Jubiläum in größter Eintracht

Die kleine Elisabeth Berghammerführte die Stadtkapelle über den Stadtplatz.
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Die kleine Elisabeth Berghammerführte die Stadtkapelle über den Stadtplatz.

Neumarkt-St. Veit – Die Wettervorhersagen waren alle schlecht, weil sie aber nicht stimmten, dankten dafür die Geistlichkeit, der Bürgermeister und der Musikvorstand dem Herrgott.

So konnte ein „Jahrhundertfest“, wie es Musikvereinsvorstand Alfons Weigand angekündigt hatte, am gestrigen Sonntag seinen Lauf nehmen.

Bis um halb neun Vormittag trafen die acht befreundeten Musikkapellen im Bierzelt ein, von wo sie nach einem Weißwurstfrühstück sich für den Einzug in den Stadtplatz sammelten. Im Zwei-Minuten-Abstand marschierten sie dann zum Gottesdienstort – der Jubelverein Stadtkapelle Neumarkt-St. Veit kam mit den Ehrengästen als Letzter.

Weit über 1000 Besucher und die Fahnenabordnungen der Neumarkter Vereine empfingen die Kapellen mit großem Applaus.

Bei der Begrüßung vom Altarraum aus war Bürgermeister Erwin Baumgartner ganz begeistert von dem Bild, dass die vielen Menschen im Stadtplatz boten. Zur Begründung für dieses Doppeljubiläum mit dem Musikverein sagte er: „Eine Festlichkeit ohne Musik ist ja wie eine Suppe ohne Salz“. Kurz ging er auf die Geschichte des Ortes ein, der 1269 gegründet wurde und von dem man weiß, dass 1434 bereits ein Bürgermeister (Markkammerer) die Geschicke lenkte.

Pfarrer Franz Eisenmann stellte fest: „Dieser Ort ist seinen Weg gegangen, obwohl er eigentlich im Zwist zum Kloster entstand, haben sich die Menschen verstanden und eine Einheit gebildet, mit der sie aus den ursprünglichen Orten etwas geschaffen haben. Das Doppeljubiläum sei ein Zeichen ihrer Lebendigkeit.“ Auch Pfarrerin Anke Sänge lobte die Gemeinsamkeit, die kirchlich, politisch und in Vereinen etwas zustande bringe. So, wie in der Musikkapelle jeder sein Instrument spielt, aber auf die Harmonie achten muss, so müsste die Zukunft der Stadt aussehen: Jeder tut, was er kann, aber er achtet dabei auf das Gemeinsame.

Festredner MdL Dr. Marcel Huber erinnerte, dass bei allem Erfolg seit der Gründung im schwärzesten Mittelalter Einzelschicksale zu bedenken seien, denn die Zeiten waren meist kriegerisch und zerstörend. Als Präsident des Musikbundes Ober-Niederbayern freute er sich besonders, wenn Blasmusikkapellen lange zusammenhalten und das Leben in der Heimat verschönen. Für beide Jubilare freute er sich, dass sie erfolgreich seien, was so bleiben möge.

Musikvereinsvorstand Alfons Weigand brachte zuletzt seinen persönlichen Dank und den der Blaskapellen zum Ausdruck und lud zurück ins Festzelt. Zuvor aber dirigierte Stefan Weindl von der Stadtkapelle den Gemeinschaftschor aus den neun Kapellen.

Dank seiner guten Vor bereitung erklangen in Neumarkts „guter Stube“ nacheinander der Regimentsgruß, der Bayerische Defiliermarsch und die Bayernhymne aus mehr als 200 Blasinstrumenten und Schlagwerkzeugen. Alle empfanden das als gewaltiges und einmaliges Musikereignis in der Rottstadt.

Im Bierzelt spielten die einzelnen Kapellen dann stundenlang Märsche, Walzer und Polkas von ihren Plätzen aus, ungezwungen im Sitzen oder Stehen. Vielen älteren der Gäste gefiel vor allem der Originalton, denn weder Lautsprecher noch Musikanlagen zerstörten den Klang reiner Blasmusik.

Nachtrag: Die Gastkapellen waren. Musikgesellschaft Aich, Musikkapelle Schwindegg, Trachtenkapelle Massing, Blasmusik Buchbach, D´Hofmarkmusikanten Egglkofen, Musikkapelle Aschau, Blaskapelle Altmühldorf, Musikverein Vilsbiburg.

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