Hundert Prozent Präsenzunterricht: Gemeinde Aschau mietet Schulungsräume für Grundschule an

Für größere Veranstaltungen, wie etwa das oberbayerische Schulmusikfest vor zwei Jahren, hat die Papst Benedikt XVI.-Grundschule in Aschau die Gemeindehalle wiederholt genutzt. Jetzt bietet die Dreifach-Mehrzweckhalle neben Schulungsräumen im Berufsbildungswerk Waldwinkel den Raum, den die Schule braucht, um zu hundert Prozent Präsenzunterricht sicherstellen zu können, wenn andere Schulen wegen Corona wieder auf Wechselunterricht umstellen müssen, um die Abstände halten zu können.
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Für größere Veranstaltungen, wie etwa das oberbayerische Schulmusikfest vor zwei Jahren, hat die Papst Benedikt XVI.-Grundschule in Aschau die Gemeindehalle wiederholt genutzt. Jetzt bietet die Dreifach-Mehrzweckhalle neben Schulungsräumen im Berufsbildungswerk Waldwinkel den Raum, den die Schule braucht, um zu hundert Prozent Präsenzunterricht sicherstellen zu können, wenn andere Schulen wegen Corona wieder auf Wechselunterricht umstellen müssen, um die Abstände halten zu können.

Selbst wenn die Corona-Fallzahlen wieder steigen sollten und im Schulunterricht größere Abstände einzuhalten sind, will die Gemeinde Aschau ihren Grundschülern zu hundert Prozent Präsenzunterricht ermöglichen. Um dies sicherzustellen, öffnet sie ihren Hallen und mietet große Schulungsräume in Waldwinkel an.

Aschau – „Ich wünsche mir einen ganz normalen Schulstart. Dass wäre so wichtig für die Kinder“, sagt Kirstin Wolf, Leiterin der Papst Benedikt XVI.-Grundschule in Aschau. Doch selbst wenn sich das Corona-Virus im Herbst wieder ausbreitet und die Schulen zum Wechselunterricht wie im Sommer zurückkehren müssten, ist die Grundschule Aschau wohl als einzige Schule im Landkreis gerüstet für hundert Prozent Präsenzunterricht. Die sechs Klassen werden dann in der Gemeinde- und in der Turnhalle unterrichtet sowie in Schulungsräumen des Berufsbildungswerks Waldwinkel (BBW).

Plan B für sechs Grundschulklassen

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, meint Bürgermeister Christian Weyrich (CSU). Er hatte die Idee, nach Waldwinkel auszuweichen und dort Räume für den Grundschulunterricht anzumieten, als andere Optionen nicht realisierbar waren.

Ist es möglich, Wände im Aschauer Schulhaus herauszureißen, um Klassenzimmer zu vergrößern? Selbst diese Frage habe man geprüft, sagt Kirstin Wolf. Auch das Pfarrheim war als Unterrichtsraum im Gespräch.

Auslöser für diese Überlegungen war der Wunsch vieler Eltern, den Unterricht in Corona-Zeiten zu optimieren, damit die Kinder nicht wieder so viel Stoff verlieren. Nach Wolfs Worten hätten viele Eltern „eigentlich einen komplett digitalen Unterricht“ favorisiert und dafür die entsprechende Ausstattung gefordert.

Reiner Digitalunterricht in Grundschule nicht möglich

Doch dafür fehlen laut Schulleiterin die Voraussetzungen. Für Grundschulen gibt es im Gegensatz zu weiterführenden Schulen, die etwa mit Microsoft Teams arbeiten, noch keine Plattform, mit der sie arbeiten können.

Die Gemeinde Aschau setzt deshalb auf große Klassenräume für den Fall, dass Normalunterricht in den Klassenzimmern wegen steigender Infektionszahlen nicht mehr möglich ist.

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Das Raumprogramm für die vier Klassen und zwei Kombiklassen mit insgesamt 147 Kindern (Stand: 31. August) steht. Demnach kann eine Klasse im Schulhaus bleiben und zwei Räume mit Durchgangstür nutzen, in denen bisher bereits eine Kombiklasse unterrichtet wurde.

Zwei Klassen finden Platz in der Gemeindehalle, die in drei Einheiten unterteilt werden kann, eine weitere in der Turnhalle. Und zwei Klassen können in Schulungsräumen im Berufsbildungswerk Waldwinkel unter Einhaltung aller Abstandsregeln unterrichtet werden.

Sogar für Pausenhoflösung ist gesorgt

Die Räume sind laut Weyrich rund 100 Quadratmeter groß, bieten einen separaten Zugang und separate Sanitärbereiche. „Wir haben dort sogar eine Pausenhoflösung“, sagt der Bürgermeister, der froh ist über „das stimmige Gesamtpaket“, das in Zusammenarbeit mit dem BBW möglich ist. „In Kooperation mit Waldwinkel sind wir in Aschau gesegnet.“

Vorläufig hält das BBW die Räume für die Gemeinde vor. Unterschrieben ist der Mietvertrag noch nicht. Von einem „belastbaren Notfallkonzept“ spricht der Bürgermeister. Und Kirstin Wolf betont: Diese Lösung komme erst zum Tragen, wenn es wirklich notwendig sei.

Schulamt begrüßt Aschauer Konzept

Schulamtsdirektor Hans Wax begrüßt das Konzept, mit dem Aschau im Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal hat. Ziel sei es natürlich, Präsenzunterricht für alle Klassen mit Hygienemaßnahmen, aber ohne Reduzierung der Schülerzahlen zu sichern. Sollte es aber wieder zu höheren Fallzahlen bei den Neuinfektionen kommen, „wird es wenig Standorte geben, wo solche finanziellen und räumlichen Voraussetzungen gegeben sind wie in Aschau, um große Unterrichtsräume für 25 Kinder zur Verfügung zu stellen“.

Gemeinde trifft auch Vorbereitungen für Homeschooling

Aufrüsten will die finanzstarke Kommune das Schulhaus auch für den digitalen Unterricht, sollte doch Homeschooling wieder notwendig werden. Das W-LAN in der Grundschule werde ertüchtigt. Weyrich: „Wir fangen nicht bei Null an.“ Zum Grundstock an Geräten kann die Gemeinde nach seinen Worten über das Förderprogramm des Freistaats 8500 Euro für Leihgeräte ausgeben. Zehn Geräte plus Zubehör sollen geordert werden. Darüber hinaus will die Gemeinde mehr Endgeräte für die Lehrer und zusätzlich einen halben Klassensatz an Leih-Tablets. Bis diese im Einsatz sind, wird es allerdings eine Weile dauern. „Tablets sind das neue Klopapier.“

„Ein stimmiges Gesamtpaket.“ Bürgermeister Christian Weyrich freut sich, dass für die Grundschule großzügige Schulungsräume zur Verfügung stehen.

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