Infocenter zur Ausbaustrecke 38 in Mühldorf eröffnet

Gemeinsam durchgeschnitten(von links): Klaus-Peter Zellmer, Dr. Martin Huber, Dr. Marcel Huber, Klaus-Dieter Josel, Landrat Georg Huber, Marianne Zollner und Konrad Heuwieser eröffnen das Infocenter.rath

Mühldor. f – Das Infocenter zur Ausbaustrecke 38 in Mühldorf ist feierlich eröffnet worden.

Die 135 Kilometer lange Ausbaustrecke, die von München über Mühldorf nach Freilassing führt, werde 3,5 Milliarden Euro kosten, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Klaus-Dieter Josel, im Rahmen der Eröffnung. Die Züge werden auf der Strecke mit bis zu 200 Stundenkilometern unterwegs sein. Aktuell erreichen sie zwischen 120 und 140 Stundenkilometer.

Josel stellte heraus, dass die Deutsche Bahn mit dem Informationszentrum am Mühldorfer Bahnhof den Dialog mit der Bevölkerung suchen wolle – mit Betroffenen und Interessierten. Im Erdgeschoss befindet sich auf 80 Quadratmetern eine Ausstellung zum Thema ABS 38, im Obergeschoss ist ein großzügiger Mehrzweckraum zu finden. In der Ausstellung erwarten Filme, Texte, Grafiken und Exponate die Besucher. Das Gebäude, in Containerbauweise errichtet, kostete rund 600 000 Euro.

Die evangelische Pfarrerin Susanne Vogt und Stadtpfarrer Roland Haimerl übernahmen die kirchliche Segnung des Gebäudes. Information sei wichtig, so Haimerl, jetzt wisse auch er, dass „ABS“ Ausbaustrecke bedeute. Susanne Vogt bezeichnete den Menschen als „Reisenden von Anfang an“, schon in der Apostelgeschichte reiste der Apostel Paulus von Asien nach Rom und erlitt Schiffbruch. Dies solle den Reisenden mit der Bahn nicht passieren.

CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber hob das Jahr 1871 heraus, damals sei die Bahnlinie München - Mühldorf eröffnet worden. Spötter würden behaupten, so Huber, seit damals habe sich nicht viel geändert. Geändert habe sich aber einiges, sagte Huber. Heute sei der Bedarf an Güter- und Personenverkehr immens gestiegen. Das Dilemma: Einerseits werde der Ausbau des deutschen Schienennetzes vehement gefordert, andererseits erschweren Fragen zum Lärmschutz, zu Stromleitungs- und Grundstücksfragen diesen Ausbau erheblich. Eine Lösung sieht Dr. Marcel Huber als allererstes in der Transparenz: Mit den Betroffenen müsse gesprochen werden, ihnen müsse erklärt werden, was auf sie zukommt.

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner hält derartige Ausbaumaßnahmen in Zeit des Klimaschutzes für unverzichtbar, um die Mobilität der Zukunft weitestmöglich auf die Schiene zu verlegen. Für Mühldorf sei die Anbindung an die Europäische Bahnmagistrale von München über Salzburg nach Wien von großer Bedeutung.

Laut Josel werden die österreichischen Railjets, also die österreichischen Hochgeschwindigkeitszüge, Mühldorf in Bälde passieren. Ob sie halten, das ist noch Zukunftsmusik. hra

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