euro muss der Förderverein aufbringen: 48 000 Euro. Waldmann setzt auf Zuschüsse und Spenden, für die er auch beim Tag der offenen Tür werben will.

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Der findet am Sonntag, 24. November, von 13 bis 16 Uhr statt. Besucher können dabei einen Blick ins sonst gesperrte Innere der Kirche werfen, alles über den Baufortschritt erfahren und die Orgel hören. Waldmann hat ein Hörbeispiel eines ähnlichen Instruments aufgetrieben, das der Förderverein über Lautsprecher abspielen will, damit sich schon jetzt alle Besucher auf das Wiedererklingen des Instruments in gut einem Jahr freuen können. hon

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