Pfarrheim St. Laurentius

Hilfsgüter aus Mühldorf kommen erst im Frühjahr - Rumänienhilfe muss Transporte verschieben

Die Transporte werden wieder so voll als möglich mit Hilfsgütern beladen. Die Verantwortlichen der Rumänienhilfe hoffen, dass die Hilfstransporte im Frühjahr nach Satu Mare aufbrechen können.
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Die Transporte werden wieder so voll als möglich mit Hilfsgütern beladen. Die Verantwortlichen der Rumänienhilfe hoffen, dass die Hilfstransporte im Frühjahr nach Satu Mare aufbrechen können.

Normalerweise stapeln sich im Pfarrheim St. Laurentius im November gefüllte Schachteln mit Waren aller Art: Die Rumänienhilfe läuft in dieser Zeit eigentlich auf Hochtouren. Wegen der aktuellen Corona-Situation musste der Pfarrgemeinderat jedoch schweren Herzenst auf die Aktion verzichten.

Altmühldorf – Organisator Thomas Bumberger hofft, die Sammlung der Hilfsgüter im kommenden Frühjahr durchführen zu können.

Die Rumänienhilfe der Pfarrei begann vor rund 24 Jahren. Damals schloss sich eine kleine Gruppe von Pfarreimitgliedern zusammen, um den bedürftigen Menschen in und um Satu Mare in Rumänien zu helfen. Anfangs lag die Organisation in den Händen der Rumänienhilfe Töging unter der Leitung von Juliane Einöder.

Sammelaktion wurde schnell eigenständig

Es dauerte jedoch nicht lange, da entwickelte sich das Projekt zu einer eigenständigen Sammelaktion der Pfarrei St. Laurentius. Kirchenpfleger Bumberger blickt zurück: „Jahrelang transportierten Pfarrangehörige die gesammelten Güter mit geliehenen Transportfahrzeugen in die Region. Die Fahrzeuge standen nur in der arbeitsfreien Zeit zur Verfügung. Daher musste sich der Tross immer zwischen Weihnachten und Neujahr auf den Weg machen“.

Bei der rund 1000 Kilometer langen Fahrt vereinten sich Abenteuer und Nächstenliebe. Der 45-jährige Altmühldorfer erzählt von langen Wartezeiten an der Grenze, von bewaffneten Zöllnern und von undurchdringlichen Dschungeln bei den Ladepapieren und vielen Stempelfeldern.

Hilfe entschädigt für alle Strapazen

Aus Sicherheitsgründen wurde immer im Konvoi mit bis zu sechs Transportern gefahren. „Wenn wir nach über 20 Stunden Fahrtzeit die letzten 150 Kilometer ab dem Grenzübergang in Angriff nahmen, dann begleitete uns aufgrund fehlender Straßenbeleuchtung absolute Dunkelheit“, so Bumberger, der sich und sein Team aber für sämtliche Strapazen entschädigt sah durch die Hilfe, die sie vor Ort für die Menschen leisten konnten.

Vor einigen Jahren haben die Verantwortlichen der Rumänienhilfe eine Spedition mit der Fahrt beauftragt. Bumberger erklärt: „Die Kosten waren in etwa gleich. Zudem entfiel die Problematik des Überladens der eigenen kleineren Lkws. Es konnten also mehr Hilfsgüter pro Transport verladen werden“.

Den Menschen in Satu Mare fehlt es an allem

Nach den Erfahrungsberichten Bumbergers sind die Menschen in Satu Mare oft nicht mal mit dem Nötigsten ausgerüstet. „Es ist unvorstellbar, was den Einwohnern alles fehlt. Angefangen von Bekleidung über Schul- und Schreibmaterial bis hin zu Decken, Bettwäsche, Werkzeug, Haushaltszubehör und anderem mehr“.

Die Lieferungen gehen an das Zentrallager der Diözesancaritas in Satu Mare. Dort werden die Hilfsgüter vorsortiert und nach festen Plänen an die Bedürftigen verteilt. Einrichtungen wie Suppenküchen, Kinderheime und Kindergärten erhalten in erster Linie Nahrungsmittel-Spenden.

Projekte wie Behindertenheim und KIndergarten wurden durch Spenden möglich

Pastoralreferentin Claudia Stadler erlebt die Rumänienhilfe als besonderes Herzensanliegen. Sie ist schon selbst mit nach Rumänien gefahren, um mit eigenen Augen zu sehen, was die Hilfe bewegen kann. „Nicht zuletzt durch unsere Hilfsgüter und Spendengelder wurde es möglich, Projekte wie ein Behindertenheim und einen Kindergarten in die Tat umzusetzen“, freut sich Stadler.

Sie weist auf die gewaltige Kluft zwischen Armut und höherem Lebensstandard hin. Die Pastoralreferentin beobachtete: „Manche Einwohner brachten es offenbar durch Arbeiten im Ausland zu einem gewissen Wohlstand. Es ist daher keine Seltenheit, dass ein Eselskarren von einem großen Auto überholt wird“.

Kinder unterstützen die Rumänienhilfe

Claudia Stadler zeigt in Schulen Filme und Fotos von Rumänien. Die Lebenssituation der Kinder in Satu Mare lassen die Buben und Mädchen aus Altmühldorf keinesfalls unberührt. So bringen die Jüngsten für ihre Altersgenossen oft liebevoll verpackte Geschenke zum Pfarrsaal .Neben Sachspenden versuchen die Verantwortlichen der Rumänienhilfe, auch Geldspenden zu akquirieren. Die Spendengelder werden für Projekte verwendet, die zur Verbesserung des Alltags von Bedürftigen beiträgt.

Weitere Infos zur Rumänienhilfe auf der Homepage der Stadtkirche Mühldorf-Pfarrei St. Laurentius.

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