Vor 100 Jahren war Buchbach das Zentrum für Schützen aus der ganzen Region

Ich hab aber ein Foto von den Altschützen Buchbach aus 1924 beigefügt, von denen der Gründungsgedanken für den Schützengau Buchbach ausgegangen ist,

Buchbach war ab den 1920er Jahren Mittelpunkt der Schützen aus der ganzen Region, gemeinde-, landkreis- und sogar bezirksübergreifend, eine Schützenhochburg. Der Ehrenschützenmeister Franz Mayer von den Altschützen Buchbach hat sich intensiv mit dieser Zeit befasst.

Buchbach – Nur noch wenigen, eingefleischten Schützen, besonders dem Ehrenschützenmeister Franz Mayer von den Altschützen Buchbach, ist diese Geschichte aus den 1920er Jahre noch bekannt, Mayer hat historische Unterlagen über diese Zeit gerettet, die ein lebendiges Bild aus dieser Zeit übermitteln. So informierte nach dem Protokollbuch des Schützengaues Buchbach vom Schriftführer der Altschützen Buchbach, Hans Sturm (Lehrer und Gastwirtsgatte) deren Schützenmeister Wandinger seine Schützen über die Vorbereitung zur Gründung eines Schützengaues. Dazu war allerdings die Zustimmung des Gauschützenmeisters Leo von der Hoppe vom bereits am 27. Januar 1924 in Mühldorf, Hotel Schwan, gegründeten Schützengaues 31 Mühldorf, notwendig. Wandinger gelang es, von der Hoppe für die Sache zu gewinnen, der dann auch bei der Gründungsversammlung anwesend war. So wurde Anfang Juli 1924, nachdem die ursprünglich auf den 11. Mai 1924 anberaumte Gründungsversammlung wegen eingetretener Hindernisse verschoben werden musste, gegründet. Der genaue Gründungstag geht aus den vorhandenen Unterlagen nicht hervor.

Franz Wandinger wurde Schützenmeister

Zur Gründungsversammlung waren neben den Altschützen Buchbach, den Schützenvereinen aus Felizenzell, Gebensbach (Nur bis 1934 ein Schützenverein, dann wurde er wegen der politischen Veränderungen in den heute noch sehr aktiven Trachtenverein umgewandelt), Wurmsham, Seifriedswörth, Oberendsbach (Bax), Ranoldsberg, Oberbergkirchen, Walkersaich, Wörth, Steeg, Sterneck eingeladen und haben schließlich dem Schützengau 34 Buchbach angehört.

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Sie wählten mit Franz Wandinger Goldschmied, auch gleich ihren Gauschützenmeister, der dieses Amt bis 1925 ausübte, ihm folgte bis November 1928 Dr. Kattenböck, Tierarzt und danach Leopold Marxbauer, Uhrmachermeister, bis zur kriegsbedingten Einstellung der Aktivitäten 1939. In seine Zeit sind neben zahlreicher Aktivitäten auch die Teilnahme am Münchener Oktoberfestzug 1935 (s. Foto) gefallen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war anfangs der Schießsport durch die Alliierten noch verboten, erst ab 1950 wurde dieses Verbot schrittweise gelockert, so dass nach der Wiedergründung zahlreicher, dem Gau Buchbach angehöriger Schützenvereine, wieder ein regelmäßiger Schießbetrieb durchgeführt wurde.

Wiedergründung im Jahr 1952

Dies war auch der Startschuss für die Wiedergründung des Schützengaues Buchbach, allerdings erst am 16. November. 1952. Zur Wiedergründungsversammlung im Gasthaus Sturm (Falken), hatte der amtierende Gauschützenmeister Leopold Marxbauer und seinem Stellvertreter bei den Altschützen Buchbach, Georg Rambold, auch Bezirksschützenmeister Forster aus Garmisch-Partenkirchen und den Gauschützenmeister des Nachbargaues Mühldorf, Ludwig Hallhuber und alle früheren Mitgliedsvereine, eingeladen.

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Erschienen sind die Vertreter der Altschützen Buchbach, der Jungschützen Buchbach mit Hans Mückl, der Schützenvereine Felizenzell mit Johann Rauscheder, Steeg 1886 mit Johann Thalmeier, Wurmsham mit Josef Söll, Ranoldsberg mit Peter Rott, Walkersaich mit Sebastian Sedlmaier, Wörth mit Toni Stoiber, Schwindegg mit Herrn Hartinek und Schwindach mit Valentin Müller. Dem Gau Buchbach gehörten nach der Gründung 19 Schützenvereine an (Chronik des Schützengaues Mühldorf).

Zusammenlegung der Gaue im Jahr 1954

In der Versammlung klärte Bezirksschützenmeister Forster über formale Dinge wie den Versicherungsschutz und Beitragswesen auf, freute sich aber besonders über den rasanten Anstieg des Schießsports in Bayern insgesamt unter dem Dach des Bayerischen Sportschützenverbandes. Darauf wurde auf Vorschlag von Gauschützenmeister Leopold Marxbauer nach einer eingehenden Aussprache der Schützengau 34 Buchbach einstimmig wiedergegründet und auch die Gauvorstandschaft neu gewählt. Dies waren: 1. Gauschützenmeister Leopold Marxbauer (Altschützen Buchbach), 2. Gauschützenmeister Hans Thalmeier (SG Steeg 1886), Kassier Theo de Witt, Schriftführer Hans Sturm (beide Altschützen Buchbach), dazu stellte jeder Mitgliedsverein mit dem 1. Schützenmeister einen Beirat.

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Große Aktivitäten des Schützengaues Buchbach wurden dann aber nicht mehr entwickelt. Das Schießen hat sich hauptsächlich innerhalb der einzelnen Schützenvereine abgespielt, wobei vereinzelt auch Vergleichsschießen mit Nachbarsvereinen abgehalten wurden. Da nach einer Verordnung im Kreisgebiet nurmehr ein Schützengau bestehen sollte, ist bei der Generalversammlung am Sonntag, 5. Dezember 1954 im „Freilassinger Hof‘ in Mühldorf die Zusammenlegung der Gaue Mühldorf und Buchbach beschlossen worden. Der Schützengau Buchbach mit seinen Vereinen ist damit im Schützengau Mühldorf und teils im Schützengau Vilsbiburg aufgegangen. Damit endete nach 30 Jahren die Ära des Schützengaus und damit auch die Schützenhochburg.

Die Altschützen Buchbach und vor allem die Schützengesellschaft Steeg 1886 dominierten sportlich jedoch weiterhin in unterschiedlichen Abschnitten den Schützengau Mühldorf, bis hin zur Teilnahme bei den Rundenwettkämpfen in der höchsten bayerischen Klasse, Meistertiteln bei den Bezirks-, Bayerischen-, Deutschen- und Europameisterschaften und sogar der Olympiateilnahme in Atlanta durch den Buchbacher Hans-Jürgen Neumaier. ram

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