Gegen Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus

Integrationspreis für Buchbacher Schule: Es kommt auf die innere Haltung an

Freuen sich über den Integrationspreis, mit dem die Schule ausgezeichnet wurde: Integrationsbeauftragte Bettina Mühlbauer, Felix Wandinger, Konrektor Markus Mayerhofer, Ela Akyildiz, Hannah Bürger, Simona Rott, Rektor Dr. Simon Dörr und Lehrer Harald Langmeier, der federführend beim Entwurf des Logos war.
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Freuen sich über den Integrationspreis, mit dem die Schule ausgezeichnet wurde: Integrationsbeauftragte Bettina Mühlbauer, Felix Wandinger, Konrektor Markus Mayerhofer, Ela Akyildiz, Hannah Bürger, Simona Rott, Rektor Dr. Simon Dörr und Lehrer Harald Langmeier, der federführend beim Entwurf des Logos war.
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Seit zwölf Jahren gibt es den „Oberbayerischen Integrationspreis“ mit dem das Innenministerium Initiativen aus Bildung, Kultur, Arbeit, Wirtschaft, Soziales und Sport auszeichnet. Preisträger ist diese Mal die Grund- und Mittelschule Buchbach, wo man aktiv gegen Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus eintritt.

Buchbach – Dafür ist die Schule zum einen im März zur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ geworden. Zum anderen hat eine Jury unter unter Beteiligung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus insgesamt 52 Projekten ausgewählt und die Schule mit dem Integrationspreis in der Kategorie Bildung/Kultur in Höhe von 1150 Euro ausgezeichnet. Geld, das sie gut brauchen können, wie Schulleiter Dr. Simon Dörr sagt. Damit werde man das Projekt „Gewaltfreie Kommunikation“ weiter finanzieren können.

Integration und Inklusion muss in der Schule thematisiert werden

Jeder ist gleich. Das ist ein Leitsatz, der in der heutigen Gesellschaft immer wichtiger wird, denn „das Klima im Umgang miteinander wird zunehmend rauer“, sagt Dörr. Deshalb habe sich die Schulfamilie (Schüler, Eltern und Lehrer) 2018 überlegt, wie man Themen wie Integration und Inklusion transportieren könne. Klassenintern wurde eine Projektwoche zum Thema Rassismus und Mut organisiert. Schließlich brauche man Mut, dem Alltagsrassismus entgegenzutreten, sagt Dörr.

Eine Säule ist die „Gewaltfreie Kommunikation“

Eine weitere Säule des Projektes ist sogenannte „Gewaltfreie Kommunikation“. Dazu holte man sich mithilfe von Spendengeldern den GfK-Coach Peter Baum aus München an die Schule, der alle sechs Wochen an die Schule kommt und drei Stunden lang mit den einzelnen Klassen gewaltfreien Kommunikation übt. So hat er in der ersten/zweiten Klasse, wie Felix Wandinger begeistert erzählt, die Geschichte von der Giraffe und dem Wolf vorgetragen, die sich dank wertschätzender Kommunikation auf eine Zusammenarbeit verständigen. Ela Akyildiz hat dabei das „Gefühlsmonster“ kennengelernt. Mithilfe von kleinen Kärtchen hilft es den Kindern, ihre Gefühle zu beschreiben. Hannah Bürger und Simona Rott aus der siebten Klasse versuchen bereits, mit der wertschätzenden Kommunikation zu arbeiten, auch wenn Corona verhindert hat, dass der GfK-Coach regelmäßig zu ihnen in die Klasse kommen konnte. Beide räumen ein, dass es „nicht ganz einfach ist“, GfK-gemäß zu sprechen.

Ziel ist, eine Haltung zu entwickeln

Für Rektor Dürr ist es wichtig, dass die Kinder aus diesem Projekt mitnehmen, dass „alle als gleichberechtigt akzeptiert werden“. Ziel sei es, eine entsprechende Haltung zu entwickeln und auch zu vertreten.

Deshalb hat man auch ein entsprechendes Logo entwickelt. Unter dem Motto „Jeder ist anders, alle sind gleich“ hat Harald Langmeier mit den Schülern das Logo in Form eines Schutzschildes entworfen, in dessen Mitte das Schullogo ist. In dem Schild sind verschiedene Handlungsempfehlungen wie „Aufeinander achten“ oder „Miteinander helfen“. Geplant waren auch ein Theatertag zum Thema „Respekt“ mit dem mobilen ueTheater aus Regensburg mit Stücken zu Extremismus (für Mittelschule) und Mobbing (für Grundschule) sowie eine Projektwoche. Beides musste coronabedingt erst einmal auf Eis gelegt werden.

Bürgermeister Thomas Einwang (CSU/Parteifreie - WVR), der die Patenschaft für das Projekt übernommen hatte, ist „stolz darauf, was die Schule auf die Beine gestellt hat“. Es sei wichtig, „Menschen nicht auszugrenzen, sondern Probleme miteinander anzugehen“. Deshalb sei er begeistert, was die Schule mit der Schulleitung, die seit zwei Jahren aktiv ist, alles auf die Beine stellt. Er wünscht sich, dass der Preis Ansporn ist, weiter an dem Projekt zu arbeiten.

Ein „Beitrag zu gelingender Integration“

Dabei hat die Schule die Auszeichnung noch nicht bekommen, das soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Innenminister Joachim Hermann würdigt das Engagement der Preisträger dennoch: „Mit Ihrem unermüdlichen Einsatz tragen Sie zu gelingender Integration bei. Sie leben für Migranten auf besondere Weise unsere Werte der Solidarität und Mitmenschlichkeit vor“, heißt es in einer Presseerklärung.

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