Gute Nachrichten in der Bürgerversammlung Rattenkirchen: Weniger Schulden, günstigeres Wasser

Die geplante Wiederbelebung und Neugestaltung des Dorfplatzes soll bereits im Frühsommer 2020 Baubeginn sein. Gemeinde

Eine erfreuliche Entwicklung bei den Gemeindefinanzen zeigte Bürgermeister Rainer Greilmeier in der Bürgerversammlung auf: Im vergangenen Jahr konnte die Kommune knapp 129000 Euro tilgen, wodurch die Schuldenlast zum Jahresende 2018 auf 1,3 Millionen Euro fiel.

Rattenkirchen – Das ergibt bei der Pro-Kopf-Verschuldung eine Verringerung auf 1368,60 Euro. „Wenn’s immer so weiter geht, brauch’ma no zehn Jahr, dann samma auf 0!“, meinte Greilmeier schmunzelnd. Gleichzeitig stieg die allgemeine Rücklage auf einen beruhigenden Stand von gut einer Million Euro.Dennoch gibt es Posten, die dem Bürgermeister weniger gefallen: So hat die Umlage für die gemeinsam mit Heldenstein betriebene Kläranlage deutlich zugenommen, weil diese mittlerweile in die Jahre kommt und die Instandhaltungskosten steigen.

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Die wichtigsten Einnahmen des Verwaltungshaushalts sind die Gewerbesteuer (2018: 532 000 Euro; 2019: 590 000 Euro), die Einkommens- und Umsatzsteuer(614 000 Euro/640 000 Euro) sowie die Zuweisungen vom Freistaat (301 000/239 000 Euro). Die größte Ausgabeposten ist die Kreisumlage (550 .000 Euro/623 000 Euro).

Die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushalts sind die Zuweisungen und Zuschüsse(983 000 Euro/124 000 Euro) und Baumaßnahmen(800 000 Euro) sowie die Veräußerung von Grundstücken(422 000 Euro).

Wasser: Grundgebühr bei 50 Euro

Die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Rattenkirchen ist solide aufgestellt. Allerdings gibt es auch hier Leitungen, die in die Jahre kommen. Beispielsweise meldeten aufmerksame Bürger einen Rohrleitungsbruch in der Dornbergstraße. Dank des schnellen Einsatzes der Bauhofmitarbeiter konnte die undichte Stelle noch am selben Tag repariert werden. Der Wasserpreis in Rattenkirchen wurde für die kommenden vier Jahre auf 1,15 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Der bayerische Durchschnittspreis beträgt laut Greilmeier 1,85 Euro pro Kubikmeter. Auch die Grundgebühr liegt mit 50 Euro gegenüber dem bayernweiten Durchschnitt von 96 Euro sehr günstig

.Für den Breitbandausbau findet sich kein Unternehmen

Seit der Eröffnung der Autobahn A94 im Gemeindebereich hat die freiwillige Feuerwehr eine Zusatzaufgabe bekommen. Damit die Feuerwehrler adäquat ausgerüstet sind, wurden ein neuer Spreizer und eine neue Rettungsschere sowie Schutzkleidung angeschafft.

350 000 Euro hat die Gemeinde in die Straßensanierung Pemberg-Ramering gesteckt. Hier wurden gleich Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt. Für eben diesen Breitbandausbau in den noch nicht versorgten Teilen der Gemeinde engagiert sich die Gemeinde bereits seit Herbst 2017, hat aber bisher kein Unternehmen, gefunden, das für das weit verzweigtes Netz ein Angebot machen möchte.

Auch andere Gemeinden in der Region sind von diesem Problem betroffen. Der Bürgermeister hat sich deshalb an den Landtagsabgeordneten Dr. Marcel Huber (CSU) gewendet, mit der Bitte, das Förderprogramm anzupassen, dass der Netzausbau für die Betreiber attraktiver wird. Auch wenn sich hier etwas zu bewegen scheint, muss wohl mit mehreren Jahren gerechnet werden, bis vor Ort etwas passiert, so Greilmeier.

Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt

Die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet wurde mittlerweile fast komplett auf die sparsame LED-Technik umgerüstet. Die bisher nicht umgerüsteten drei Lampen in der Kirchenstraße sollen im nächsten Frühjahr noch getauscht werden.

Beim Projekt „R.A.T.T.E.N.“, der Wiederbelebung des alten Pfarrerweges und Neugestaltung des Spielplatzes, geht es etwas schneller voran: Noch in diesem Jahr sollen die Ausschreibungen für Landschaftsbauer, Spielplatzgeräte und dergleichen erfolgen. Baubeginn ist für den Frühsommer des nächsten Jahres geplant.

Das ehrenamtliche Engagement und den Zusammenhalt der Rattenkirchner lobte Landrat Georg Huber in seinem Grußwort. Das sei gegen den gesellschaftlichen Trend, dass sich jeder nur noch um sich selber kümmert. „Des gfoid ma, dass ma zam huifd!“

A94 sorgt auch hier für Diskussionen

Ein „heißes Eisen“ ist die Autobahn A94 in Rattenkirchen: Das wurde auch in der Bürgerversammlung deutlich. Zum einen wurden Feldwege neu angelegt, die in das Eigentum und die Unterhaltspflicht der Gemeinde übergehen sollen. Allerdings sind diese nicht ordnungsgemäß ausgeführt, weshalb hier vor der Übernahme noch eine Nachbesserung gefordert wurde. Zum anderen gibt es durch die schweren Baufahrzeuge Schäden an den bestehenden Gemeindestraßen und Feldwegen. Die Verantwortlichen der ARGE A94 berufen sich darauf, dass es sich hier um öffentliche Straßen handelt, die auch für Baufahrzeuge zugänglich sein müssten.

Keine Lösung in Sicht

Wie Bürgermeister Rainer Greilmeier mitteilte, gab es ein Gespräch der Bürgermeister aus Heldenstein, Obertaufkirchen, Schwindegg, Dorfen und Lengdorf mit den Verantwortlichen der ARGE. Trotz Unterstützung durch Dr. Marcel Huber (CSU) sei dieses Gespräch nicht einfach gewesen, so Greilmeier. Eine Einigung wurde bislang noch nicht erzielt.

Das letzte Thema zur A94 ist schließlich die Lärmbelastung für die Anlieger. EineUnterschriftenliste wurde mittlerweile an den Landtagsabgeordneten Huber übergeben.

Nur eine Wortmeldung

Rattenkirchen – Die Bürger Rattenkirchens scheinen mit ihrem Bürgermeister und seiner Arbeit recht zufrieden zu sein. Jedenfalls meldete sich nur ein Bürger in der Bürgersammlung zu Wort. Hermann Platschka merkte an, dass der Grüngut-Container im Herbst sehr schnell voll war. Bürgermeister Rainer Greilmeier wies darauf hin, dass an einem schönen Herbstwochenende der Container freitags fast leer sein könne und am Samstag dann trotzdem überfüllt sei. Landrat Georg Huber merkte zu diesem Thema an, dass man bei der zuständigen Stelle für die entsprechenden Zeiten im Jahr problemlos einen zweiten Grüngut-Container beantragen könne. tob

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