Jugendparlament: Grüne Jugend, Jusos und Junge Union ziehen in Mühldorf an einem Strang

Engagieren sich parteiübergeifend für ein Jugendparlament: (von links)Zacharias Spörl, Sophie Sontag-Lohmayer und Sebastian Altmann.
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Engagieren sich parteiübergeifend für ein Jugendparlament: (von links)Zacharias Spörl, Sophie Sontag-Lohmayer und Sebastian Altmann.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Drei Parteien, eine Idee: Jungpolitiker haben in einem offenen Brief um für den Aufbau eines Jugendparlaments in der Kreisstadt geworben. Die drei Jugendorganisationen sehen im Aufbau eines Jugendparlaments die Chance, die Jugend stärker einzubinden und das Interesse an Kommunalpolitik zu steigern.

Mühldorf – „Die Kommunalwahl hat gezeigt, dass sich die Jugend aktiv in die Kommunalpolitik einbringt. So haben auf allen Listen mehrere Kandidaten unter 30 Jahren kandidiert“, zeigt Sebastian Altmann, Vertreter der Jusos, auf. „Dennoch haben viele Jugendliche und junge Erwachsene oft kein Interesse an der Kommunalpolitik.“ Grund dafür sei, dass sie sich oder ihre Themen nicht vertreten fühlen. „Und doch könnten gerade auf kommunaler Ebene Anliegen der Jugend schnell und unmittelbar in die Tat umgesetzt werden“, meint Altmann.

Mehr zum Thema: So sehen die Fraktionen im Mühldorfer Stadtrat die Zusammensetzung des Jugendrats

Kein Debattierclub, sondern mit Themen auseinandersetzen

„Das Jugendparlament Mühldorf soll deshalb nicht nur ein Debattierklub sein, sondern sich direkt mit aktuellen Themen auseinandersetzen und eine Position der Jugend dazu formulieren“, argumentiert Zacharias Spörl von der Grünen Jugend. Diese Position sollte zukünftig dem Stadtrat vorgetragen werden, die Sicht der Jugendlichen soll damit direkt in Entscheidungen einfließen, die die Jugendlichen direkt betreffen. Das bietet aus Sicht von Spörl eine einzigartige Möglichkeit, Jugendlichen politisches Handeln näher zu bringen und gleichzeitig zu zeigen, dass man auch etwas bewegen kann.

Drei Jugendvertreter sehen überparteiliche Basis für starkes Jugendparlament

„Wir freuen uns darüber, dass der Aufbau eines Jugendparlaments auch auf große Unterstützung von den Stadtratsfraktionen der SPD, Grünen und der CSU gestoßen ist“, meint Sophie Sontag-Lohmayer, Ortsvorsitzende der Jungen Union. „Die Idee eines Jugendparlaments ist in Mühldorf ja nicht neu, nur scheiterte eine Umsetzung bisher an Formalitäten ebenso wie einem breiten Zusammenschluss der Jugend. Durch die gemeinsame Initiative von Jusos, Grüner Jugend und Junger Union haben wir nun eine überparteiliche Basis geschaffen, für ein starkes Jugendparlament“, bekräftigt Sontag-Lohmayer.

Kirmeier: „Ein Stück weit mehr Demokratie!“

Auf eine starke Basis hofft auch Stadtrat und Jugendreferent Gottfried Kirmeier (SPD), der sich über die Initiative freut: „Es es bedeutet ein Stück weit mehr Demokratie. Ich habe das vor 20 Jahren schon mal probiert. Damals war aber wohl die Zeit noch nicht reif“, erinnert sich der Mühldorfer Stadtrat, der heute weiß: „So etwas muss von unten raus wachsen. Das müssen junge Leute sein. Jugendzentrum, Vereine, Schule müssen da unter einen Hut gebracht werden, damit das langfristig Erfolg hat!“

Satzung an die Stadt weitergegeben

Damit das Ganze auf einer soliden Grundlage steht, dafür haben die jungen Politfrischlinge eine Satzung ausgearbeitet und an die Stadt weitergegeben, die sich mit der Thematik auch auseinandergesetzt hat und schon diese Woche zur Abstimmung vorlegen wird.

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