In einem Jahr will Kraiburg baden gehen: Neues vom Naturbad-Projekt

Ein Ausschnitt aus dem Entwurfsplan vermittelt einen Eindruck, wie die künftige Naturbade-Landschaft mit Schwimmbecken und Nichtschwimmerbereich sowie einem Wasserlauf für die Kinder, einem Kiosk und den verschiedenen Funktionsanlagen aussehen wird.  Wasserwerkstatt
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Ein Ausschnitt aus dem Entwurfsplan vermittelt einen Eindruck, wie die künftige Naturbade-Landschaft mit Schwimmbecken und Nichtschwimmerbereich sowie einem Wasserlauf für die Kinder, einem Kiosk und den verschiedenen Funktionsanlagen aussehen wird. Wasserwerkstatt
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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„Endlich geht es voran“, sagt Bürgermeisterin Petra Jackl und macht den Kraiburgern Hoffnung, dass sie im Spätsommer 2021 im neuen Naturbad baden gehen können. Um so weit zu kommen, waren in den vergangenen Monaten noch einige dicke Bretter zu bohren.

Kraiburg – Unter anderem musste die Gemeinde den Planer wechseln. Und: Die Anlage wird teuerer als noch im Frühjahr angenommen.

Planung in einigen Punkten geändert

Im Mai hatte der Gemeinderat erfahren, dass der bisherige Planer das Projekt nicht ausschreiben kann. Bei der hohen Bausumme und den Fördermitteln braucht es aber eine Ausschreibung. Jetzt arbeitet die Gemeinde mit der Wasserwerkstatt in Bamberg zusammen, die die Entwurfsplanung übernommen hat. Das Büro bringe viel Erfahrung mit, so Jackl. Seit 2001 plant die Werkstatt Naturbäder, unter anderem das Bad in Mitterskirchen bei Eggenfelden, das vor Kurzem eröffnet wurde.

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Der Wechsel des Planers hat einige Veränderungen mit sich gebracht, weil die Technik, die der bisherige Planer anwendet, „nicht eins zu eins übernommen werden konnten“. So kommt etwa ein anderes Filtersystem zum Tragen, mit einem Filterbecken und einem externen Trockenfilter. Das neue Bad bleibt ein Naturbad. Doch es wird kein klassischer Badeteich mit sanft ansteigendem Ufer. In der Mitte befindet sich vielmehr ein Betonbecken, dessen Wände 25 Zentimeter unter der Wasseroberfläche enden. Das Schwimmbecken ist 37 mal zwölf Meter groß.

Neu: ein Bachlauf für die Kleinkinder

Nur am Rand der Wasserfläche sind Aquakulturen. Neu ist auch ein Bachlauf am Nichtschwimmerbereich, wo die Kinder planschen, spielen und mit Sand Wasser aufstauen können. Das Pumpenhaus wird weiterverwendet.

Gesamtpaket kostet 1,3 Millionen Euro – Gemeinde muss 830 000 Euro tragen

In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Gemeinderat die Planung bereits abgesegnet, ebenso die Kostenschätzung. Die Veränderungen, etwa der 90.000 Euro teuere Bachlauf, der in der bisherigen Planung nicht vorgesehen war, machen das Projekt teuerer, um insgesamt gut 150.000 Euro. Das Gesamtpaket inklusive Baunebenkosten kommt auf rund 1,3 Millionen Euro brutto. 289 000 Euro hat der Bund zugesagt, dazu kommen 200.000 Euro Leader-Förderung. Geschätzt rund 827.000 Euro entfallen auf die Gemeinde.

Die Entwurfsplanung soll laut Bürgermeisterin bis Ende September abgeschlossen sein. Nach Detailplanung und Ausschreibung im Herbst und Submission im Januar soll Anfang März Baubeginn sein. „Dann können wir im Spätsommer 2021 noch im Naturbad baden gehen“.

Förderverein steht voll hinter der neuen Variante

Josef Wimmer, Vorsitzender des Fördervereins Naturbad, der eng in die Planungen mit einbezogen ist, freut sich darüber, dass es nach den neuen Verzögerungen nun endlich eine finale Planung gibt. „Wir vom Förderverein stehen voll hinter der Variante, die der Gemeinderat beschlossen hat“, sagt er auf Anfrage. Wimmer, der auch bei einem Ortstermin in Mitterskirchen dabei war und das dortige Bad privat schon besucht hat: „Von der Größe her ist das Kraiburger Bad sehr ähnlich. Wenn es so realisiert wird, dann haben wir eine gute Lösung.“

Freizeitgelände liegt vorläufig auf Eis

Während es beim Naturbad zügig weitergehen soll, wurde das Freizeitgelände, das in unmittelbarer Nachbarschaft geplant ist, vorläufig zurückgestellt. Von den geschätzten Kosten in Höhe von rund 430.000 Euro deckt 190.000 Euro die Leaderförderung ab, die ebenfalls bereits zugesagt war. „Wir konzentrieren uns vorerst auf den Bau des Naturbades und danach kümmern wir uns um das Freizeitgelände“, so Jackl, die dies damit begründet, dass die Gemeinde noch abwarten will, wie sich die Pandemie auf den Haushalt auswirkt.

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