Dr. Johannes Schwarz vom InnKlinikum

Warum gibt es Linkshänder? Ein Neurologe erklärt

Mehr als jeder Zehnte schreibt mit links. Warum, wissen Wissenschaftler nicht genau. Foto dpa/Picture Alliance
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Mehr als jeder Zehnte schreibt mit links. Warum, wissen Wissenschaftler nicht genau. Foto dpa/Picture Alliance

Schreiben, werfen, bügeln, löffeln – die meisten Menschen führen diese Tätigkeiten mit der rechten Hand aus. Trotzdem bevorzugt ein nicht unbedeutender Teil der Menschheit die andere Hand. Warum sich das Gehirn für eine Seite entscheidet, steht fest. Wie es das tut, dagegen nicht.

Mühldorf/Haag – Zwischen acht und 15 Prozent der Weltbevölkerung sind Linkshänder. Laut Dr. Johannes Schwarz, Neurologe und Chefarzt der Abteilung Morbus Parkinson am Inn-Klinikum erläutert, dass die Entscheidung für die Benutzung der linken oder rechten Hand an der Aufteilung des menschlichen Hirns liege.

Johannes Schwarz.

„Unser Gehirn macht zwei Prozent unseres Körpergewichts aus, verbraucht aber 20 Prozent der Kalorien“, sagt er. Damit sein Energieverbrauch möglichst gering bleibe, sei das Hirn asymmetrisch aufgebaut. Das heißt, die linke und die rechte Gehirnhälfte sind auf unterschiedliche Funktionen spezialisiert. Die Folge: Der Mensch bevorzugt meist eine Hand, rechts oder eben links.

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Nicht mit links zu erklären

Dabei sei es schwierig umzulernen, sagt Schwarz, und erinnert an Linkshänder, die früher gezwungen worden seien, mit der rechten Hand zu schreiben. „Das Umlernen war häufig mit einer Rechtschreibstörung verbunden.“

Mediziner nennt viele Gründe

Für die Ursachen der „Händigkeit“ gibt es nach seinen Angaben viele Faktoren. Ein spezielles Linkshändergen sei aber nicht gefunden worden. „Vielmehr scheinen Variationen von über 40 Genen und auch Umweltfaktoren die Entscheidung zu beeinflussen. „Beispielsweise kann allein die Kopfwendung in den ersten Lebenstagen ausschlaggebend sein.“

Der menschliche Körper und seine zahlreichen Geheimnisse lassen sich eben doch nicht „mit links“ entschlüsseln.

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