70 Jahre für Frieden in Europa: Erinnerung an die Charta der Heimatvertriebenen

Mit Fahnen an öffentlichen Gebäuden erinnerte Deutschland gestern an die Charta der Vertrieben.

Vor 70 Jahren haben die Verbände der deutschen Heimat-Vertrieben eine Chara unterschrieben, mit der sie auf Vergeltung verzichten und sich stattdessen für ein geeintes Europa einsetzen wollen.

Mühldorf – Mit Fahnen an öffentlichen Gebäuden hat Deutschland gestern an den 70. Jahrestag der Charta der Heimatvertriebenen erinnert. Innenstaatsekretär Stephan Mayer (CSU) bezeichnete sie als „einen wichtigen Beitrag zur Aussöhnung und zur europäischen Einigung“, den die Heimatvertriebenen leisteten. Die Charta habe einen wichtigen Schritt der Aussöhnung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges signalisiert. Die Heimatvertriebenen hätten mit der Unterzeichnung enorme Größe gezeigt, sagte Mayer. In ihrem Kern enthält die Charta einen Aufruf zum Verzicht auf Rache und Gewalt trotz des eigenen gerade erlittenen Unrechts und ein klares Bekenntnis zur Schaffung eines einigen Europas, zur Verständigung zwischen den Staaten, den Völkern und Volksgruppen. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Verabschiedung am 5. August 1950 ihrer Zeit weit voraus und eine große moralische Leistung der Vertriebenen, die damals noch nicht wussten, was überhaupt mit ihnen geschehen sollte und wie es weitergehen würde. Tausende befanden sich zudem noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

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Aber die Charta spricht auch vom Recht auf die Heimat, als einem von Gott geschenkten Grundrecht der Menschheit, das in Bezug auf die Heimatvertriebenen bis heute nicht verwirklicht ist. Dazu heißt es: „Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.“

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