Aus dem Gemeinderat

Keine weitere Bebauung südlich des Kraiburger Gewerbegebiets: Erco-Halle kommt neben Festplatz

Die neue Lagerhalle (rote Fläche) der Firma Erco kommt nicht im Süden des Betriebsgeländes, sondern belegt einen Teil der Parkflächen für die Kraiburger Volksfestwiese. Anlieger im Wohngebiet müssen keine Lärmbelästigung befürchten. Markt Kraburg
+
Die neue Lagerhalle (rote Fläche) der Firma Erco kommt nicht im Süden des Betriebsgeländes, sondern belegt einen Teil der Parkflächen für die Kraiburger Volksfestwiese. Anlieger im Wohngebiet müssen keine Lärmbelästigung befürchten. Markt Kraburg

Es wird keine weitere Gewerbebebauung in Richtung Süden zur Wohnbebauung hin geben. Das hat Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) den Anliegern bei einem Ortstermin in die Hand versprochen. Daran orientiert sich nun die Änderung des Bebauungsplanes „Festwiese“.

Kraiburg – Die Bebauungsplanänderung, die der Gemeinderat jetzt auf den Weg gebracht hat, soll die Erweiterung eines Betriebs auf einem Teil des Areals ermöglichen, das als Parkplatz für das Volksfest dient.

Bürgermeisterin: Sensibles Gebiet

Die Firma Erco wartet schon seit gut zwei Jahren auf eine Erweiterungsmöglichkeit. Das Unternehmen, das sich auf Hochwasser-Zubehör, Sandsäcke, Silosandsäcke und Ballastsäcke spezialisiert hat und deutschlandweit in diesem Bereich führend ist, füllt die Säcke auf dem Firmengelände ab. Über zwei Millionen stehen dort bereit. Dafür braucht es Lager-Kapazitäten. Eine 13 mal 45 Meter große Halle, wie sie bereits auf dem Firmengelände steht, soll hinzu kommen.

Ursprünglich war eine Erweiterung in Richtung Süden im Gespräch. Das ist vom Tisch. Vor allem deshalb, weil die Fläche im Süden des Gewerbegebiets ein „sensibler Bereich“ sei, wie Petra Jackl im Gemeinderat sagte. An anderer Stelle tobt ein heftiger Streit zwischen Anliegern der Wohnsiedlung und einem Fuhrunternehmer, der ein Wohnhaus, samt Büro und Halle mit Reifenlager und Werkstatt errichten will und dem die Gemeinde die Erweiterung nach Süden durch eine Bebauungsplanänderung gestattet hatte.

Bei Ortstermin: Anlieger äußerten keine Einwände

Gegen den nun von der Gemeinde favorisierten Standort der neuen Erco-Halle haben die Anlieger keine Einwände. Diesen Eindruck hatte sie von dem Ortstermin mitgenommen, zu dem sie auch Anwohner der Randbebauung geladen hatte. „Sie fühlen sich dadurch nicht gestört.“ Jackl wies zudem darauf hin, das der bestehende Lärmschutzwall verlängert werde.

Lesen Sie auch:

Transparenz-Offensive der Bürgermeisterin: Standort für Lagerhalle in Kraiburg gefunden

Streit um Gewerbeansiedlung Kraiburg: Vorwurf der „Mauschelei“ zurückgewiesen

Ganz Kraiburg rätselt über 30 zerstochene Lkw-Reifen: Polizei hat noch keine heiße Spur

Die Bürgermeisterin sprach von einer „charmanten Lösung“. Und im Hinblick auf das Volksfest meinte sie: „Irgendwann ist der Corona-Spuk vorbei. Dann feiern wir wieder Festl.“ Parken sei dann auf der Restfläche, die vom Wertstoffhof her befahrbar ist, unverändert möglich. Allenfalls für die Schausteller, die dort ihre Wohnwagen abstellen, könnte es kleine Beeinträchtigungen geben.

Klare Mehrheit für Planentwurf

Weil vom Betrieb der Halle keinerlei Lärm ausgehe, sprach sich Franz Kifinger (UWG) dafür aus, am ursprünglich vorgeschlagenen Standort im Süden festzuhalten. Die Halle passe nicht zum Volksfestplatz. Doch mit dieser Meinung stand er allein. Mit einer Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat den vorliegenden Planentwurf für die Bebauungsplanänderung, die nun ins beschleunigte Verfahren geht.

Kommentare