Wasserburg und Mühldorf: Festival für kontroverse Heimatfilme hat neuen Termin

  • Markus Honervogt
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Das Vorspiel zum Heimatfilmfestival in der Region musste wegen Corona verschoben werden. Jetzt steht der neue Termin fest. Ende September gibt es neue und kontroverse Heimatfilme in sechs Kinos zwischen Wasserburg und Burghausen zu sehen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neues Heimatfilmfestival soll 2021 in Mühldorf, Wasserburg, Haag, Trostberg, Altötting und Burghausen stattfinden
  • Das Vorspiel der Bienanale Bavaria International konnte im Frühjahr 2020 wegen drer Corona-Pandemie nicht stattfinden
  • Nun gibt es einen neuen Termin für die Auftaktveranstaltung im September 2020
  • Gezeigt wird unter anderem "Ein verborgenes Leben" über einen Österreicher, der im Nationalsozialismus den Kriegsdienst verweigerte (Trailer)

Mühldorf – Das Ziel ist geblieben: Ein Filmfestival, das zur Beschäftigung mit dem Thema Heimat einlädt: Bienanale Bavaria International – das Festival des neuen Heimatfilms im Frühjahr 2021. Organisator Günther Knoblauch sagt: „Wir werden verschiedene Facetten von Heimat zeigen und zur Beschäftigung mit dem Thema einladen.“

Doch vor diese Beschäftigung mit der Heimat hat Corona die Neuorganisation des gesamten Vorhabens gestellt. Vor wenigen Wochen im April hätte es mit dem „Neuen Heimatfilmfestival unterwegs“ einen Vorgeschmack aufs große Festival geben sollen. In Haag, Wasserburg, Trostberg, Mühldorf, Altötting und Burghausen wären Filme gelaufen, hätte es Diskussionsrunden und Feste gegeben. Es wurde wegen Corona abgesagt.

Im September geht es auf Tour

Kurator Joachim Kurz, der die Filme aussucht, beschreibt die derzeitigen Probleme: Es gibt nur ein beschränktes Angebot an Filmen, weil die Filmwirtschaft viel zurückhält oder nicht produziert. Und von der Staatsregierung gibt es Vorgaben für beschränkte Besucherzahlen in den Kinos. Das bedeutet: „Wir müssen flexibel bleiben.“

Trotzdem wird der „Neue Heimatfilm unterwegs“ im September als Vorgeschmack auf das große Festival im nächsten Jahr auf Tour gehen. Das Filmangebot soll das Gleiche sein, wie für April geplant, und vom 25. bis 27. September in den Kinos in der Region zu sehen sein.

Lassen sich von Corona nicht stoppen: Initiator Günther Knoblauch (links) und Kurator Joachim Kurz halten am Heimatfilmfestival in der Region fest. Der Auftakt im April musste wegen der Pandemie ausfallen, jetzt soll es im September losgehen.

Wie breit die Themen des neuen Heimatfilms sind, zeigt die Liste, die Kurz für die Filmtage im September vorlegt. „Ein verborgenes Leben“ erinnert an Franz Jägerstätter, der nur wenige Kilometer hinter der Landesgrenze zu Österreich seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus lebte und dafür starb. Mit „Für Sama“, nimmt das Festival eine ganz andere Dimension von Heimat auf. Es ist der preisgekrönte Dokumentarfilm einer syrischen Filmemacherin, die ihren vergeblichen Kampf für den Erhalt ihrer Heimat in Aleppo erzählt.

Preisgekrönt ist ein wichtiges Stichwort für Knoblauch und Kurz: „Wir zeigen die besten Filme, die auf Festivals gelaufen sind, die prämiert oder für den Oscar nominiert wurden“, sagt der Kurator.

Das läuft beim Festival des neuen Heimatfilms

So wie „Corpus Christi“ ein polnischer Film, der in Hollywood lief und laut Kurz „Glaube, Seelsorge und ihre Bedeutung für die Heimat thematisiert“. Filme über Sport und Vereine als Bindeglieder für Menschen unterschiedlicher Herkunft oder über die Großstadt als Heimat fächern ein breites Spektrum auf. Das alles, „damit Leute erkennen, wie wichtig es ist, sich in der Heimat einzubringen“, sagt Knoblauch.

Um Menschen beim „Neuen Heimatfilm unterwegs“ zusammenzubringen, wollen die Heimatfilmfestivalmacher Einzelpersonen und Organisationen einbinden. Schulen und Vereine, Bildungswerke und Musiker sind im Planungsteam, damit möglichst viele beim Vorspiel und dann beim eigentlichen Festival im nächsten Jahr mit ihren Ideen dabei sind.

Angesichts Corona flexibel bleiben

„Es kommt 2021 ganz was besonders“, sagt Organisator Knoblauch, „aber alle können jetzt schon was davon sehen.“ Der genaue Programmablauf der Heimatfilm-Tour soll in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Er ist laut Knoblauch und Kurz natürlich von den dann gültigen Corona-Einschränkungen abhängig.

Das ist zu sehen

  • Landrauschen, Mühldorf
  • Zu weit weg, Haag
  • Ein verborgenes Leben, Burghausen
  • Die Szabo&Fitzthum-Trilogie, Trostberg
  • Corpus Christi, Wasserburg
  • Für Sama, Altötting

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