Jede Woche Open Air und Frühschoppen: Tögings „Silo1“ bekommt nun doch noch seinen Biergarten

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Auch weil die Stadt Töging kräftig mitgeholfen hat: Ab Freitag (10. Juli) gibt es einen PopUp-Biergarten im Siloland. Der Ausschank am Parkplatz ist bis Ende August geplant und auch kulturell will Betreiber Tom Wörl wieder Ausrufezeichen setzen.

  • Das Silo1 muss weiter geschlossen bleiben, öffnet nun aber auf den Plarkplatz einen PopUp-Biergarten
  • Die Stadt Töging hat kurzfristig eine Genehmigung erteilt.
  • Ab nächster Woche soll es Live-Auftritte im PopUp-Biergarten geben.

Töging – Und plötzlich geht es doch: Hatte Tom Wörl, Pächter des Silo1 in Töging noch vor wenigen Wochen darüber geklagt, dass die Clubszene in Zeiten von Corona keine Lobby hat und auch ein Biergarten als Alternative an der Bürokratie scheitern würde, wartet er nun mit erfreulichen Nachrichten auf: „Am Freitag öffnen wir unseren PopUp-Biergarten!“ Der Parkplatz hinter dem „Silo1“ in Töging muss dafür herhalten, um den „Fabrikausschank“ wie ihn Wörl und Co. bezeichnen, nun Realität werden zu lassen. „Wir wollen damit unseren Beitrag dazu leisten, dass wieder ein Stück Kultur zurück nach Töging kommt, freut sich Tom Wörl schon darauf, wenn es am kommenden Freitag endlich losgeht.

Und die Stadt Töging übernimmt Gebühren

Möglich gemacht hat das unter anderem die Stadt Töging mit ihrem Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, welche die Idee von Tom Wörl mitgetragen hat, jede Woche dieses besondere „Open Air“ zu veranstalten. Freitags und samstags von 16 bis 23 Uhr sowie sonntags ab 10 Uhr, dann zum Frühschoppen mit Weißwürsten, wird ab sofort in den PopUp-Biergarten des „Silo1“ eingeladen.

„Guten Morgen aus dem Siloland! Wir sind seit Sonntag fleißig am Aufbauen und stehen langsam in den Startlöchern!“ Seit März ist das „Silo1“ geschlossen, ein PopUp-Biergarten auf dem Parkplatz soll nun die Leute anlocken, nachdem die Clubbesitzer wegen Corona nach wie vor ihre Tanzschuppen nicht öffnen dürfen.

„Die Bewirtung und der Ausschank erfolgen über den Münchner Hof. Wir bekommen eine Hütte von der Stadt ausgehändigt, selbst die angefallenen Gebühren übernimmt die Stadt“, Tom Wörl ist begeistert von der Unterstützung durch die Stadt, die bis Ende August ihr Okay für die Durchführung dieses Alternativ-Angebots für maximal 200 Personen abgesegnet hat. Natürlich gelten auch dort die übliche Hygienerichtlinien – wie der Eintritt nur mit Mund-Nasen-Schutz, Ausfüllen eines Registrierungsbogens und separate Ein- und Ausgänge.

Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst will Kultstätte nicht sterben lassen

„Man kann oft Unmögliches nicht möglich machen. Aber man kann helfen, wo es geht“, stellt sich Bürgermeister Dr. Windhorst hinter die Silo-Betreiber. Das Silo1 sei eine Kultstätte, die junge Menschen aus mindestens zwei Landkreisen anlockt. Es sei eine Selbstverständlichkeit, sich als Bürgermeister dafür einzusetzen, dass die Einrichtung, in welcher Form auch immer, weiter bestehen kann.

Mit den mittlerweile eingetretenen Lockerungsmaßnahmen in Zeiten von Corona sei ein Ausschank wie am Silo durchaus gerechtfertigt, meint Dr. Windhorst. „Wir haben uns mit dem Landratsamt Altötting abgestimmt, das die Form von Veranstaltung für durchaus vertretbar hält. Mit der Genehmigung von Einzelveranstaltungen haben wir dann auch das Mittel gefunden, das den Ausschank auf dem Silogelände erleichtert.“

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DJ „Regular John“ eröffnet unter freiem Himmel den musikalischen Reigen

Wörl will damit nicht nur seinem Stammpublikum die Gelegenheit bieten, sich wieder zu treffen. Er will damit auch ein Zeichen setzen, nach dem Motto: Wir sind immer noch da! „Es wird Zeit, dass sich endlich kulturell wieder etwas rührt“, findet Wörl. Seine Planung sieht vor, dass er in seinem PopUp-Biergarten auch Live-Musik präsentiert. Das wird zum Auftakt am Freitag noch nicht der Fall sein, wenn die Musik vom Band kommt und DJ „Regular John“ hinter dem Plattenteller steht. Aber ab nächster Woche soll schon die erste Live-Performance die Leute unterhalten.

Live-Musik, aber wohl dosiert wegen der Nachbarn

Alles natürlich wohl dosiert, schließlich woll man die Nachbarn nicht verärgern. „Eine laute Punk-Band wird es also vorerst nicht geben“, lacht Wörl.

Das erste Lebenszeichen des „Silo1“ unter freiem Himmel hat sich schnell herumgesprochen, „wir bekommen ständig Reservierungen rein. Wir haben jede Menge Anfragen. Das freut mich ungemein“, strahlt Wörl, der natürlich weiß: „Das Wetter muss natürlich mitspielen, wenn das Konzept klappen soll!“

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Ab nächster Woche sogar Live-Auftritte

Anfragen kommen übrigens auch von Musikgruppen, die endlich wieder aus dem Probenkeller raus wollen, um auch öffentlich zu musizieren. Das erste Mal soll das am 18. Juli der Fall sein. Wer das sein wird, verrät Wörl noch nicht. Sein Fokus richtet sich zunächst einmal auf das kommende Wochenende, auf den Neustart nach fast vier Monaten Corona-Pause. Zwar auf einem völlig anderen Terrain. Aber diese Flexibilität ist notwendig in Zeiten von Corona. Denn eines dürfte nach wie vor feststehen: Bis die Clubszene wieder ihre Türen öffnen darf, bis dahin dürfte noch viel Zeit verstreichen.

Rubriklistenbild: © Tom Wörl

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