Aus einem spontanen Entschluss wurden für Karl Bischof 36 Jahre im Gemeinderat Niedertaufkirchen

Karl Bischoftrat sechs Mal bei Kommunalwahlen an, sechs Mal wurde er in den Gemeinderat gewählt. Von 2008 bis 2014 war er sogar zweiter Bürgermeister in Niedertaufkirchen. Jaensch
  • Karlheinz Jaensch
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Niedertaufkirchen - Nach 36 Jahren im Gemeinderat lässt es Karl Bischof gut sein. Der 71-Jährige legt aber noch lange nicht seine Hände in den Schoß, denn für die Gemeinde Niedertaufkirchen ist er auch künftig noch in vielen Funktionen tätig. 

Karl Bischof widmet seine Zeit zahlreichen Vereinen und Organisationen, denen er nicht nur angehört – bei den meisten ist er noch aktiv dabei. Das war nicht immer so. Der gelernte Versicherungskaufmann hatte bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich, als er sich entschloss, sich aktiv am Leben seiner Heimatgemeinde Niedertaufkirchen zu beteiligen. Schließlich hat er dann in 36 Jahren mit den Bürgermeistern Josef Wimmer, Walter Bichlmaier und Sebastian Winkler fürs Gemeindewohl gut zusammengearbeitet.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie überhaupt für den Gemeinderat kandidierten?

Karl Bischof: Das war ein spontaner Entschluss. Es musste mich keiner überreden. Obwohl ich bis dahin eigentlich wenig an irgendwelchen Vereinstätigkeiten im Ort beteiligt war, hatte ich Interesse an der Kommunalpolitik gefunden. Ich wollte ab dem Mai 1984 aktiv das Gemeindeleben mitgestalten.

Und Sie sind auf Anhieb gewählt worden...

Bischof:Das ja. Aber die Aufstellungsversammlung damals war schon etwas Besonderes. Ich war zu der Zeit im Januar mit Freunden beim Skifahren in Obertauern. Bei der Aufstellungsversammlung musste ich aber dabei sein. Also fuhr ich an dem Tag um 16 Uhr vom Urlaubsort nach Stetten, wo die Versammlung stattfand. Ich war damals 34 Jahre alt und einer der jungen Anwärter für den Gemeinderat. Es klappte, der Platz auf der Liste war gesichert, obwohl viele meiner Freunde ja nicht da waren. Am nächsten Tag fuhr ich wieder nach Obertauern und setzte den Skiurlaub fort. Übrigens waren bei Wahl der jetzige Bürgermeister Sebastian Winkler und ich die beiden Jüngsten.

Sie wurden beide gewählt. Wie war es am Anfang mit den „alten Hasen“ im Gemeinderat?

Bischof:Dazu fallen mir spontan die Gemeinderäte Josef Nietschl und Martin Hackner senior ein. Die beiden haben mich von Anfang an beraten und unterstützt. Die politische Karriere in der Gemeinde hatte begonnen. Seit dieser Zeit war ich ununterbrochen im Gemeinderat tätig.

Welche Ziele haben Sie denn in den ersten Gemeinderatsjahren verfolgt?

Bischof:In den ersten zwölf Jahren leitete Bürgermeister Josef Wimmer die Geschäfte. Seine Ziele für die Zukunft waren neben der Schaffung von Baugebieten, die Mehrzweckhalle und der Kindergarten. Das Errichten der Kläranlage war teuer und schränkte den Spielraum für weitere Maßnahmen ein. Aber diese Ziele habe ich in den Jahren zusammen mit den anderen strikt verfolgt und unterstützt.

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Worin haben Sie damals die größten Probleme gesehen?

Bischof:Die Sache mit dem Wasserzweckverband hat uns alle ganz schön mitgenommen. Als er endlich aufgelöst wurde, schlossen wir einen Wasserlieferungsvertrag mit der Stadt Neumarkt-St. Veit ab. Damit haben wir eigentlich die Weichen für die Erschließung neuer Baugebiete gestellt – bis heute. Der uns unverständliche Widerstand gegen den Bau der Mehrzweckhalle kostete Energie und Durchsetzungsvermögen. Wir konnten nicht verhindern, dass dadurch die Baukosten für die Gemeinde erheblich anstiegen. Naja, und der Standort einer Mülldeponie, die beinahe in den nördlichen Landkreis gekommen wäre, forderte auch unseren massiven Widerstand heraus.

Hatten sie in den Jahren auch Sonderfunktionen zu erfüllen?

Bischof:Mit den Nachbargemeinden Erharting und Niederbergkirchen bilden wir die Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach. In diesem Gremium war ich viele Jahre als Verwaltungsrat tätig. Das Schulwesen, die Kinderbetreuung generell und auch große Baustellen, Abwasser oder Radwege, werden innerhalb der Gemeinschaft stets vorteilhaft für alle besprochen und gelöst. Viele Perioden wurde ich als Rechnungsprüfer bestätigt. Ich wurde stets mit großem Stimmenanteil wiedergewählt und in der Periode von 2008 bis 2014 war ich dann unter Bürgermeister Winkler sogar sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister tätig.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie doch in vielen Vereinen und Organisationen tätig wurden?

Bischof:Durch meine kommunalpolitische Arbeit lernte ich die Bedeutung der Vereine für das Heimatdorf kennen. Ihr kultureller und sozialer Zweck nützt uns allen. Im Gemeinderat setzte ich mich gerne für Belange der Vereine ein und übernahm selbst den Vorstand des CSU-Ortsverbandes und des Skiclubs. Es ist der größte Ortsverband und bietet im Sommer wie im Winter Sportmöglichkeiten. Der Gemeindelauf ist überregional beliebt und lockt viele Läufer in den Ort. Als große Ehre empfand ich es, dass ich 2012 Schirmherr beim 125. Gründungsfest der Feuerwehr sein durfte.

Haben Sie bereits Ehrungen erfahren?

Bischof:Schon 2007 überreichte mir Landrat Georg Huber die kommunale Dankurkunde, wohl auch für meine Tätigkeit im Kreisjugendring. Jetzt engagiere ich mich auch in der Stiftung Ecksberg.

Wie geht es für Sie nach dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat weiter?

Bischof:Ich habe ich die Hälfte meines Lebens als Gemeinderat der Kommunalpolitik gewidmet. Die anderen Ämter behalte ich noch. Den Senioren will ich durch die Seniorenunion zu Angeboten verhelfen. Dem neuen Gemeindrat wünsche ich Freude an der Arbeit und Erfolg.

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