Hausärztliches MVZ-Isental bemüht sich um schnelle medizinische Hilfe

Ist froh, dass es das MVZ Isental gibt: Patientin Carmen Hofner (50) aus Schwindegg (vorne) mit der ärztlichen Leiterin Anja Mundweil, Tamara Hofner (Medizinische Fachangestellte und Tochter der Patientin) sowie Internist Adi Kovacevic (hinten, von links).
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Ist froh, dass es das MVZ Isental gibt: Patientin Carmen Hofner (50) aus Schwindegg (vorne) mit der ärztlichen Leiterin Anja Mundweil, Tamara Hofner (Medizinische Fachangestellte und Tochter der Patientin) sowie Internist Adi Kovacevic (hinten, von links).

Als sich Carmen Hofner (50) mit Schmerzen und Atemnot durch die Nacht quälte, ahnte sie noch nicht, wie schlimm es um ihre Gesundheit stand. Sie war zwar nicht an Corona erkrankt, musste aber wegen eines Pneumothorax notoperiert werden. Bei der Nachsorge überzeugte sie die Versorgung im MVZ Isental.

Schwindegg – Als sich Carmen Hofner (50) Anfang April mit Schmerzen und Atemnot durch die Nacht quälte, ahnte sie noch nicht, wie schlimm es um ihre Gesundheit stand. „Das Schnaufen tat mir weh. Ich fühlte mich sehr schlecht“, erzählt sie. Zum Arzt gehen? Daran dachte sie nicht. Sie wollte ihre Tochter Tamara (22) am nächsten Morgen um Rat fragen. Diese ist medizinische Fachangestellte und arbeitet seit dem 1. April in dem neu gegründeten Hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Isental.

„Meine Mama erzählte mir, dass sie Schmerzen in der Lunge habe und das Gefühl zu ersticken. Ich rief daraufhin sofort meine Chefin Anja Mundweil an, die sofort reagierte und meine Mama ins Mühldorfer Krankenhaus schickte“, erzählt Tochter Tamara. Dann ging alles sehr schnell: Die ärztliche Leiterin des MVZ, Dr. Anja Mundweil informierte die Klinik in Mühldorf und als die Patientin mit ihrem Mann dort ankam, waren die Ärzte bereits auf ihren Notfall vorbereitet.

Aufgrund COVID-19 kam sie jedoch sofort auf die Corona-Station. Dort machte man zuerst einen Test, der aber negativ ausfiel. Beim Röntgen stellten die Ärzte einen Pneumothorax fest. Dies führt zu einem in sich Zusammensinken des Lungenflügels (Kollaps). Dadurch wird die Atemfunktion der Lunge nicht mehr richtig versorgt. Das bedeutete für Carmen Hofner: Notoperation.

Mit Lungenkrankheit eine Corona-Patientin

Nun galt sie als Hochrisikopatientin. Eine Verlegung in eine andere Klinik war zu diesem Zeitpunkt unmöglich, da man seitens der Ärzte weitere Coronatests durchführte und die Ergebnisse abwarten wollte. Auch diese Tests waren negativ, Carmen Hofner corona-frei. „Es war eine enorme Belastung. Ich lag völlig isoliert in einem Zimmer. Sämtliche Kontakte waren verboten. Ich hatte eine Lungenerkrankung, doch trotzdem wurde ich wie eine Corona-Patientin behandelt“, erinnert sie sich. „Für Mediziner wie auch für die Patienten war und ist dies noch immer eine sehr schwere Zeit“, setzt sie fort. Corona stellt alle vor enorm große Herausforderungen. Diese heißt es zu bewältigen.

Nach sechs Tagen durfte die Schwindeggerin wieder nach Hause. Dort hatte sie das Glück, weiterhin bestens medizinisch versorgt zu werden. Schließlich hatte erst wenige Tage zuvor das Hausärztliche MVZ Isental neu eröffnet. Ein Team aus sechs Ärzten und elf medizinisch Fachangestellten (inklusive Auszubildende) kümmert sich von Montag bis Freitag um ihre Patienten.

Schnelle Versorgung schätzen immer mehr Patienten

Die Zahl der Patienten steigt stetig an. Seit der Eröffnung vor knapp vier Monaten sind es bereits etwa 3500 Menschen. Täglich kommen neue dazu. Viele von ihnen stammen aus der Region, doch die Leute scheuen auch keine weiten Anfahrtswege, um die beste medizinische Versorgung zu erhalten.

Carmen Hofner ist froh und dankbar, dass sie so eine gute Hilfe direkt in ihrer Nähe hat. „Durch das neue MVZ ist schnelle medizinische Versorgung gewährleistet. Es ist immer ein Arzt da. Bei Hausärzten, die ihre Praxis alleine bewältigen müssen, muss man oft lange Wartezeiten oder lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Das ist hier nicht der Fall. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier genau richtig bin“, lobt die 50-Jährige die Vorteile der neuen medizinischen Einrichtung in ihrem Heimatort.

Dass ihr Gesundheitszustand sehr ernst zu nehmen war, bestätigt auch die ärztliche Leiterin Anja Mundweil. Sie und ihr Team kümmern sich um jeden Patienten. „Wir lehnen niemanden ab, sondern helfen jedem, der zu uns kommt“, versichert sie.

Bereits Anfang Juli etwa 1000 Patienten zu versorgen

Dass dies ein Mammutprojekt ist, das alles zu stemmen, ist dem Team des MVZ-Isental bewusst. Alleine innerhalb der ersten zwei Juli-Wochen hatten sie etwa 1000 Patienten zu versorgen. Und das schon gleich zu Beginn des neuen Quartals. Ohne diese medizinische Einrichtung wären vermutlich einige Patienten gezwungen, in die Notaufnahme der Kliniken oder zu ihrem Hausarzt, dessen Praxis vielleicht heillos überfüllt ist, zu gehen. Kleine Arztpraxen können oftmals keine neuen Patienten mehr aufnehmen, weil sie heillos überlastet sind.

Gesund bleiben ist besser als jede Behandlung

Das Modell des MVZ gibt Menschen wie Carmen Hofner das Gefühl von Sicherheit. Sie weiß, dass ihr im Ernstfall schnell geholfen wird. Der reibungslose Ablauf beeindruckte sie.

Trotz allem hofft sie, dass sie gesund bleibt.

Wer einen Hausarzt sucht, hat es oft nicht leicht. Immer mehr Arztpraxen müssen schließen, weil kein Nachfolger gefunden werden kann. VieleAllgemeinmediziner könnten schon lange in Rente sein, doch sie wollen ihre Patienten nicht im Stich lassen und so praktizieren sie bis ins hohe Alter weiter. Bis 2020 könnten bundesweit etwa 50 000 niedergelassene Ärzte in den Ruhestand gehen.

Junge Ärzte wollen in den großen Städten in namhaften Kliniken praktizieren. Das Landleben ist für sie unattraktiv. In Haag und Schwindegg hat man eine Lösung gefunden - ein Hausärztliches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Unter der Leitung der geschäftsführenden Ärztin Anja Mundweil können Patienten aus der Region schnell und professionell medizinisch versorgt werden. Diese Hausärztlichen MVZ sind jedoch nicht nur für Patienten ansprechend, sondern auch für das medizinische Personal. Mit diesem Modell möchte man junge Ärzte aufs Land locken und den Bürgern Sicherheit bieten.

Um solch ein Projekt umzusetzen, war im Falle des neu gegründeten MVZ Isental die Unterstützung durch die Gemeinde Schwindegg und das Klinikum Mühldorf notwendig. Das MVZ ist quasi eine Zweigstelle des Klinikums Mühldorf. Die VR-Bank trug als Investor dazu bei, dass Räumlichkeiten für das neue MVZ geschaffen wurden.

Doch wie holt man Ärzte aufs Land? „Man muss die Attraktivität steigern da mitzumachen“, sagt die leitende Ärztin Anja Mundweil. „Wir brauchen Unterstützung von der Bevölkerung, den Städten und Gemeinden, der Politik und vom Bund. Investoren sind natürlich auch sehr wichtig. Für diese muss man das so gestalten, dass sie da mitmachen wollen“, setzt sie fort. Attraktivität ist das, was letztlich alle dazu bewegt, solch ein Projekt zu unterstützten. „Das Hausärztliche MVZ ist die Zukunftslösung, den Standort für die Hausärzte zu halten. Alle tun sich zusammen, die Betreiber sind die Kliniken. Die Kliniken müssen dafür sorgen, dass der medizinische Nachwuchs nachkommt. Das Gesamtpaket eines MVZ ist für junge Ärzte so interessant, dass sie inzwischen auf dem Land arbeiten möchten. Sie können sich ganz auf ihre eigene Arbeit konzentrieren, arbeiten im Team und bekommen Planungssicherheit. Ihre Arbeitszeiten sind flexibler und die ganze Bürokratie fällt für sie weg,“ erklärt Mundweil, die vor allem den tollen Zusammenhalt in ihrer Praxis enorm schätzt. Aus- und Fortbildungen des Teams sind ihr enorm wichtig. Die Mitarbeiter müssen gefördert und gefordert werden. „Die Jüngste in unserem Team ist 18. Die Ältesten hätten schon lange in Rente gehen können, was sie aber nicht tun. Dr. Gisela Dürner ist im MVZ Isental die älteste Ärztin. Im MVZ Haag ist es Dr. Walter Liebl. Das Team und die Patienten lieben sie. Die jungen Mediziner können unglaublich viel von ihren älteren Kollegen lernen. Sie sind für uns eine echte Bereicherung“, setzt die geschäftsführende Ärztin stolz fort.

Aktuell sorgen im MVZ Isental sechs Ärzte und elf medizinische Fachangestellte für die Versorgung der Patienten. Weitere Unterstützung soll noch folgen

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