66 Jahre Engagement für Mühldorf - Der ehemalige Kämmerer und Stadtrat Kurt Bimsberger ist tot

Ein letzter öffentlicher Auftritt: Bei der Bürgerversammlung im November 2019 im Haberkasten setzte sich Bimsberger für den Erhalt eines Supermarkts in der Innenstadt ein. Das Ergebnis seiner Bemühungen kann er nicht mehr erleben. Er starb in der vergangenen Woche

Er war einer der profiliertesten Mitglieder der Stadtverwaltung des öffentlichen Lebens in Mühldorf: Kurt Bimsberger, 80 hat über Jahrzehnte Mühldorf mitgeprägt, in der Kommunalpolitik und der Finanzverwaltung. Jetzt ist er gestorben.

Mühldorf - Fast sein ganzes Leben lang hat Kurt Bimsberger für die Stadt Mühldorf Sorge getragen. Von den ersten Schritten in der Stadtverwaltung, die er als Auszubildender mit 14 Jahren ging, über den Wechsel in den gehobenen Dienst, die langen Jahre als Kämmerer und schließlich nach seinem Ruhestand im Stadtrat: 66 Jahre war er für die Stadt engagiert, eine Zeitspanne, die jetzt mit seinem Tod endete.

48 Jahre arbeitete Bimsberger die Stadtverwaltung, ab 1986 leitete er als Kämmerer die Finanzverwaltung, stets mit dem Ziel, das Geld der Stadt zusammenzuhalten, um es für die notwendigen Dinge einsetzen zu können. Die Bürgermeister Josef Federer und Günther Knoblauch fanden ihn ihm einen loyalen Kopf, der jedoch seine eigenen Vorstellungen von einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik hatte und in die Diskussionen einbrachte.

Engagierte Auftritte als Fraktionschef im Stadtrat

Dass er diese Aufgabe mit seinem Ruhestand 2002 nicht niederlegte, zeichnete Bimsberger aus. Er engagierte sich stärker in die Kommunalpolitik, im Stadtrat übernahm er das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CSU. Zusammen mit Günther Rosenberger scheute sich im Stadtrat nicht, auch Gegenpositionen zu Bürgermeister Knoblauch aufzubauen. 2008 trat er nicht mehr zur Wahl an.

Zusammen mit seiner Frau Gusti, die er 1967 heiratete, hatte Bimsberger zwei Kinder Astrid und Kurt dazu kam Enkelsohn Julius. Von Mühldorf aus wurde die halbe Welt zum Ziel der Bimsbergers. Viele exotische Ziele lagen auf ihrer Reiseroute, bis ins letzte Jahr waren sie - häufig in einer Gruppe Gleichgesinnter - unterwegs, um fremde Länder zu erkunden.

Sportlich blieb Bimsberger dem SV Altmühldorf verbunden, für den er Fußball spielte und den Tennisschläger schwang. Bis zur Auflösung des Vereins war er dort aktiv, auch beim TSV Mühldorf spielte er Tennis. Bimsberger war ein ausgezeichneter Skifahrer. Im Februar musste sich Bimsberger einer Hüftoperation unterziehen, von der er sich gut erholte. Seitdem war er weniger unterwegs.

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Bis zuletzt blieb er seiner Stadt verbunden und engagierte sich für ihr Wohl. So stand Bimsberger bei der Bürgerversammlung im Haberkasten im November 2019 auf und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt eines Supermarkts in der Innenstadt, in der er lebte. Auch mit 79 Jahren ließ er nicht locker und forderte größere Bemühungen der Stadtverwaltung, die Nahversorgung im Altstadtbereich zu sichern. Jetzt ist er kurz nach seinem 80. Geburtstag in der Nacht auf Mittwoch überraschend zu Hause gestorben.

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