Heldenstein: Kein betreutes Wohnen am geplanten Supermarkt – Kritik im Gemeinderat

Zwischen St.-Rupert-Straße und Münchner Straße soll an die Westseite des geplanten Supermarkts ein Wohngebäude entstehen. Kritik an den Plänen gab es im Gemeinderat, denn es sollen Eigentumswohnungen werden. Von betreutem Wohnen, worüber anfangs gesprochen worden ist, war keine Rede mehr. Sixt-Majcen

Eine Zusammenarbeit mit dem Heldensteiner Seniorenheim konnte sich der Investor des geplanten Supermarkts gut vorstellen. Doch aus den Plänen wird nichts. Stattdessen sollen an der Westseite des Supermarkts ein Wohngebäude mit 21 Eigentumswohnungen entstehen. Dafür gab es Kritik im Gemeinderat.

Von Raphaela Lohmann

Heldenstein – Für Verwirrung, aber auch für Kritik hat der Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit 21 Wohneinheiten in Heldensteins Mitte gesorgt. Denn das Wohngebäude hinter dem geplanten Supermarkt-Neubau sollte eigentlich für Betreutes Wohnen genutzt werden. Zumindest hatte dies der Investor bei früheren Beratungen im Gemeinderat als Möglichkeit vorgebracht.

Das Mehrfamilienhaus soll an der Westseite des neuen Supermarkts entstehen. Geplant sind 21 Wohneinheiten, pro Geschoss sieben Wohnungen. In einer Tiefgarage mit einer  Grundfläche von knapp 815 Quadratmetern sind 21 Stellplätze vorgesehen, weitere fünf soll es oberirdisch westlich des Grundstücks geben. Die Einfahrt zur Tiefgarage entsteht im Westen von der St.-Rupert-Straße aus, in die Südseite des Gebäudes. 

Betreutes Wohnen keine Option mehr

Für die Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss ist jeweils ein Balkon vorgesehen mit den Maßen 3,50 mal 2,50 Metern. Die Wohnungen im Erdgeschoss erhalten eine Terrasse mit den gleichen Außenmaßen. Das Gebäude selbst hat eine Grundfläche von knapp 657 Quadratmetern mit einer Höhe von 8,30 Meter. Die Nachbarunterschriften liegen teilweise vor.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Georg Stöckl (UWG), der bereits in der Vergangenheit Bedenken an den Plänen hatte, fühlte sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bestätigt: „Es geht nur ums Geschäft.“ Der Investor würde mehr Geld an Eigentumswohnungen verdienen als an betreutem Wohnen. Zweiter Bürgermeister Rupert Müller (CSU) störte sich ebenfalls daran, dass das betreute Wohnen keine Option mehr ist. Dazu soll die Gemeinde jedenfalls noch einmal das Gespräch mit dem Investor suchen. Er stellte auch infrage, ob die ausgewiesenen Stellplätze ausreichend seien.

Lesen Sie dazu auch:

Heldenstein: Sommer 2021 soll der Supermarkt eröffnen

Heldenstein: Supermarkt-Investor zeigt Bürgermeisterkandidat Georg Stöckl an

Supermarkt in Heldenstein: Gemeinde setzt den nächsten Planungsschritt

Ein Edeka für Heldenstein

„Die Idee war eine Zusammenarbeit mit dem Pflegeheim. Das Gebäude war nicht als Altenheim gedacht“, erklärte Bürgermeister Helmut Kirmeier (CSU).

Auch Bernhard Aigner (CSU) war nicht „ganz glücklich“ mit dem Bauantrag in der vorliegenden Form. Aber hätte der Gemeinderat ein betreutes Wohnen stärker forcieren wollen, hätte man dies im Bebauungsplan verankern müssen. „Das hat man aber nicht gemacht und keiner hat es gefordert.“ Deshalb gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder den Bauantrag ablehnen und den Bebauungsplan entsprechend ändern oder man lässt es weiterlaufen. „Man hat es nicht zur Auflage gemacht und jetzt hält sich der Investor an die Vorlagen“, stimmte Fraktionskollege Florian Hartmetz zu.

Befindlichkeiten außen vor lassen

„Hinterlistig“ empfindet Elfie Maier (UWG) die Entscheidung, dass nun Eigentumswohnungen entstehen sollen. „Es war immer nur von betreutem Wohnen die Rede.“ Doch wie hätte der Gemeinderat vor Monaten über das Gesamtprojekt entschieden, wenn betreutes Wohnen kein Thema gewesen wären? „Hätte man dagegen gestimmt“, stellte Florian Hartmetz in den Raum. Der Investor habe davon gesprochen, dass er es sich vorstellen könne. Persönliche Befindlichkeiten solle man außen vorlassen.

Rupert Müller schlug noch einmal vor, das Gespräch mit dem Investor zu suchen und die Anzahl der tatsächlich benötigten Stellplätze zu klären.

Mit drei Gegenstimmen segnete der Gemeinderat das Bauvorhaben ab.

Kommentare