Grünes Dach statt Wohnen: Gemeinderat Heldenstein stimmt gegen Wohnungen auf geplanten Supermarkt

Im Ortskern von Heldenstein soll ein Supermarkt gebaut werden. Der Gemeinderat hat nun den Bebauungsplan abgesegnet. Archiv/Ober

Die Gemeinde Heldenstein gibt einem Gründach den Vorzug vor Wohnungen auf dem geplanten Supermarkt. Dafür gibt es verschiedene Gründe.Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan.

Heldenstein – Die Pläne für den Supermarkt in Heldenstein nehmen die nächste Hürde. Zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans „SB-Markt Heldenstein“ im Bereich zwischen Münchner Straße, St.-Rupert- und Kirchstraße stand die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen an.

Mangelnde Information

Die Regierung von Oberbayern als höhere Landesplanungsbehörde hatte Änderungswünsche vorgebracht, die sich allerdings ausschließlich auf Regelungen im Bebauungsplan beziehen und deshalb zurückgestellt wurden. Vor der Abstimmung erhob Gemeinderat Georg Stöckl (UWG) Einwände und wies auf mangelnde Information des Gemeinderats hin.

So wurde zum Beispiel der Vertrag mit Edeka nie vorgelegt. Aufgrund eigener Recherchen im Internet hat er die Befürchtung, dass ein Teil der Fläche des Supermarktes anderweitig (zum Beispiel für Wohnbebauung) verwendet werden könnte. Bürgermeister Helmut Kirmeier (CSU) hielt dagegen, dass der Gemeinderat über einen Supermarkt zu beschließen habe und nicht über den Bau von Wohnungen. Mit 8:4 Stimmen wurde die Änderung des Flächennutzungsplans zur Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen.

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Bei den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan erhoben die Bayernwerke keine Einwände, wenn Bestand, Sicherheit und Betrieb der Versorgungseinrichtungen der Bayernwerk Netz AG nicht beeinträchtigt werden. Obwohl laut Planungsunterlagen auf dem Dach des SB-Markts eine weitere Wohnbebauung zulässig wäre, sprach sich der Gemeinderat entsprechend der Auflagen des Naturschutzes und Landschaftspflege sowie der begrenzten Leistungsfähigkeit der Kanalisation einstimmig für eine Dachbegrünung und gegen eine Wohnbebauung auf dem Dach des Supermarktes aus.

Zweiter Bürgermeister Rupert Müller (CSU) wies vor allem auch auf eine dann entstehende optische Ansicht hin, die in keiner Weise zu Heldenstein und seiner ländlichen Umgebung passen würde.

Weitere Punkte, die Eingang in den Bebauungsplan fanden, sind die Erhöhung der Anzahl der Bäume von 20 auf 23, die Berücksichtigung sickeroffener Stellplätze als versiegelte Fläche und die Verwendung heimischer Arten in der Pflanzenliste beziehungsweise autochthonen Saatguts bei der Dachbegrünung. Außerdem muss bei der Errichtung von Zäunen, die sockelfrei erstellt sein müssen, ein Mindestabstand von zehn Zentimetern zum Boden eingehalten werden, um Kleintieren die Durchgängigkeit zu ermöglichen.

Für je fünf Stellplätze kommt ein Baum

Für je fünf Stellplätze wird ein heimischer Laubbaum gepflanzt, und größere Glasflächen sind so zu errichten, dass Vogelschlag vermieden wird. Außerdem ist bei Grundstücken mit einer befestigten Fläche von mehr als 800 Quadratmetern ein Überflutungsnachweis zu führen, das heißt die Differenz aus dem festgesetzten Zufluss ins öffentliche Netz (21 Liter pro Sekunde) und einem 30-jährigen Regenereignis muss auf dem Grundstück durch entsprechende Rückhaltemaßnahmen zurückgehalten werden.

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Der Gemeinderat beschloss unter Einbeziehung der Ergebnisse der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung den Bebauungsplan mit 11:1 Stimmen.

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