Ein Jahr der Menschlichkeit

Noch leuchten die Lichter der Weihnacht in Mühldorf, doch sie gehören schon fast der Vergangenheit an. Was wird das neue Jahr bringen? Was erwarten und wünschen sich Seelsorger aus dem Landkreis für 2020? Mayer

Das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres war für mich die Freisprechung unserer Auszubildenden im Berufsbildungswerk Don Bosco Aschau.

Was war für Sie das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres?

Hier wird immer deutlich, was junge Menschen schaffen können, welche mit irgendeiner belastenden oder physischen Einschränkung ihrer Ausbildung nachgehen.

Die gesamte Zeit der von der Arbeitsagentur unterstützten Maßnahme der Berufsvorbereitung und Berufsausbildung ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Beitrag zur „Menschwerdung“ des Einzelnen, weil sie an sich wachsen und reifen, weil sie selbstbewusster werden und mit einem erlernten Beruf in die Berufswelt gehen. Damit ist es ihnen möglich eine Existenz aufzubauen und Zukunft zu gestalten.

Wenn junge Menschen am Ende dieser Ausbildung sagen: „Ich hätte niemals gedacht, dass ich heute hier stehe und bin sehr dankbar für diese Zeit“ – dann kann man nur sagen, ja, es hat sich gelohnt in junge Menschen zu investieren.

Selbst freut es mich immer zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die täglich vieles leisten, um die jungen Menschen in der Zeit, in welcher sie in unserer Einrichtung sind, zu motivieren, sie zu verstehen, ihnen Wissen zu vermitteln, sie aufzubauen, wenn es mal nicht so klappt.

Der Spruch Don Boscos wird da immer erlebbar: „Ich möchte euch zeitlich und ewig glücklich sehen“ – der Moment der Freisprechung ist immer so ein Moment, wo glückliche Gesichter zu sehen sind. Was gibt es Schöneres, wenn junge Menschen selbstbewusst in die Zukunft gehen können.

Was ist die wichtigste Aufgabe im kommenden Jahr?

Die wichtigste Aufgabe im kommenden Jahr 2020 besteht für mich darin, weiterhin junge Menschen auf diesem Weg der Ausbildung in unserem Berufsbildungswerk Don Bosco Aschau zu begleiten. Dies zusammen mit dafür motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit Menschen, die sich einsetzen, um jungen Menschen Perspektiven zu öffnen, die ihnen Hoffnung geben, die ihnen Freude bereiten, die ihnen Sicherheit vermitteln und ein wenig von dem, was uns an Weihnachten immer so wichtig ist: Zeit füreinander zu haben, Zeiten, die wertvoll sind, Zeiten in denen man sich gern begegnet und Zeiten, in denen man auch gemeinsam Ziele entwickelt, durch welche junge Menschen mit physischen und psychischen Behinderungen in unserem Berufsbildungswerk gefördert werden.

Mein Neujahrswunsch:

Mein wichtigster Neujahrswunsch ist, dass ich allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und frohes neues Jahr wünsche, welches stets von Gottes reichem Segen begleitet werden möge. Ich wünsche mir ein Jahr in Frieden, ein Jahr in dem Menschlichkeit einen ganz großen Platz hat, wo es uns gelingt, die Fähigkeiten und Charismen der Menschen um uns herum zu erkennen, um miteinander uns in einer sich ständig verändernden Welt einzusetzen für eine Gesellschaft und Welt, in der man sich mit Respekt und Würde begegnet.

Pater Heinz Menz ist Direktor der Salesianer Don Bosco in Aschau.

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