Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität

Otto Lederer, Landrat des Landkreises Rosenheim, zollt den Ehrenamtlichen ein besonderes Lob.
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Otto Lederer, Landrat des Landkreises Rosenheim, zollt den Ehrenamtlichen ein besonderes Lob.

Die Advents- und Weihnachtszeit hat den meisten von uns erneut vor Augen geführt, wie außergewöhnlich das Jahr 2020 war.

Nicht umsonst hat eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache „Corona-Pandemie“ zum Wort des Jahres gewählt. Das Virus ist eine Herausforderung geworden für jeden persönlich, für die Familie, das Gesundheitssystem, die Wirtschaft, die Kultur, den Sport und die Gesellschaft.

Die vielen E-Mails, die mich hierzu erreicht haben, zeigen die gesamte Vielfalt der Meinungen. Da gibt es auf der einen Seite diejenigen, denen die Vorsicht nicht weit genug gehen kann und die daher weitere Verschärfungen einfordern, und es gibt jene, welche die Existenz des Virus leugnen oder in der Verpflichtung des Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung eine Menschenrechtsverletzung sehen.

Viele leisten seitMonaten Großartiges

Im Laufe des neuen Jahres – so hoffe ich – kehrt eine Normalität zurück, in der das Virus ohne große Beeinträchtigungen beherrschbar ist. Bis dahin werden viele von uns gefordert bleiben, vor allem diejenigen, die schon seit Monaten Großartiges leisten. Ich denke hier an das Personal in den Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Kindertagesstätten oder Schulen. Ein großes Dankeschön haben sich die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verdient sowie die Eltern und Großeltern, die sich in den vielen Wochen, in denen Kindertagesstätten und Schulen geschlossen waren, ganz besonders um die Kinder kümmerten. Auf keinen Fall vergessen möchte ich die Kolleginnen und Kollegen im Landratsamt, in den Gemeindeverwaltungen und in anderen Behörden. Und die vielen weiteren, die zu nennen hier kein Platz ist.

Auch wenn Corona das beherrschende Thema in diesem Jahr war, links und rechts davon ist noch einiges passiert. Der im März neugewählte Rosenheimer Kreistag hat sich intensiv mit dem Thema „Brenner-Nordzulauf“ beschäftigt, eine Stellungnahme des Landkreises zum Raumordnungsverfahren erarbeitet und am Ende einstimmig gebilligt. Ich habe mich bei den Kreisrätinnen und Kreisräten am Ende der Sitzung ausdrücklich für deren Kompromissbereitschaft und Geschlossenheit bedankt, denn unsere Stellungnahme erhält durch die Einstimmigkeit deutlich mehr Gewicht.

Inhaltlich haben wir alle bisher geplanten fünf Trassen wegen schwerwiegender Defizite abgelehnt. Wir fordern, überall, wo es möglich ist, die Strecke unterirdisch verlaufen zu lassen, um den Flächenverbrauch zu minimieren und die Auswirkungen auf unsere Heimat so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus wollen wir, dass der Bedarf einer Neubaustrecke vor einem möglichen Baubeginn zweifelsfrei nachgewiesen werden muss.

In Bernau gibt es jetzt ein stationäres Hospiz. Betrieben wird es gemeinsam von den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim sowie der kreisfreien Stadt Rosenheim. Obwohl es keine Pflichtaufgabe eines Landkreises ist, stimmten 2016 alle Kreisrätinnen und Kreisräte für diese Einrichtung. Es war eine Entscheidung für eine zutiefst menschliche Aufgabe, nämlich unheilbar Kranke in Würde gehen zu lassen.

Sozialwohnungenin Wasserburg gebaut

Auch wenn der soziale Wohnungsbau nicht Aufgabe eines Landkreises ist, engagieren wir uns in diesem Bereich. Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Rosenheim errichtete im Wasserburger Ortsteil Burg au zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohnungen. Sechs davon sind Sozialwohnungen. Das nächste Projekt umfasst zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 21 Wohnungen in Kiefersfelden und zusätzlich laufen Planungen für weitere Wohneinheiten in Prien.

Im Landkreis Rosenheim spielt das Ehrenamt eine wesentliche Rolle. In allen Bereichen gibt es ehrenamtlich tätige Frauen und Männer. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit und leisten nebenbei einen erheblichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sehr gut zu sehen war das wieder im August: Starker Regen überflutete Straßen und ließ Keller volllaufen. In rund 30 Stunden rückten mehr als 1200 Einsatzkräfte, die überwiegende Zahl Ehrenamtliche, zu mehr als 500 unwetterbedingten Einsätzen aus. Mein besonderer Dank gilt deshalb allen Frauen und Männern der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Rettungsorganisationen, der Wasserwacht, DLRG und der Bergwacht. Die Bereitschaft der Menschen in unserem Landkreis, sich für andere einzusetzen, ist beeindruckend, auch in anderen Bereichen, wie Sport, Soziales oder Kultur.

Neue Wegebeim ÖPNV geplant

Leider erlebt der Öffentliche Personennahverkehr in diesem Jahr eine außergewöhnlich schwierige Zeit, weil viele Fahrgäste wegen Corona das Busangebot nicht in Anspruch nehmen. Trotzdem wollen wir neue Wege gehen und die Anregungen des Nahverkehrsplanes umsetzen, wofür auch 250 000 Euro zusätzlich für ein verbessertes Busangebot eingesetzt werden. Der Landkreis investiert weiterhin in seine Schulen, Krankenhäuser, Kreisstraßen oder auch in das Landratsamt. Große Anstrengungen unternehmen wir im Umwelt-, Klima- und Artenschutz. Ich denke hier an Projekte wie Moorrenaturierung, Kiebitzschutz oder regionales Saatgut.

Sie sehen: Es gibt viel zu tun. Lassen Sie uns optimistisch auf das Jahr 2021 schauen und hoffen, dass das Außergewöhnliche weniger mit Corona zu tun hat. Ich wünsche Ihnen ein gesundes und friedliches neues Jahr!

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