Integration durch Bildung

Die letzten Schülerinnen und Schüler der Berufsintegrationsklassen, die ihren Abschluss am BSZ machten. Künftig werden diese Klassen nur noch an der BS I beschult. Bei der Zeugnisübergabe: Schulleiter Maximilian Heimerl (links) und Lehrerin Veronika Strigl (Zweite von rechts). Wag ner

Mühldorf. – Aus den Händen von Schulleiter Max Heimerl haben auch 21 Asylbewerber und Flüchtlinge im Rahmen der Abschlussfeier am Beruflichen Schulzentrum in Mühldorf ihr Abschlusszeugnis der Berufsintegrationsklassen erhalten.

Etwa die Hälfte erhielt auch die Bestätigung über den erfolgreichen Mittelschulabschluss.

In zwei Jahren wurden sie intensiv vor allem in der deutschen Sprache, in Wertebildung, unserem Rechtssystem und erster beruflicher Orientierung unterrichtet. Ziel war es, die jungen Menschen auf eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule vorzubereiten. Aufgrund der inzwischen stark gesunkenen Flüchtlingszahlen, wird ab diesem Schulhalbjahr die Flüchtlingsbeschulung an den Berufsschulen im Landkreis Mühldorf wieder an der Staatlichen Berufsschule I konzentriert.

Im Jahr 2017 gab esinsgesamt 24 Klassen

Das Berufliche Schulzentrum an der Innstraße startete 2016 mit insgesamt 161 Asylbewerbern und Flüchtlingen in acht Klassen an drei Standorten. Der Höhepunkt der Flüchtlingsbeschulung wurde Mitte 2017 mit insgesamt 24 Klassen für Asylbewerber und Flüchtlinge im Landkreis erreicht. Mühldorf war damit der erste Landkreis in ganz Deutschland, der allen schulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen ein schulisches Angebot bieten konnte. „Wir haben es für richtig und wichtig erachtet, allen berufsschulpflichtigen Asylbewerbern und Flüchtlingen frühzeitig einen geregelten Tagesablauf, eine konkrete Aufgabe und schulische Perspektiven von Anfang an zu bieten. Auch für diejenigen Flüchtlinge, die inzwischen unser Land wieder verlassen mussten, war und ist es der richtige Weg, denn das Wissen über unsere Kultur, unsere Arbeitswelt und unsere Sprache nutzt diesen Menschen auch in ihren Heimatländern“, so Heimerl. Die Zusammenarbeit der Berufsschulen mit der Stabsstelle „Lernen vor Ort“ und der Ausländerbehörde des Landratsamtes sowie mit dem Berufsbildungswerk Don Bosco in Waldwinkel, die die sozialpädagogische Betreuung übernommen haben, habe diese Anstrengung überhaupt erst möglich gemacht, so Heimerl.

Aktuell werden an der Berufsschule I fünf Berufsintegrationsklassen, eine Klasse zur Alphabetisierung und zusätzlich zwei Klassen in der Dependance des Ankerzentrums Waldkraiburg geführt. wag

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