Heimatbund präsentiert neuen Kalender

Bei der Überreichung des Kalenders von links: Stefan Pramps, Marianne Zollner, Martin Stadler und Rainer Schratt mit dem neuen Kalender des Mühldorfer Heimatbundes. Rath

Mühldorf. – Im Büro von Bürgermeisterin Marianne Zollner konnten der „Macher“ Martin Stadler und Stefan Pramps den gelungenen Kalender des Mühldorfer Heimatbundes für das Jahr 2020 vorstellen.

Martin Stadler hatte wieder zwölf schöne Motive aus der Mühldorfer Vergangenheit gefunden, die Eingang in den Kalender fanden. „Alle Jahre wieder“, so Marianne Zollner, „freue ich mich über diese langjährige Tradition“. Heuer gibt es schon den 20. Kalender. Schön ist, dass auf der Rückseite des jeweiligen Bildes ein erläuternder Text Hinweise auf Motiv und Entstehung des Bildes vermittelt.

Das Titelblatt ziert die Eichkapelle, die 1720 vom Bischof vom Chiemsee geweiht wurde. Ein Stadtblick auf das barocke Mühldorf um 1750 ist im Januar zu sehen, das Bild stammt von Josef Anton Schröck, sein Original hängt in der Burg Tittmoning, eine Kopie im Flez des Mühldorfer Rathauses. Das Februarmotiv zeigt den Ratsherrn Anton Stark mit Frau, Kindern und dem ganzen Viehbestand vor seinem Ökonomiegut Starkheim. Im März zeigt eine Hinterglasmalerei eines unbekannten Künstlers die sechs wichtigsten Bauwerke Mühldorfs: Rathaus, Nagelschmiedturm, St. Nikolaus, Katharinenkirche, Frauenkirche und Johanneskapelle.

Mühldorfer Notgeld aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gibt es im April zu bestaunen. Münzgeld war damals selten, weil es im Sparstrumpf gehortet wurde. So gab die Stadt Mühldorf die Geldscheine, von Karl Wenninger gestaltet, im Wert von 1, 2, 30 und 80 Pfennig heraus.

An der Innschleife stand früher das Gartenschlösschen, in dem heute der VdK residiert. Das Bertle-Haus war früher eine Gärtnerei. Das große Gebäude am Ufer des Inns war vormals eine Pumpstation der Bahn, mit dem Innwasser in den großen Wasserturm am Bahnhof hochgepumpt worden war, um die Lokomotiven mit Wasser zu versorgen.

Ein typisches Kennzeichen von Innstädten wie Wasserburg oder Neuötting sind die Laubengänge, auch bei schlechtem Wetter kann man unter ihnen gemütlich bummeln oder einkaufen. Die Lithographie von Hannes Rischert zeigt im Juni den Laubengang vor dem Vermessungsamt.

Fast mit einem „Wimmelbild“ von Ali Mitgutsch zu vergleichen ist das farbenfrohe Bild von Reinhold Zellner, das aus der Blütezeit der Handelsstadt Mühldorf erzählt. Zillen und Plätten aus Tirol brachten Salz und Wein den Inn herab. An der Innlände wurde die Ladung gelöscht oder auch bis Passau, Wien und Budapest weitertransportiert. Ein salzglasierter Masskrug, der zum 140-jährigen Jubiläum des Mühldorfer Volksfestes herausgebracht wurde, ziert im August den Kalender, während im darauffolgenden Monat die Innschifffahrt thematisiert wird: Ein Stich mit der Stadtansicht um 1850 (einst als Titelbild der Kopf eines Frachtbriefes) zeigt im Vordergrund eine Innplätte, im Hintergrund die Maximiliansbrücke.

Der Mühldorfer Maler Franz Neulinger malte 1987 das Aquarell, das die Nikolauskirche mitsamt dem Pfarrhof zeigt. Dieses ist im Oktober zu sehen. Wo heute das Landratsamt steht, auf dem Kellerberg, kann man im November Mühldorf und das Inntal bewundern.

Im Vordergrund rechts kann man den sogenannten Böllerturm erkennen, von dem aus Ehrengäste mit einem Salut empfangen wurden. In der Bildmitte ragt die Spitze des Lüftungskamins des Wenzelkellers, eines ehemaligen Bierkellers, aus der Erde. Das romantische Ölgemälde aus der Zeit um 1860 stammt von Nikolaus Gumberger.

Last, but not least schmückt eine Ansicht der Stadt Mühldorf den interessanten und lehrreichen Kalender (Heimatgeschichte!), vom Stadtberg aus gezeichnet und in Kupfer gestochen.

Während üblicherweise Kunstkalender weit über 20 Euro kosten, ist das neue Exemplar des Mühldorfer Heimatbundes für zehn Euro käuflich zu erwerben. Den Gesamterlös des Verkaufs bekommt der Gemeinnützige Verein des Heimatbundes Mühldorf. Kaufen kann man den Kalender in den Buchhandlungen Herzog und Rupprecht, bei der Seilerei Weiß, im Kreismuseum und auf dem Mühldorfer Christkindlmarkt. Bleibt zu hoffen, dass sich zahlreiche Käufer für den Kalender finden werden. hra

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