Gruppe „sauber und schee“ räumt auf

Die Mitglieder des Aktionsbündnisses „sauber und schee“, hier Lena Koch, sammeln Müll ein, den andere einfach in der Natur wegwerfen. Wagner

Flossing/Polling – „Es wächst sich immer mehr zu einem Problem aus.

Und in der Corona-Krise, wenn alle ihren Urlaub daheim verbringen, wird es sicherlich noch schlimmer", sagt Lena Koch aus Flossing. Sie meint damit die Müllablagerungen, überfüllte Mülleimer, liegen gelassene Hundekotbeutel und nicht zuletzt achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, welche gerade in der derzeit anhaltenden Dürreperiode ein immenses Risiko darstellen.

Es „müllt“ an den Freizeit-Hotspots rund um Flossing, wie etwa dem Flossinger See und an der Aussichtsplattform am Heistinger Innprallhang. Nun hat sich eine Whatsapp-Gruppe gebildet, die Abhilfe schaffen will.

An einem sonnigen Nachmittag ist Koch in der wunderbaren Landschaft rund um den Heistinger Innprallhang unterwegs. Ein Spaziergang mit ihrem Hund, ausgerüstet mit Hundekotbeuteln, um die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners anschließend zu Hause in der Mülltonne zu entsorgen.

Man kann nurden Kopf schütteln

Was sie auf ihrem Weg alles vorfindet, lässt sie nur noch den Kopf schütteln. Volle und leere Hundekotbeutel, achtlos in die Natur geworfen, Getränkedosen am Wegrand und jede Menge Zigarettenkippen – bei der derzeitigen Trockenheit ein extremes Brandrisiko. Koch sammelt den Unrat in ihren Plastikbeuteln ein und entsorgt ihn zu Hause.

So wie sie machen es 14 weitere Bürger in Flossing und auch Polling, die sich in einer Whatsapp-Gruppe unter dem Namen „Aktionsbündnis sauber und schee“ zusammengetan haben. Auf ihren Spaziergängen, in Zeiten von Corona alleine oder mit der Familie, sammeln sie den Müll ein, den andere Ausflügler einfach liegen gelassen haben.

„Den Mitgliedern der Gruppe geht es darum, unsere wunderbare Umgebung in ihrer Art zu erhalten, Flora und Fauna zu schützen und den Menschen das Bewusstsein zu vermitteln, dass diese Schönheit keine Selbstverständlichkeit ist und man ihr mit Achtsamkeit begegnen muss. Damit man sich auch in Zukunft daran erfreuen kann“, betont Koch.

Im Prinzip wäre es das Einfachste, wenn die Leute ihren Müll wieder mitnehmen würden. Dann gäbe es auch keine überfüllten Müllbehälter. Den Abfall kurzerhand daneben hinwerfen sei die schlechteste Lösung. Was bei den täglichen „Sammelgängen“ zusammenkomme, sei unglaublich, schildert Koch: „Wir klauben Hände voller Kippen auf, räumen den Unrat weg und entsorgen die vollen Mülltüten in unserem Hausmüll.“

Dass diese Privatentsorgung nicht sein muss, erklärt Geschäftsstellenleiter Georg Hartl von der Gemeinde Polling: „Es ist eine tolle Sache, wenn sich die Leute hier engagieren und für eine saubere Umwelt sorgen. Für die Entsorgung des gesammelten Mülls werden von der Gemeinde gerne Müllsäcke zur Verfügung gestellt, sodass hier den Sammlern nicht auch noch Kosten entstehen.“

Ein Lob für das Engagement von offizieller Seite, das sicher angebracht ist. Für die Aktionsgemeinschaft der Bürger bleibt zu hoffen, dass hier schnellstens ein Umdenken erfolgt. Damit Spaziergänger sowie Ausflügler ihren Unrat mit nach Hause nehmen, keine Zigarettenkippen mehr wegwerfen und den Hundekot ihrer Vierbeiner zu Hause entsorgen. wag

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