GEISTLICHES WORT ZUM WOCHENENDE

Heilige Schrift lädt zur Suche nach Gott ein

Franz Eisenmann. re
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Franz Eisenmann. re

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal…. Liebe Leserinnen und Leser, dieser Vers aus Psalm 23 fällt mir ein zur gegenwärtigen Situation, durch die wir gerade in der Coronakrise gehen: „Auch wenn ich gehe im finsteren Tal…“.

Vielen erscheint es derzeit wie im finsteren Tal, wo man ohne viel Perspektive wie gefangen ist, wo man gar nicht mehr recht weiß, wie es weitergehen soll, wo man hofft, dass die Schutzmaßnahmen bei uns ausreichen und manche auch fragen: Warum trifft uns das? Wie kann Gott so etwas zulassen?

Einzelne reden sogar von einer „Strafe Gottes für die Menschen“. Doch so etwas können nur Vertreter radikaler Gruppen sagen, denn Jesus hat uns zugesagt: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt! (Mt. 28,20). Im Evangelium des letzten Sonntags vom blind geborenen jungen Mann betont er auch, dass dieses Leiden nicht auf die Schuld des Jungen, der Eltern oder von jemand anderem zurückzuführen ist.

So einfach ist es nicht. Unsere Welt ist (noch) unvollkommen und hat für uns Menschen manche Herausforderung. Das Volk Gottes musste manche Vertreibung oder Wüstenwanderung, manche Verfolgung oder Krise aushalten – und hat dies im Vertrauen auf Gott auch durchgestanden. Danach kann man auch etwas lernen, vielleicht dass in unserer Welt doch nicht „alles“ geht und es noch Grenzen gibt, dass manche Unternehmer zu sorglos planten, dass die Planer der Zukunft zu selbstsicher waren, dass unsere Erde zu rücksichtslos ausgeplündert wird und manche Dinge zurückschlagen.

Man kann daraus aber auch lernen, dass die Menschen zusammenhalten und Rücksicht nehmen können, dass viele mit Bedacht und solidarisch reagieren und sich einbringen.

Das Volk Gottes hat erfahren, dass es nach einem finsteren Tal wieder weitergeht. Wann, das wissen wir noch nicht, aber es kommt – denn Jesus ist bei uns…

Das „finstere Tal“ derzeit fordert uns alle heraus. Doch gemeinsam kommen wir weiter – und es ist ermutigend zu hören, wie Menschen jetzt zusammenhelfen, durch Rücksicht, durch Einkaufshilfen oder anderes. Das Gemeinsame dürfen wir hoffentlich auch spüren, wenn wir nun leider nicht versammelt in den Kirchen beten können und uns stärken, sondern jeder für sich zuhause betet – doch verbunden durch das Wissen, dass Gott das gemeinsame Beten hört und verbindet. So wünsche ich Ihnen nun viele Lichtblicke im finsteren Tal, beim Beten daheim mit Vorlagen, bei der Fernsehmesse, oder im Internet oder wenn abends die Glocken der Kirchen nun um 19.30 Uhr zum gemeinsamen Gebet rufen – bei dem man eine Kerze ins Fenster stellen kann, einen Lichtblick für sich und andere.

Tipps zumgemeinsamen Beten

Es gibt an jedem Sonntag im Bayerischen Fernsehen einen Gottesdienst um 10.15 Uhr (neben ZDF um 9.30 Uhr, jeweils wechselnd katholisch – evangelisch)

Auf der Homepage des katholischen Erzbistums München findet man auch Messen aus dem Dom.

Glocken vieler Kirchen läuten täglich um 19.30 Uhr zum gemeinsamen Gebet gegen die Coronakrise.

Am Palmsonntag gibt es um 10 Uhr auf Youtube eine Messe aus dem Landkreis mit Segnung der Palm zweige.

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