Sie helfen den Bedürftigen

Ehrenamtliche im Rampenlicht:Bürgermeisterin Marianne Zollner (links) mit den geehrten Helfern. Rath
+
Ehrenamtliche im Rampenlicht:Bürgermeisterin Marianne Zollner (links) mit den geehrten Helfern. Rath

Mühldorf. – Am 13. März 2009 begann in den Räumen des ehemaligen VW- und Audi-Händlers Holzer die Geschichte der Mühldorfer Tafel, vom Verein „Besser Leben e.

V.“ ins Leben gerufen: An acht Bedürftige wurden damals Lebensmittel ausgegeben.

Inzwischen hat die Tafel Mühldorf Räume in der Mühlenstraße 22 (hinter dem Kulturschupp`n) bezogen, auch die Zahl derer, die Lebensmittel und Kleider gegen einen Obolus von 2 Euro abholen, ist ständig gestiegen, bis zu 120 Bedürftige kommen vorbei. Die zehn Jahre des Bestehens der Mühldorfer Tafel wurden jetzt mit Ehrengästen, Helfern (etwa 30 an der Zahl) und Sponsoren gefeiert, Tafelvorstand Detlef Künzel hatte in den Kulturschupp`n geladen.

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner musste feststellen, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderklafft. Eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn Menschen ein Engagement zeigen, das über das übliche Maß hi nausgeht. Dies sei bei der Mühldorfer Tafel der Fall. Not an Nahrungsmitteln dürfe im 21. Jahrhundert kein Thema sein. In ihrem Geschenkkorb hatte Zoller Straßenmalkreiden zur Weitergabe an Kinder, 30 Freikarten für Helfer bei einem Konzert im Stadtsaal und 1000 Euro aus dem Hilfsfonds der Stadt Mühldorf.

Sigrid Auer vom Amt für Soziale Sicherung und Senioren vertrat Landrat Georg Huber. Sie berichtete, dass vor allem ältere Menschen vom Angebot der Tafel profitierten und über deren Lebensmittel froh seien. Es würden so viel weniger Lebensmittel weggeworfen. Auch bekämen die Senioren und Seniorinnen von den Mitarbeitern der Tafel Ansprache und Zuwendung. So würde dem Problem der Vereinsamung entgegengewirkt.

Alfons Wastlhuber, Geschäftsführer des Vereins „Ehrensache“, wartete mit bitteren Zahlen auf: Trotz blühender Konjunktur seien bis zu 7,2 Millionen Deutsche von Armut betroffen, Tendenz steigend. Dieser Tendenz wirke die Tafel Mühldorf mit ihren Freiwilligen entgegen. Seit 2013 gibt es einen Lieferdienst, der Lebensmittel zu Menschen bringt, die sie selbst nicht abholen können. Auch hier finden Begegnung und Gespräch statt, oft wird sogar einmal eine Glühbirne gewechselt oder ein verstopfter Ausguss gereinigt. Wastlhuber hatte 250 Euro eines nicht genannten Kraiburger Vereins im Gepäck.

Jürgen Steinweber-Merkl, Kassier des Vereins „Besser leben e.V.“, charakterisierte die Mühldorfer Tafel als wichtigstes Projekt seines Vereins. Er hob die beiden mit einer Kühlung versehenen Fahrzeuge im Wert von 70000 Euro hervor, die die Lebensmittel quer durch den Landkreis transportieren. Ihm wäre es lieber, wenn es keine Tafel bräuchte, aber die Bedürftigen sehen dies naturgemäß komplett anders.

Zum Abschluss überreichte Detlef Künzel an alle Helfer eine Rose als Zeichen der Dankbarkeit und betonte: Viele Menschen, vor allem alte und allein stehende Menschen, könnten einen Berechtigungsschein für die Tafel erhalten, verweigern aber aus Scham oder Unwissenheit diese Chance auf Hilfeleistung. Die Botschaft des Abends: „Zögern Sie nicht und erkundigen Sie sich beim Sozialamt!“

Mit guten Gesprächen und einem kleinen Imbiss endete die kleine Feier im Kulturschupp‘n. Hans Rath

Kommentare