Weitere Ehrenamtliche gesucht

Im Paten-Projekt im Kinderhort der AWO Mühldorf sollen Erwachsene Kinder an Bücher heranführen

Damit Kinder Spaß am Lesen bekommen: Anika Stiller (links) und Jessica Zerr vom AWO-Kinderhort in Mühldorf haben das Lese-Paten-Projekt erfunden. Meier
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Damit Kinder Spaß am Lesen bekommen: Anika Stiller (links) und Jessica Zerr vom AWO-Kinderhort in Mühldorf haben das Lese-Paten-Projekt erfunden. Meier
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Wenn Kleine von Großen Lesen lernen: Darum ist das Projekt der Lesepaten so wichtig. In Mühldorf gibt es dafür sogar tierische Unterstützung.

Mühldorf – Anika Stiller, Einrichtungsleiterin des AWO Kinderhorts, weiß wie enorm wichtig Lesen für Kinder ist. Aus diesem Grund rief sie mit ihrem Team das Projekt Lesepaten ins Leben, das Groß und Klein Freude machen soll. „Hintergrund ist, dass wir schon immer den Fokus auf die Förderung der Lese- und Sprachkompetenz gelegt haben. Deshalb kam uns diese Idee“, erzählt die 34-Jährige.

Ein Angebot für 80 Kinder

Über den Mühldorfer Anzeiger suchten Stiller und ihre Kolleginnen ehrenamtliche Lesepaten. „Unser Motto: Ein Kind das liest, wird ein Erwachsener sein, der denkt, kam bei den Leuten richtig gut an. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich viele Menschen, die uns bei unserem Projekt unterstützen wollen“, erzählt Stiller. „Das Ziel ist, die Freude am Lesen zu wecken und die Lesefähigkeit und Lesekompetenz der Kinder zu erhöhen.“ 80 Kinder betreuen Stiller und ihr Team.

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Ein Problem gibt es allerdings. Corona und das damit verbundene Kontaktverbot. Deshalb müssen die Kinder des AWO Kinderhorts, wie auch ihre Leseonkels- und Lesetanten noch ein bisschen Geduld haben, bis es endlich losgehen kann.

Das Projekt begleitet Erzieherin Jessica Zerr. Sie ist Ansprechpartnerin für Eltern, Kinder und auch die Lesepaten. „Bei uns gibt es kein Vorlesen, sondern ein dialogisches Lesen. Wir haben eine horteigene Bibliothek und machen Besuche in der Stadtbibliothek. Die Kinder haben die Möglichkeit für sich selbst das passende Buch zu finden und mit dem gehen sie dann zu ihrem Lesepaten.“

Das Kind liest, der Pate stellt Fragen

Das Kind liest aus seinem Lieblingsbuch vor, der Pate stellt Fragen zur Geschichte und sie sprechen darüber. Es gebe Kinder, die sich mit Lesen leichter tun als andere. „Das Tempo richtet sich daher ganz nach dem Kind.“

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Dass Kinder entscheiden dürfen ob und was sie lesen sei enorm wichtig. Sie sollten auch selbst bestimmen, wem sie ihr Buch vorstellen wollen, denn schließlich entscheide oft Sympathie darüber, ob man mit jemandem Spaß habe oder nicht.

Sogar ein Lesehund ist dabei

Die lesebegeisterten Paten kommen aus verschiedenen Bereichen. „Kristin Schweighofer, deren Tochter Lydia bei uns im Hort ist, pensionierte Lehrkräfte, Senioren und sogar Regina Haumaier mit ihrem Lesehund Pauline wollen uns tatkräftig unterstützen.“ Die Hündin setzt oder legt sich neben das Kind, während es liest. Sie hört dem Kind zu. „Die Ruhe des Hundes überträgt sich auf das Kind. Die Kinder lieben das“, erklärt sie.

Auch ein „Lese-Opa“ hat das Team vom Kinderhort sofort begeistert. „Der ältere Herr bezeichnet sich selbst als Lese-Opa. Er möchte für die Kinder wie ein Großvater sein, der ihnen die Freude am Lesen vermittelt.“

Interview: Vier Fragen an Anika Stiller

Frau Stiller, wie sieht so eine Lesestunde aus?

Anika Stiller: Im Hort werden etwa drei bis vier Lesepaten sein, die sich jeweils eineinhalb Stunden um die Kinder kümmern. Es gibt kleine Gruppen aus sechs bis acht Kindern. Für jedes einzelne Kind nimmt sich der Lesepate etwa 15 Minuten Zeit. Die Kinder sind nicht in Gruppen, sondern einzeln, damit sie im Mittelpunkt stehen.

Was wäre besonders wichtig für Ihr Projekt?

Stiller: Lesepaten sind ganz wichtig. Ein Leseraum wäre schön. Den gibt es eigentlich schon, doch aufgrund der aktuellen Beschränkungen ist er noch leer und verwaist. Würden sich ehrenamtliche Unterstützer finden, die den Leseraum Corona- und kindgerecht einrichten und die Behörden es erlauben, könnte das Projekt vielleicht schon bald starten. Das wäre toll.

Was zeichnet Ihr Konzept im Kinderhort aus?

Stiller: Bei uns ist alles familiär. So ein Hort wie unser ist ein kleiner Rahmen. Man kann besser auf jedes einzelne Kind eingehen. Das sieht man an der positiven Entwicklung der Kinder. Die Politik sollte den Fokus nicht nur auf die Betreuung legen, sondern ganz besonders darauf, dass die Bedürfnisse der Kinder so individuell wie möglich erfüllt werden.

Wen würden Sie sich als Lesepaten wünschen?

Stiller: Wir würden gerne unseren Bürgermeister einladen. Dass er mit den Kindern mal liest. Schuldirektoren, Prominente. Jeder ist willkommen. Kinder brauchen Vorbilder. Wenn sich unser Bürgermeister Zeit für unser Projekt nehmen würde, wäre das für alle etwas ganz Tolles.

Lesepaten gesucht

Es geht um die gemeinsame Freude am Lesen: Kirstin und Lydia Schweighofer.

Wer das Projekt „Lesepaten“ und den Leseraum für das AWO Kinderhort unterstützen möchte, erreicht den AWO Kinderhort unter 0 86 31/74 47 oder per E-Mail unter awo-kinderhort@t-online.de.

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