Ortstermin auf dem Friedhof

Immer mehr Feuerbestattungen: Stadt Töging schafft eine neue Form des Gedenkens

An der Stelle von drei bis vier aufgelösten Familiengräbern sollen künftig zwei Urnengrabstätten entstehen, in denen bis zu 64 Verstorbene ihre letzte Ruhe finden können.Becker
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An der Stelle von drei bis vier aufgelösten Familiengräbern sollen künftig zwei Urnengrabstätten entstehen, in denen bis zu 64 Verstorbene ihre letzte Ruhe finden können.Becker
  • Peter Becker
    vonPeter Becker
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Die stetig wachsende Zahl an Feuerbestattungen stellt die städtische Friedhofsverwaltung vor neue Herausforderungen. Fast jede dritte Beisetzung findet auch in Töging inzwischen auf diese Weise statt. Bei einem Ortstermin einigte sich der Stadtrat auf neue Bestattungsmöglichkeiten

Töging – Bisher konnten die Verstorbenen auf dem Friedhof an der Erhartinger Straße in Urnenwänden, Urnenstelen oder seit 2017 auch in Form der Baumbestattung ihre letzte Ruhestätte finden.

Da Urnengräber weniger Platz brauchen und der Stadtrat zudem im vergangenen Jahr die Ruhezeit der Grabmale von 15 auf zehn Jahre gesenkt hatte, sind auf dem Friedhof an der Erhartinger Straße schon seit Längerem einige Freiflächen entstanden. Der Bauausschuss einigte sich beim Ortstermin einstimmig darauf, zwei neuartige Urnengrabstätten zu installieren.

So ähnlich wie dieser halbe Urnenring in Aichach wird die neue Urnenbestattungsmöglichkeit in Töging aussehen.

Insgesamt Platz für bis zu 4 Urnen

„Es muss schon eine Stelle sein, wo das rein passt“, begründete Bürgermeister Tobias Windhorst die Wahl des Ortes in der Sektion 11 des städtischen Friedhofs. Die beiden Grabmäler werden dort ab dem kommenden Jahr den Platz von etwa drei aufgelösten Einzelgräbern einnehmen.

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Wahl zwischen einem halben Urnenring und einer rechteckigen Form

Bei der Wahl der Form folgten die Stadträte dem Vorschlag von Steinmetz Hermann Moser aus Neumarkt St. Veit. Hinterbliebene sollen künftig an dieser Stelle die Wahl zwischen einem halben Urnenring und einer rechteckigen Form haben. Unter jeweils acht Grabsteinen können dort dann insgesamt bis zu 64 Urnen bestattet werden.

„Es hat sich gezeigt, dass vielen Hinterbliebenen bisher die Möglichkeit zum Gedenken nicht ausreicht“, erklärte der Bürgermeister dieses im Vergleich zu den bisherigen Urnengräbern verbesserte Angebot.

Grabschmuck war bisher ein Problem

So war zwar 2017 im Südwesten der Friedhofsanlage bereits eine Möglichkeit zu Baumbestattungen eingerichtet worden, dort können aber beispielsweise keine eigenen Pflanzungen vorgenommen werden und auch Grabschmuck stellt ohne eine weitere Einfassung ein Problem dar, wie Friedhofsangestellte berichten.

Flache Grabsteine in Metallformen

Mehr Platz für Grabschmuck wird es bei den neuen Urnengräbern geben.

Die neuen Grabstätten, bei denen flache Grabsteine in Metallformen eingelassen sind, stellen dort einen Kompromiss dar, der ein würdiges Andenken ermöglicht und trotzdem pflegeleicht bleibt. Die Steine sollen dem Beschluss zufolge jeweils eine einheitliche Schriftart tragen.

Enorme Kosten bei eigenem Grab

„Mit dieser Lösung bleiben auch die Nutzungsgebühren günstig“, sagte Tögings Bürgermeister weiter. Denn, wie das Stadtoberhaupt vermutet, ist ein Grund für die sinkende Zahl an Erdbestattungen, dass beispielsweise die Neuanlage eines eigenen Grabes mit einigen Kosten für die Hinterbliebenen verbunden seien.

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