Kunstwerke fast zu Bruch gegangen

Der Prähofer im Bad - Mühldorfer Paar entdeckt bei Hauskauf drei Originale des Künstlers

Brigitte Fietz und Hubert Bleier vor ihrem Haus, neben dessen Eingang eine Kachel hängt, die Hubert fast zerschlagen wollte. Eine zufällig vorbei kommende Frau verhinderte das - die Kachel stammt von Hans Prähofer. 
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Brigitte Fietz und Hubert Bleier vor ihrem Haus, neben dessen Eingang eine Kachel hängt, die Hubert fast zerschlagen wollte. Eine zufällig vorbei kommende Frau verhinderte das - die Kachel stammt von Hans Prähofer. 
  • Hans Rath
    vonHans Rath
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Gleich drei Kunstwerke von Hans Prähofer als Kunst am Bau entdeckte ein Mühldorfer Paar nach dem Kauf eines Hauses. Um eine der drei Kacheln wäre es um ein Haar geschehen gewesen, denn der Hubert Bleier-Fitz rückte mit dem Hammer an.

Mühldorf – Das kann nicht jeder von sich behaupten. In seinem Badezimmer zwei Originale von Hans Prähofer zu besitzen, dem Maler, der untrennbar mit der Geschichte Mühldorfs verbunden ist. Ein drittes Kunstwerk befindet sich an der Haustür.

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Brigitte Fietz und Hubert Bleier, beide 77 Jahre alt, hatten sich vor 15 Jahren kennen und lieben gelernt, und zwar – man glaubt es kaum – im Internet. Damals saß Brigittes Tochter am Computer und surfte im Internet. Ihre Mutter kam vorbei und sagte zu ihr: „Such mir einen Freund, der etwas ausstrahlt!“

Zwei Prähofer-Kacheln schmücken das Bad: Hahn und ...

Liebe aus dem Internet

Nach wenigen Clicks war Hubert gefunden, die beiden trafen sich, die beiden verliebten sich. Hubert zog von Baden-Württemberg nach Bayern, nach dem man eine gewisse Zeit eine Wochenendbeziehung ausprobiert hatte: Ein Wochenende reiste Hubert nach Mühldorf, dann fuhr Brigitte ins Nachbarbundesland.

Haus in Mühldorf gesucht und Prähofer gefunden

Vor zwei Jahren beschloss das Paar, noch einmal umzuziehen, es fand ein Haus in Mühldorf-Nord in der Bungalowstraße. Alles war bestens, nur ein farbiges Bild am Hauseingang, eine Kachel rechts neben der Haustür störte Hubert. Er wollte die Kachel gerade abschlagen, als zufällig eine Pflegerin ins Haus kam und ihn stoppte. Das Bild sei wertvoll, sagte sie, es stamme von Hans Prähofer.

... ein Fisch im typischen Prähofer-Stil.

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Der Grund für das Kunstwerk an der Hauswand: Das Haus gehörte einst der Schwester Prähofers, Aloisia Meier. Für sie hatte der berühmte Bruder dieses und zwei weitere Kunstwerke angefertig. Im Badezimmer zwei weitere farbige Kacheln: Ein Fisch und ein Hahn, beide von dem Künstler, der vor wenigen Wochen 100 Jahre alt geworden wäre.

Viele Bilder abtransportiert

Die beiden erinnern sich, dass sie vor dem Einzug viele Bilder von Hans Prähofer im Haus gesehen hätten, Bilder in seinem typischen Schwarz-Weiß-Stil. Diese seien aber abgeholt worden.

Das war Hans Prähofer

Hans Prähofer war Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller, wurde am 29. September 1920 in Traunstein geboren, wuchs aber in Mühldorf auf. Er starb am 6. November 2005 in München. Dort hatte er bis zu seinem Tode ein Atelier nahe der Isar im Stadtteil Au.

Prähofer studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München, musste aber auf Wunsch des Vaters eine Metzgerlehre absolvieren. Er überlebte den Zweiten Weltkrieg und arbeitete danach als Journalist beim Oberbayerischen Volksblatt, wo er Gerichts- und Polizeiberichte schrieb. Anfangs der 50er Jahr zog Hans Prähofer nach München. Dort schrieb er den autobiografischen Roman „Die Drachenschaukel“. Er handelt von einer Jugend in Altbayern.

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