Heldenstein: Wohnhausumbau scheitert an geplanter Garagenhöhe

Am Grünen Weg in Weidenbach, Heldenstein, will ein Hausbesitzer das bestehende Wohnhaus und die Garage um einen Meter aufstocken. Das Haus soll zu zwei Wohneinheiten umgebaut werden.

Heldenstein –Durch die Aufstockung überschreitet die geplante Wandhöhe mit 4,71 Metern die festgesetzte Wandhöhe von 4,50 Metern um 21 Zentimeter. Fünf Dachfenster sind geplant, drei im Norden, zwei auf der Südseite. Vier dieser Dachfenster entsprechen der festgesetzten Glasfläche von einem Quadratmeter, eines soll eine Fläche von 1,44 Quadratmeter besitzen. Die Breite des geplanten Zwerchgiebels überschreitet die festgesetzte Breite um 67 Zentimeter. Diese geringfügigen Veränderungen akzeptierte der Gemeinderat einstimmig.

Die Garage soll südlich eine Außentreppe erhalten, um einen Zugang zur zweiten Wohneinheit im Obergeschoss zu schaffen. Im aufgestockten Obergeschoss der Garage sollen Aufenthaltsräume zur Wohnnutzung entstehen. Durch die Aufstockung erhöht sich die Wandhöhe im Norden auf 4,70 Meter und im Süden auf 3,95 Meter und ist somit etwa zwei Meter höher als die Nachbargarage. Der Nachbar würde dadurch, so die Meinung der Gemeinderäte, zu viel Schatten auf sein Grundstück bekommen. Im Bauplan ist festgesetzt, dass zusammengebaute Garagen profilgleich zu erstellen sind.

Die im Obergeschoss neu entstandenen Aufenthaltsräume widersprechen der im Bebauungsplan festgelegten Nutzung der ausgewiesenen Fläche als Garage. Das Einverständnis der Nachbarn liegt nicht vor.

Garage darf nicht aufgestockt werden

In Puncto Garage stimmt der Bauplan auch nicht mit der Bayerischen Bauordnung und den Zielen der Gemeinde Heldenstein überein. Der telefonische Hinweis an den Bauherrn, seine Planungen zu überarbeiten, zeitigte keine Wirkung. Somit wurde der Antrag einstimmig abgelehnt.

Die Stadt Waldkraiburg entwickelt derzeit ein Baugebiet, das westlich der Von-der-Tann-Straße bis an die Gemeindegrenze zu Aschau reicht. Au einer Gesamtfläche von 8,8 Hektar sollen etwa 100 Einfamilien- und Doppelhäusern für Familien gebaut werden. Die Stadt rechnet dabei mit einem Zuzug von 300 Einwohnern. Die Gemeinde Heldenstein befürchtet dadurch eine starke Verkehrszunahme und sieht das Wasserschutzgebiet in Gefahr. Dies soll in der Stellungnahme der Gemeinde gegenüber der Stadt Waldkraiburg zum Ausdruck gebracht werden. Die Erschließung des Baugebietes ist durch diese Stellungnahme nicht zu verhindern. In Puncto Verkehr befürchtet die Gemeinde Heldenstein, dass es auf den Kreisstraßen MÜ 25 und MÜ 40 zu Staubildungen kommen und der innerörtliche Verkehr erheblich belastet wird. Johannes Kiefinger (UWG) befürchtete, dass sich das Wasserschutzgebiet in Richtung Heldenstein verschieben könnte. Der Beschluss wurde geändert und die Heldensteiner Gemeinderäte stimmten dem neuen Beschluss zu. hra

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