Hurra, es ist Wahlkampf

Sechs lange Jahre war es im Mühldorfer Stadtrat fad.

Zu viele sachliche Wortmeldungen, manchmal durften sogar ungeliebte Stadträte ausreden, selbst die Langredner wurden ertragen.

Damit ist es jetzt zum Glück vorbei – hurra, es ist Wahlkampf, endlich neigt sich der gegenseitige Respekt wieder hörbar Richtung Niveau null. Gern genommen werden persönliche Beleidigungen und scharfe Attacken, aggressives Hin und Her und Kopfschütteln, sollte der andere auch eine Meinung haben. Genauso muss es sein, es läuft.

Sportlich ausgedrückt, ist einigen der Start glänzend geglückt, sie sind schon in vollem Tempo. Ein paar andere dürften bald in den Sprint einsteigen, auf die „Nachhechler“ kann dabei kaum Rücksicht genommen werden.

Bleibt am Ende nur die Frage, ob es der Stadtrat in der kurzen Zeit bis zum Wahltag tatsächlich schafft, das große Ziel zu erreichen.

Denn wer allzu schnell rennt, kommt bald aus der Puste, muss innehalten, Luft schnappen. Sprinter sind für lange Strecken einfach nicht gemacht. Der Nullpunkt rückt in unerreichbare Ferne.

Vom Ende des Wahlkampfs aus dem Rhythmus gebracht, kehren Respekt und Sachlichkeit, mit anderen Worten, harmonischer Schlendrian, zurück. Spätestens dann, wenn die Schachereien um Posten und Pöstchen im neuen Stadtrat ausgestanden sind.

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