Ja zum Energiesparen: Heldenstein beteiligt sich am kommunalen Energienetzwerk

Bei welchen kommunalen Liegenschaften lässt sich Energie einsparen? Für die kommunalen Gebäude – wie der Alte Wirt – im Ortskern könnte eine gemeinsame Heiztechnik überprüft werden.
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Bei welchen kommunalen Liegenschaften lässt sich Energie einsparen? Für die kommunalen Gebäude – wie der Alte Wirt – im Ortskern könnte eine gemeinsame Heiztechnik überprüft werden.

Die Gründung eines kommunalen Energienetzwerks in den Landkreisen Mühldorf und Altötting ist auf einem guten Weg. Einige Kommunen haben ihre Bereitschaft schon erklärt, jetzt ist mit Heldenstein die nächste Gemeinde dazugekommen. Der Gemeinderat gab in seiner jüngsten Sitzung seine Zustimmung.

Von Raphaela Lohmann

Heldenstein – Fensteraustausch, Wärmerückgewinnung oder eine neue Heiztechnik – es gibt viele Wege, um bei Gebäuden Energie einzusparen. Wie sich das bei kommunalen Liegenschaften am Besten bewerkstelligen lässt, bietet sich der Rat von Experten an. Diese Aufgabe könnte ein interkommunales Energienetzwerk in den Landkreisen Mühldorf und Altötting leisten. Welche Ziele es verfolgt und wie sich Wissen bündeln lässt, darüber klärte Katharina Zeiser vom Institut für Systemische Energieberatung (ISE) an der Hochschule Landshut auf.

Beratung und Austausch

Das Institut treibt aktuell mit der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach die Gründung eines kommunalen Energieeffizienznetzwerks voran, einige Gemeinden haben bereits ihre Teilnahme zugesichert. Aktuell betreut das ISE bereits mehr als 30 Kommunen und Landkreise über andere Netzwerke. Eine energietechnische Beratung und Netzwerktreffen – auf diese beiden Bausteinen setzt das Netzwerk. „Am Ende wollen wir uns daran messen lassen, wie viel Energie eingespart wird“, erklärte Katharina Zeiser. Konkret geht es darum, energetische Maßnahmen bei kommunalen Liegenschaften teilnehmender Gemeinden umzusetzen. Bei vierteljährlichen Netzwerktreffen können sich die Kommunen untereinander über ihre Erfahrungen austauschen.

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Wie gehen die Experten vor? Drei Jahre Zeit bleiben von der Datenaufnahme bis zur erfolgreichen Umsetzung. Im ersten Schritt werden die kommunalen Liegenschaften unter die Lupe genommen und die Daten aufgenommen. „Gemeinsam werden Ziele definiert, wo wie viel Energie eingespart werden soll“, erklärte Katharina Zeiser. Im zweiten Jahr liegt der Fokus auf einer Detailbetrachtung, spätestens im dritten Jahr geht es an die Umsetzung. Die Planung, Ausschreibungen oder das Stellen von Förderanträgen geht über das Institut, die Ausführung übernimmt ein Planungsbüro. Mit 70 Prozent wird das Projekt gefördert, sodass für die Gemeinde Heldenstein in den drei Jahren Laufzeit Kosten von 13 800 Euro entstehen. „In anderen Netzwerken wurden die Ziele immer erreicht“, erzählte Katharina Zeiser von den Erfolgen.

Dem Energienetzwerk positiv aufgeschlossen gegenüber steht Georg Stöckl (UWG): „Energieeffizienz ist ein Thema der Zukunft.“ Es sei daher besser, wenn das Institut die Aufgabe übernehmen würde, als wenn die Gemeinde ohne Fachleute agiert. „Das muss man sich leisten, aber es zahlt sich aus“, war er überzeugt.

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Als eine mögliche Maßnahme brachte er eine gemeinsame Heiztechnik für Rathaus, Kinderkrippe, Feuerwehr und Alter Wirt vor. „Die Gebäude stehen nah zusammen und lassen sich mit der richtigen Wärmeversorgung bündeln.“ Ein Gedanke, den auch bereits Bürgermeisterin Antonia Hansmeier in Vorgesprächen gegenüber dem Institut vorgebracht hat.

Eine Überlegung, bei dem das ISE tatsächlich zur Seite stehen kann. „Wir bewerten Einsparungen ökologisch und wirtschaftlich und übergeben dann an die Fachplaner“, beschrieb Katharia Zeiser. Auch ob sich die Zusammenarbeit zum Beispiel mit einem privaten Investor für ein Blockheizkraft – wie es Betram Häußler (UWG) vorbrachte – sich lohnt, kann das ISE bewerten.

Gemeinden teilen sich die Kosten

Die Gemeinde Rattenkirchen hat sich bereits für das Energienetzwerk ausgesprochen. Der Eigenanteil der Netzwerkkosten soll in der Verwaltungsgemeinschaft jeweils hälftig getragen werden. Sollte in einer der Gemeinden deutlich mehr Beraterstunden anfallen, dann könnten die Kosten anhand der tatsächlich angefallenen Beraterstunden aufgeteilt werden.

Einstimmig gab der Gemeinderat sein OK für den Beitritt zum kommunalen Energienetzwerk in Altötting und Mühldorf. Verbindlich wird es für die Gemeinde erst, wenn der Vertrag unterzeichnet ist. Im Frühjahr 2021 will das Netzwerk an den Start gehen.

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