Heldenstein: Bayerns Finanzminister Albert Füracker bricht Lanze für die Landwirte

Bayerns Heimat- und FinanzministerAlbert Füracker bei seiner Rede. Rath

Brexit, Steuerpolitik oder die Situation der Landwirte – Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker streifte beim Familientag der Heldensteiner CSU unterschiedliche Themen. Dabei machte er auch deutlich: Die Lösung zu finden, die für alle passt, gibt es nicht.

Heldenstein – „Albert Füracker konnte es immer mit einem Lächeln verständlich machen, warum es für ein Anliegen kein Geld gibt“, sagte Marcel Huber. Umgekehrt brachte es Huber als Chef der Staatskanzlei im Auftrag seines Ministerpräsidenten einem Minister oder Staatssekretär in „homöopathischen Dosen“ bei, wenn dieser etwas Falsches gesagt habe.

Nicht jeder Sachverhalt lässt sich beeinflussen

Minister Füracker unterschied politische Sachverhalte in solche, die man beeinflussen und solche, die man nicht beeinflussen könne. Er bedauerte es, dass Großbritannien aus der Europäischen Union ausgetreten sei. Die britische Volkswirtschaft sei so groß wie die von 20 kleineren EU-Staaten zusammen. Jetzt gebe es in der EU weniger Nordsee, dafür aber mehr Mittelmeer. Dieses Ereignis könne man genauso wenig beeinflussen wie die Tatsache, dass Präsident Trump die USA regiert oder die Europäische Zentralbank eine Politik des Niedrigzinses fährt.

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Beeinflussen könne man aber die Kommunalpolitik. „Man sieht jeden Tag, was man gemacht hat“, sagte Füracker. Negativ beurteilte der Staatsminister die Reaktion mancher Medien, die gerne Ministerschelte betreiben. Oft habe er zwei oder drei Optionen als Lösung für ein Problem. Auch wenn keine davon zu 100 Prozent überzeugend sei, müsse er sich für eine davon entscheiden. Dann werde er aber von den Medien kritisiert. „Wenn in Bayern 88 Prozent der Einwohner Zugang zu schnellem Internet haben, berichten die Medien, dass zwölf Prozent der bayerischen Bevölkerung über eben dieses nicht verfügt.“ Füracker zufolge leben wir in einer Gesellschaft, in der diejenigen, die sich engagieren, kritisiert werden – und zwar von denjenigen, die nichts tun, aber genau wissen würden, was die anderen falsch machen.

In puncto Steuerpolitik versicherte Füracker: „Die Steuern sind heute so hoch wie noch nie. Die CSU will die Steuern senken. Bei niedrigeren Steuern kaufen die Bürger Immobilien. Dann bekomme ich als Finanzminister das Geld schon wieder.“

Familie und Kommune als wichtige Säulen

Eine Lanze brach der Staatsminister für die Landwirte. Von seinen 34 Berufsjahren habe er 23 Jahre als Vollerwerbslandwirt im Degerndorf, einem Ortsteil der Gemeinde Lupburg im Landkreis Neumarkt gearbeitet. Er verstehe nicht, warum kein Umfeld geschaffen werde, in dem Bauern ein anständiges Einkommen bekommen.

In Bayern, so Füracker, leben 13 Millionen Menschen. In den vergangenen 30 Jahren seien zwei Millionen hinzugekommen. Diese Menschen brauchen Platz, Infrastruktur müsse geschaffen werden. Dafür würde die Regierung kritisiert, Flächenfraß wird angeführt. Es sind aber laut Füracker nur zwölf Prozent der Gesamtfläche Bayerns für Häuser verbaut, asphaltiert oder gepflastert seien nur sechs Prozent.

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In Bayern gebe es zwei wichtige Säulen, beide müssen funktionieren: Die Familie und die Kommune. Der Freistaat habe unter Markus Söder über eine Milliarde Euro in Familienpolitik investiert. Kindertagesstätten und Kindergärten wurden gebaut, neben Kinder- und Erziehungsgeld zahlt der Freistaat auch 250 Euro Familiengeld pro Monat. So könne jede Familie entscheiden, ob sie ihr Kind zuhause erziehen will oder in einen Kindergarten schickt.

Als letzten Punkt hatte Albert Füracker das Ehrenamt auf der Agenda. Dieses sei wichtig, auch in der Politik. Er dankte allen, die sich politisch engagieren und ihren Kopf hinhalten.

Er bekam von Bürgermeisterkandidatin Antonia Hansmeier einen Geschenkkorb mit regionalen Produkten überreicht. Landratskandidat Maximilian Heimerl sprach anschließend ebenso ein Grußwort wie Bürgermeister Kirmeier.

Am Nachmittag hatte bereits ein Familiennachmittag der Heldensteiner CSU stattgefunden mit Kinderschminken, Kasperltheater, Kaffee und Kuchen.

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