Großer Arbeitseinsatz für Blaukehlchen

Die fleißigen Helfer mussten das Gehölz aus dem Sumpf heraustragen.re

„Jetzt schaut’s schon viel besser aus!“, stellt Alex Scholz fest, der als Vogelspezialist die Naturschutzaktion koordinierte.

Rund 20 Helfer waren dem Aufruf des Landesbundes für Vogelschutz und des Bund Naturschutz gefolgt, um den Lebensraum für Blaukehlchen, Schafstelze und zahlreiche weitere seltene Vogelarten im Niedermoor bei Langenstegham zu verbessern. Auf der Fläche nahe der Autobahn, angelegt für den Wasserrückhalt, ist in den letzten Jahren einer der wichtigsten Vogellebensräume im Landkreis Mühldorf entstanden. Rinder und Wasserbüffel vom Reisererhof der Familie Reissaus grasen dort im Sommer und ließen über die Jahre hinweg eine traditionelle Weidelandschaft neu aufleben, wie sie früher in vielen Moorgebieten Bayerns üblich war.

„Solche feuchten Weiden im Isental bieten vielen Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat, die an diese alte und inzwischen seltene Form der landwirtschaftlichen Nutzung angepasst sind“, erklärte Ingrid Schubert, Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, den Teilnehmern der Aktion. Doch sie betont auch: „Aber hin und wieder muss man nachhelfen, damit die Bedingungen so gut bleiben“. Denn Gehölze wie die Schwarzerle, die von den Rindern kaum verbissen werden, wachsen inzwischen an vielen Stellen üppig auf und das behagt den seltenen Vogelarten gar nicht.

Mit einer ferngesteuerten Mähraupe, manövriert von Jakob Nägele, wurden daher breite Schneisen im Jungwuchs angelegt. Das Spezialgerät, extra zur Landschaftspflege angeschafft, bestand in Langenstegham seine Feuertaufe. Doch um die Gehölze auch in den Tümpeln und an den Gräben auf der Weide zurückzudrängen, wo eine maschinelle Entbu-schung zu schwierig ist, erwies sich Handarbeit immer noch als das Mittel der Wahl.

Mit Motorsägen und Astscheren haben die vielen Freiwilligen daher den Aufwuchs im Flachwasser und an den Ufern reduziert. Danach musste das abgeschnittene Astwerk aus dem Sumpf getragen und zu Haufen aufgeschichtet werden. Sie sollen als Verstecke für Reptilien wie Ringelnattern und Zauneidechsen und als Brutplatz für Vögel dienen.

„Wir freuen uns schon auf die nächste Brutsaison“, so Andreas Zahn vom Bund Naturschutz. „Und natürlich hoffen wir, dass solche Beispiele Schule machen, und dass in Zukunft solch wilde Weiden mit Rindern, Pferden und Büffeln häufiger in unserer Landschaft zu sehen sind“.

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