Hotel Mama oder ausziehen? Was Mühldorfer Studenten in Coronazeiten umtreibt

Franziska Ott
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Franziska Ott

Für viele junge Leute aus dem Landkreis Mühldorf beginnt in den nächsten Wochen das neue Semester. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene: In Corona-Zeiten stellt sich für sie die Frage: Hotel Mama, endlich ausziehen oder die eigene Wohnung behalten? Dabei ist die Wohnortfrage nicht das einzige Problem im neuen Semester.

von Sophia Strasser

Mühldorf – Das neue Studienjahr bietet in Coronazeiten eine Mischung aus richtigem Unterricht und Online-Lernen. Für Studenten stellt sich damit nicht nur die Frage nach dem Wohnort.

Luca Zwicker

Luca Zwicker aus Mühldorf beginnt zum Wintersemester 2020 ein Studium zum Übersetzer am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde (IFA) in Erlangen. Der 20-jährige freut sich schon auf sein Studium und ist zuversichtlich: „Circa 90 Prozent des Studiums werden voraussichtlich im Präsenzunterricht stattfinden“, sagt er. Das sei möglich, weil an der IFA nur etwa 400 Schüler eingeschrieben seien.

Wohnungssuche ist schwierig

Deswegen wird Zwicker nach Erlangen ziehen. „Es ist echt kompliziert, in der Umgebung eine Wohnung zu finden. Zum Glück habe ich jetzt ein Zimmer in einem Wohnheim“, erzählt er. Das einzig schwierige: „In mein Zimmer kann ich erst ab Oktober, mein Studium an der IFA beginnt aber schon am 1. September.“ So musste sich Zwicker noch eine Bleibe für drei Wochen suchen.

Sollte das Semester doch online stattfinden, will Zwicker nicht zurück nach Hause: „Ich kann mich wo anders einfach viel besser auf mein Studium konzentrieren als daheim.“

Semester verkürzt, Beginn später

Amelie Vitzthum

Die 18-jährige Amelie Vitzthum aus Gumattenkirchen ist gespannt, wie das kommende Semester ablaufen wird. Sie studiert im dritten Semester Gymnasiallehramt für Wirtschaft und Geografie in Passau. „Mein aktueller Stand ist, dass das Semester gekürzt und einen Monat später, im November, beginnen wird.“ Auch sei ein sogenanntes „Hybrid-Semester“ geplant, also eine Mischung aus Online- und Präsenzveranstaltungen. „Bei mir wird vermutlich viel Online sein, weil wir so viele Studierende im Studiengang sind.“ Im letzten Semester habe das auch ganz gut funktioniert, meint Vitzthum.

Ihre Wohnung möchte sie trotz vieler Onlineveranstaltungen weiter behalten. „Wäre meine Wohnung aber nicht in einer so tollen Lage, würde ich definitiv überlegen, sie aufzugeben.“ Eine ihrer Mitstudentinnen hat das bereits auch getan, die anderen haben die Wohnung dagegen behalten.

Studentenleben mitbekommen

„Man hofft auch einfach, dass alles wieder normal wird. Wir, die im letzten Wintersemester mit dem Studium begonnen haben, haben ja noch nicht viel vom Studentenleben mitbekommen.“

Für Franziska Ott aus Mühldorf ist auf jeden Fall klar: „Für das kommende Semester ziehe ich wieder nach München.“ Die 21-jährige studiert Politikwissenschaften im vierten Semester und im Nebenfach Rechtswissenschaften im sechsten Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Zu Corona hatte sie ihr WG-Zimmer gekündigt und war nach Hause zurückgekerht. Das Semester wurde online gehalten. „Für mich war das in Ordnung, ich teile mir gern selbst ein, wann ich was lerne.“

Auch die Prüfungen fanden online statt. „Man sitzt vor dem Computer und wartet auf den Online-Zugang, dann kann man die Prüfung ausdrucken und ausgefüllt wieder einscannen.“ Das sei mit weniger Druck verbunden als in Präsenzprüfungen.

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Auch wenn das Wintersemester vermutlich wieder großteils online stattfinden wird, will die 21-jährige auf jeden Fall wieder nach München. „Das Studentenleben, spontane Treffen mit Freunden, das vermisse ich am meisten.“

Magdalena Geiger

Die 20-jährige Magdalena Geiger aus Wasserburg studiert Hackbrett an der Musikhochschule in München. „Der Einzelunterricht im kommenden Semester wird voraussichtlich stattfinden. Nach momentanem Stand auch wieder Unterricht in kleineren Gruppen.“ Genaueres hat sie noch nicht von der Hochschule erfahren.

Übungsverbot im Wohnheim

Das Zimmer in ihrem Wohnheim möchte die 20-jährige auf jeden Fall behalten. „Es ist nicht leicht, in München eine Wohnung zu finden. Ich bin froh, dass ich in das Wohnheim gekommen bin.“ Das kommende Semester wird sich für Geiger trotzdem schwierig gestalten. „Wegen der Coronaschutzmaßnahmen sind die Überäume der Hochschule nur begrenzt zugänglich“, bedauert die Musikstudentin, „Und im Wohnheim darf ich nicht üben.“ Deshalb wird Geiger im neuen Semester viel Zeit Zuhause verbringen.

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