Beschluss im Kreistag

Heftige Diskussion um mobile Galerie: Präsentation der Kultur vor Ort im Landkreis Mühldorf

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    vonJosef Bauer
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Der Landkreis will eine mobile Galerie anschaffen. Das hat der Kreistag beschlossen. Mit ihr soll ein Museum auf einem Lastwagenanhänger in jeden Ort und an die Schulen fahren können.

Mühldorf – Zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation kultureller und musealer Angebote im Landkreis Mühldorf soll eine „mobile Galerie“ geschaffen werden. Der Landkreis würde dafür rund 50.000 Euro aufwenden. Eine Förderung durch Leader in Höhe von 60 Prozent ist beantragt. Dieser Vorschlag, den Landrat Max Heimerl dem Kreisausschuss vorgelegt hat, stammt vom Haager Ausstellungsmacher und Kulturspezialisten Peter Syr, der ein vergleichbares Angebot im Jahr 1995 für die Stadt München entwickelt und umgesetzt hat. Unterstützt wurde die Anschaffung der mobilen Galerie durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Günther Knoblauch.

Ein Museum kommt gefahren

„Die mobile Galerie schafft ortsunabhängige kulturelle Infrastruktur und ermöglicht auch denjenigen Landkreisbürgerinnen und -bürgern Zugang zu kulturellen Einrichtungen, die davon ansonsten ausgeschlossen sind“, argumentierte Landrat Max Heimerl.

SPD-Fraktionsvorsitzender Günther Knoblauch verwies auf die schwere Zeit, die Kulturschaffende zu bewältigen hätten. Auch er betonte, dass damit die Einbindung vieler Bürgerinnen und Bürger in die Kulturszene im Landkreis möglich gemacht wurde,

Heftige Diskussion im Kreisausschuss

Dieser Tagesordnungspunkt sorgte im Kreisausschuss für eine hitzige Diskussion, Grünen-Fraktionsvorsitzen Cathrin Henke plädierte dafür, den Antrag zurückzustellen, bis die Haushaltsberatungen stattgefunden hätten. „20 000 Euro sind ein Betrag, der auch an anderer Stelle gebraucht werden würde“, sagte Henke,

Museum auf dem Lastwagen

Die „mobile Galerie“ kann in einem Sattelaufleger oder in Containern untergebracht werden und je nach Bedarf zu den verschiedenen Ausstellungsorten tranportiert werden.

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„Die mobile Galerie soll organisatorisch an das Gesichtszentrum und Museum Mühldorf angebunden werden. Im Haushalt 2021 sind 30 000 Euro eingeplant. Ich würde es sehr befürworten, wenn wir diese Galerie auf den Weg bringen würden und damit das kulturelle Leben im Landkreis Mühldorf und die Geschichtsarbeit weiter fördern würden“, erläuterte Max Heimerl.

Geld erst nach der Haushaltsplanung

Gegen die Anschaffung der „mobilen Galerie“ sprachen sich die die Kreisräte Siegfried Höpfinger (CSU) und WGW-Fraktionsvorsitzender Josef Schöberl aus.

Derzeit konzentriert sich die Museumsarbeit im Landkreis auf wenige Stadtorte. Dazu gehört das Geschichtszentrum in Mühldorf. Eine mobile Galerie soll das ändern.

Kreisrat und Vorsitzender des Fördervereins des Geschichtszentrums, Erwin Baumgartner (UWG) sprach sich für die Einführung der mobilen Galerie aus. „Die Mitarbeiter am Geschichtszentrum würden die inhaltliche Betreuung übernehmen“, sagte der Neumarkter Bürgermeister.

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Auch Bürgermeistersprecher Thomas Einwang aus Buchbach sprach sich für den Einsatz der mobilen Galerie aus. „ Das Thema Kultur ist zu wichtig. Damit erschließen wir auch die ländlichen Bereiche im Landkreis Mühldorf“, betonte Einwang.

Praktische Anwendungsmöglichkeiten sind unter anderem: Kleine Sonderausstellungen, wie im Rahmen der Geschichtstage, der Urelefant in Ebing, oder die letzte Ritterschlacht von 1322,

Auch für Schulen sinnvoll

„Andererseits soll die mobile Galerie den Kommunen im Landkreis, Schulen, Kultur- und Kreativschaffenden und Vereinen zur Verfügung gestellt werden“, stellte der Landrat heraus.

Mit 11:2 Stimmen entschied sich der Kreisausschuss für die Beschaffung und Einrichtung der „mobilen Galerie“ im Landkreis Mühldorf. Die Leader-Förderung von 60 Prozent soll zur Finanzierung beitragen. Die Kosten belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Der Kreistag schloss sich mit 41:12 Stimmen dem Kreisauschuss an und stimmte für die mobile Galerie.

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