Kirchenmusiker aus Leidenschaft

Händels Halleluja ist sein Highlight: Alois Kirmayer seit 40 Jahren Organist in Heldenstein

An der Orgel ist er in seinem Element: Alois Kirmayer aus Heldenstein versieht seit 40 Jahre in seiner Heimatgemeinde Sankt Rupert den Organistendienst. 2003 hat er diese Aufgabe auch in der Nachbargemeinde in Rattenkirchen übernommen.
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An der Orgel ist er in seinem Element: Alois Kirmayer aus Heldenstein versieht seit 40 Jahre in seiner Heimatgemeinde Sankt Rupert den Organistendienst. 2003 hat er diese Aufgabe auch in der Nachbargemeinde in Rattenkirchen übernommen.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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An Festtagen wie Allerheiligen ist Alois Kirmayer gefordert. Der Kirchenmusiker aus Leidenschaft begleitet dann an zwei Tagen nicht weniger als fünf Gottesdienste musikalisch. Seit 40 Jahren kann die Pfarrei Heldenstein auf seine Dienste bauen.

und von Stefan Erfurt

Heldenstein/Rattenkirchen – Seit 2003 spielt er auch im Gotteshaus in der Nachbargemeinde Rattenkirchen, wo er zudem den Kirchenchor leitet. „Das ist fast schon eine Vollzeitstelle“, sagt der Rentner lachend.

Es ist eine außergewöhnlich lange Dienstzeit, auf die der 73-Jährige zurückblicken kann. Die Leidenschaft für die Musik wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater Georg war selbst 30 Jahre Organist in Heldenstein. Er hat seinem Sohn die ersten Schritte in die Musikwelt beigebracht.

Der Vater ließ nicht locker

Allerdings war der Anfang mühsam. Denn für den kleinen Alois war alles andere wichtiger, als täglich Klavier zu üben. Der Vater ließ nicht locker. Und als sich erste Erfolge einstellten, wurde auch beim Junior die Freude am Spielen immer größer.

Seine ersten Gehversuche in der Kirchenmusik machte noch auf der „März-Orgel“, in der Pfarrkirche in Heldenstein, auf einem Instrument, dass noch mit Tretblasebalg ausgestattet war. Dies war für ihn ein bleibendes Erlebnis.

1960 wurde die mechanische Orgel durch eine pneumatische Orgel ersetzt. 2008 wurde dieses Musikinstrument leider durch einen Brand zerstört. Die Orgelbauwerkstatt Offner aus Kissing im Schwabenland sorgte für eine neue mechanische Orgel in Sankt Rupert.

„An der Orgel bin ich in einer anderen Welt“

Am 1. Januar 1980 begann der gebürtige Heldensteiner seinen Dienst als Organist in der Pfarrei Heldenstein. Sein Arbeitsvertrag wurde noch vom damaligen Pfarrer Georg Burger unterzeichnet.

Im September 2003 übernahm er dann auch den Orgeldienst und die Chorleitung für den Kirchenchor Rattenkirchen.

In der Regel gestaltet er zwei Sonntagsgottesdienste musikalisch, auch in der Corona-Zeit, dazu kommen zwei Abendgottesdienste unter der Woche, bis zu 30 Beerdigungen im Jahr sowie Andachten und weitere Gottesdienste.

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Momentan leitet er auch in Heldenstein interimsmäßig den Kirchenchor. Denn es macht im unverändert große Freude. „Wenn ich Orgel spiele, bin ich in einer anderen Welt. Da gehe ich auf, da fühle ich mich wohl.“ Was er besonders gerne spielt? „Das Halleluja von Händel ist natürlich ein Highlight.“

Die Christen in Heldenstein und Rattenkirchen wissen, was sie an ihrem Organisten haben. Das haben ihn auch Pfarrer Florian Regner, Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Gerhard Aigner und Verwaltungsleiter Christian Nieberle im Rahmen einer Ehrung im Pfarrheim wissen lassen.

Auch nach 40 Jahren will er weiter machen

Auch nach 40 Jahren hat Alois Kirmayer noch nicht genug. Die gute Nachricht für die Kirchengemeinden, die er seit vielen Jahren musikalisch begleitet und erfreut: „Wenn es die Gesundheit zulässt, dann würde ich die 50 Jahre als Organist gerne voll machen.“

Sein Weg zum Kirchenmusiker

Als Jugendlicher lernte der Musiker auch Gitarre und spielte in einer Band „The Juniors“, die später als „Top Stars“ unterwegs waren.

Ende der 1960er Jahre widmete sich Alois Kirmayer dann dem Klavierunterricht für klassische Musik. Sein Lehrer war Fritz Lautenbacher, hauptamtlicher Kirchenmusiker der Pfarrei Christkönig in Waldkraiburg.

Von 1970 bis 1978 nahm der Bankangestellte Orgelunterricht speziell für Kirchenmusik. Zunächst bei Josef Penninger, Kirchenmusiker in Mühldorf Sankt Peter und Paul, später bei Benno Meindl in Dorfen.

Im Juni 1975 legte er vor dem Amt für Kirchenmusik erfolgreich seine Prüfung zum D-Kirchenmusiker ab. Es folgte die zweieinhalbjährige Ausbildung zum C-Musiker am Domberg in Freising. Dort lehrten hauptamtliche Dozenten Orgelspiel und Chorleitung in

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