Hans Bauer gibt Vorsitz der Milcherzeugergemeinschaft ab

Karl Schult (links) und Richard Straubinger (rechts) rahmen Rosmarie und Hans Bauer ein. Rath

Die Milcherzeugergemeinschaft (=MEG) Altötting-Mühldorf hat ihren Vorsitzenden Hans Bauer verabschiedet. Dieser hatte die Geschicke der Gemeinschaft von 2016 bis 2019 geleitet, zuvor war er sieben Jahre stellvertretender Vorsitzender.

Mettenheim –Die Milcherzeugergemeinschaft Altötting-Mühldorf ist die größte Erzeugergemeinschaft in Deutschland, 925 Milcherzeuger gehören ihr an. Sie produzieren pro Jahr im Durchschnitt etwa 300 000 Liter Milch. Die Milch wird täglich von Milchsammeltransportern abgeholt und zu der Molkerei geliefert, mit der der jeweilige Milchbauer vertraglich zusammenarbeitet.

Von Milchpulver über Käse bis Butterschmalz

In der MEG Altötting-Mühldorf nimmt die Hälfte (140 Millionen Liter) die Molkerei in Weiding ab. Weiding stellt daraus vor allem Milchpulver und Butteröl, gemeinhin bekannt als Butterschmalz, her. Der zweitgrößte Abnehmer ist mit 90 Millionen Liter die Molkerei Jäger in Haag. Diese fabriziert vor allem Käse. Die restlichen 50 Millionen Liter gehen an die Molkerei Meggle in Wasserburg (20 Millionen Liter), die Naabtaler Milchwerke in Schwarzenfeld in der Oberpfalz (20 Millionen Liter) und an die Molkerei Gropper in Bissingen (10 Millionen Liter). Letztere stellen vornehmlich Butter, Käse und Trinkmilch her. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Der Nettowert, den die MEG Altötting-Mühldorf in einem Jahr vermarktet, liegt bei etwa 100 Millionen Euro im Jahr. Dabei arbeiten alle Funktionäre der Milcherzeugergemeinschaft ehrenamtlich. Die Haupttätigkeit eines Vorsitzenden besteht darin, bei den Molkereien den Milchpreis pro Liter für das nächste Quartal auszuhandeln. Beim Vorsitzenden landen zudem alle Probleme seiner Milchbauern, die zurzeit nicht gerade gering sind, weil der deutsche und der europäische Markt übervoll mit Anbietern sind und sich dieses Überangebot negativ auf den Milchpreis auswirkt.

Drohende Schließung in Weiding war der Tiefpunkt

Einen Tiefpunkt in seiner Karriere als Vorsitzender der MEG erlebte Hans Bauer, als die Firma Hochwald 2017 ankündigte, das Werk Weiding schließen zu wollen. Es gab viele Telefonate, viele Gespräche, viele schlaflose Nächte, bis feststand, dass das Allgäuer Alpenmilchwerk die Molkerei in Weiding kauft. Pikanterweise hat die Firma Hochwald die Molkerei Weiding wieder zurückgekauft.

Aus gesundheitlichen Gründen hat sich Hans Bauer vom Amt des Vorsitzenden zurückgezogen. Ihm folgt Karl Schult nach, als dessen Stellvertreter fungiert Richard Straubinger.

Josef Heigl, Werksleiter des Allgäuer Alpenmilchwerks in Weiding, würdigte Hans Bauer für die allzeit gute Zusammenarbeit. Auch in schwierigen Zeiten wie der drohenden Werksschließung habe man immer einen Ausweg gefunden.

Hans Bauer geht mit lachendem und weinendem Auge

Zum Abschluss blickte Hans Bauer nach einem gemeinsamen Abendessen auf seine Zeit bei der Milcherzeugergemeinschaft Altötting-Mühldorf zurück – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eine große Überraschung bereitete Bauer eine seiner Töchter. Sie sagte im Vorfeld, sie könne beruflich bedingt nicht zu seiner Verabschiedung kommen. Sie war dann aber doch da, obwohl sie in Amsterdam arbeitet.

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