Landrat fordert Konsequenzen

Illegaler Rindertransport aus dem Landkreis Mühldorf nach Usbekistan aufgeflogen

Tiere des Fleckviehzuchtverbandes Mühldorf landeten auf einem illegalen Transport.
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Tiere des Fleckviehzuchtverbandes Mühldorf landeten auf einem illegalen Transport.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Der Zuchtverband für Fleckvieh Oberbayern Ost hat 30 trächtige Kalbinnen nach Ungarn verkauft. Diese Zuchtrinder landeten aber in Usbekistan. Ein klarer Verstoß gegen ein in Bayern geltendes Verbot.

München/Mühldorf – Seit März 2019 besteht in Bayern ein Verbot für die Lieferung von Tieren in Risikogebiete. Dazu zählt Usbekistan. Mühldorfs Landrat Max Heimerl sagt über den jetzt aufgeflogenen Fall einer illegalen Lieferung: „Wir ermitteln gründlich und tolerieren keinerlei Verstöße gegen den Tierschutz.“

Veterinäre aus Landshut sollen über ihre ungarische Kollegen von diesem Vorfall erfahren haben, dass die Tiere direkt nach Usbekistan weitergeleitet wurden.

Zuchtverband handelte nach Vorschriften

„Wir haben nichts Illegales gemacht. Wir haben nach den bestehenden Vorschriften gehandelt. Die Tiere waren von uns für Ungarn klassifiziert“, erklärte Josef Frank, Verbandsverwalter des Zuchtverbandes für Fleckvieh. So stehe es auch in den Papieren. Wenn die Tiere in Ungarn 48 Stunden gestanden sind, dann haben man keine rechtlichen Möglichkeiten mehr. Frank beteuert: „Wir haben nichts davon gewusst, dass die Tiere in Usbekistan gelandet sind.“

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Das Landratsamt Mühldorf überprüft derzeit Tiertransporte nach Ungarn, bei denen gegebenenfalls ein Verstoß gegen Tierschutzrecht im Raum steht. Die Tiere könnten in Drittländer weitertransportiert worden sein, bei denen die Versorgung auf dem Transportweg nicht gewährleistet ist.

Veterinäramt will sich Einzelfälle genauer anschauen

Hintergrund ist ein dokumentierter Fall im europäischen System „Traces“, der einen Weitertransport nach Usbekistan ausweist. Das Landratsamt stimmt sich derzeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ab, ob hier ein sanktionierbarer Verstoß gegen den Tierschutz vorliegt.

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Vorstoß für Verbot von Tiertransporten in Nicht-EU-Länder

Genehmigungen für Transporte nach Ungarn werden für die betroffene Firma bis auf weiteres vom Veterinäramt Mühldorf nicht mehr erteilt. Im Übrigen werden Anträge auf Transportgenehmigungen vom Veterinäramt einer genauen Einzelfallprüfung unterzogen.

Umweltminister Glauber will rechtliche Schlupflöcher schließen

Darüber hinaus läuft aktuell auch eine Anfrage beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, um zu überprüfen, ob es Hinweise auf weitere tierschutzrechtlich bedenkliche Weiter-Transporte aus Ungarn gibt.

Landrat Heimerl fordert von Bund und EU, dass rechtliche Schlupflöcher im Tierschutzrecht geschlossen werden müssen. Er begrüßt daher, dass Staatsminister Glauber sich an die EU-Kommission gewandt hat, um rechtliche Nachbesserungen in der EU-Tiertransportverordnung zu erreichen. Bayerns Umweltminister fordert die EU-Kommission auf, die rechtlichen Schlupflöcher dieser Tiertransporte zu schließen.

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