Dr. Karl Dürner blickt zurück: Zwölf Jahre als Bürgermeistersprecher sind vorbei

Schwindeggs Bürgermeister Dr. Karl Dürner verabschiedet sich nach 18 Jahren in den verdienten Ruhestand. Zwölf Jahre war er Bürgermeistersprecher im Landkreis Mühldorf. Friedrich
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Schwindeggs Bürgermeister Dr. Karl Dürner verabschiedet sich nach 18 Jahren in den verdienten Ruhestand. Zwölf Jahre war er Bürgermeistersprecher im Landkreis Mühldorf. Friedrich

Schwindegg – Zwölf Jahre stand Schwindeggs Bürgermeister Dr. Karl Dürner an der Spitze der Bürgermeister im Landkreis Mühldorf. Seine 30 Kolleginnen und Kollgen unter einen Hut zu bekommen war keine leichte Aufgabe. Wir sprachen mit Dr. Karl Dürner über dieses Ehrenamt.

Was hat Sie vor zwölf Jahren bewogen, als Bürgermeistersprecher für den Landkreis Mühldorf zu kandidieren?

Dr. Karl Dürner:Also Bürgermeistersprecher bzw. Kreisvorsitzender des Landkreises Mühldorf des Bayerischen Gemeindetages bin ich seit zwölf Jahren. Ich habe 2008 das Amt vom Bürgermeister Josef Huber aus der Gemeinde Aschau übernommen. Der „Huaba Sepp“ war auch derjenige, der mich dazu überredete, für dieses Amt zu kandidieren und da es mein Lebensmotto ist, sich Herausforderungen zu stellen, war ich dann schließlich auch bereit dazu, und ich habe es bis heute auch nicht bereut. Es war sicherlich ein besonderes Privileg aber auch eine besondere Verantwortung, hier immer wieder zu versuchen, alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf eine gemeinsame Linie einzuscheren, deren Ziel letztlich auch der Landkreis in seiner Gesamtheit mit allen Bürgerinnen und Bürgern sein muss! Unter anderen natürlich der jährliche Kampf um die Kreisumlage, um nur einen wichtigen Punkt anzusprechen!

War es einfach oder schwer, dieses Amt auszuführen?

Dr. Karl Dürner:Es war weder einfach noch „schwer“, dieses Amt auszufüllen. Das Wichtigste war immer, in Harmonie und Nachhaltigkeit die einzelnen Themen unserer kommunalpolitischen Bedürfnisse und Notwendigkeiten schnell und treffend zu erfassen und versuchen sie, in der Gemeinschaft, mit entsprechenden Fachleuten, zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden! Äußerst wichtig und von großer Bedeutung waren für mich immer die gemeinsamen gesellschaftlichen Begegnungen in lockerer, ungezwungener Atmosphäre, so z.B. unsere unvergesslich und jährlichen, legendären Bürgermeister- und Altbürgermeisterausflüge in alle möglichen Winkel unserer Welt! Viele, viele Ziele in Europa, Asien, Übersee aber auch in heimatlichen Gefilden wurden mit unseren unvergleichlichen und grandiosen Reisemanager Dieter Spielmann ausgeheckt und immer top organisiert und zu einen bleibendem Erlebnis. Darüber hinaus waren die jährlichen Tagesausflüge mit den Altbürgermeistern immer ein besonderes „Highlight“ .

Welche besonderen Ereignisse sind in diesen zwölf Jahren in Erinnerung geblieben?

Dr. Karl Dürner:Insgesamt die positive und prosperierende Entwicklung des Landkreises in den vergangenen Jahren. Was hier unter der Federführung von Landrat Schorsch Huber geleistet wurde, ist beispielhaft! Es gibt viele besonderer Ereignisse, die in Erinnerung geblieben sind und auch immer in Erinnerung bleiben werden. Der weitverzweigte Aus- und Neubau der Schulen, das breit gefächerte Bildungssystem, die Installierung von Hochschulstandorten, die Sanierung und der Ausbau der Kreiskliniken und gleichzeitiger Abbau des Schuldenberges, schließlich die zukunftsweisende Fusion mit den Kreiskliniken Altötting, um nur einiges zu nennen. Aber auch der Umgang und Organisation mit dem plötzlichen Asylproblem 2015 oder jetzt der Umgang mit der Pandemie Covid 18-Virusinfektion.

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Was war für Sie die bitterste Enttäuschung?

Dr. Karl Dürner:Bittere Enttäuschungen in meiner Tätigkeit als Bürgermeistersprecher fallen mir im Augenblick eigentlich keine ein, im Gegenteil ich habe zusammen mit meinen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern es immer wieder geschafft, uns gemeinsam zu motivieren und nach meiner Maxime „Einmischen – Mitmischen - Aufmischen“ das Beste für die Bürgerinnen und Bürger in unseren Gemeinden heraus zu holen!

Wie sehen Sie nach zwölf Jahren die kommunale Selbstverwaltung der Gemeinden?

Dr. Karl Dürner:In der kommunalen Selbstverwaltung haben wir große Fortschritte gemacht, aber da ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Die überbordende Bürokratie der übergeordneten Ämter legen den Gemeinden hier immer noch viele, viele große Steine in den Weg! Subsidiarität ist hier das Zauberwort, aber damit ist es für uns Gemeinden nicht, oder noch nicht in dem gewünschten Maße, getan!

Was hat sich aus Ihrer Sicht zwischen den Bürgern und den Bürgermeistern verändert?

Dr. Karl Dürner:Der Bürger will ernst genommen werden, er will mitreden und auch gehört werden. Er will spüren, merken und sehen, dass was passiert und solche Worte wie „Mit dem Bürger, Für den Bürger!“ nicht nur Worthülsen sind! Viele Bürger wollen sich aktiv und kritisch in die Gemeindepolitik einbringen.

Was steht im Ruhestand auf dem Programm?

Dr. Karl Dürner:„Ruhestand“ kann ich noch nicht aussprechen! Ich habe mich noch, auf Grund der überwältigenden Stimmenzahl, noch einmal verpflichtet, als Gemeinderat „nach dem Rechten“ zu sehen, bin auch noch im Kreistag vertreten und als Arzt im MVZ Isental in Schwindegg, das ich mitbegründet habe! Also langweilig wird’s mir vorerst nicht!

Interview: Josef Bauer

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