Die große Ruhe nach dem großen Krippenstreit in Polling

Als Vizemeister stieg Fußball-Damenmannschaft des TSV 66 Polling in die Kreisliga auf. Über die Ehrung freuten sich Barbara Kronberger, Corinna Noller, Vanessa Hüller, Maria Maderlechner, Isabel Flötzinger, Tanja Eschenlohr und Mirjeta Ramizi (von rechts) und Trainer Andi Unterforsthuber (hinten mitte). Die Tischtennismannschaft des TSV 66 Polling wurde für den Meistertitel in der vierten Bezirksklasse geehrt: Anton Pointner, Andreas Utz, Günther Gerauer und Heinz Deutschenbaur (von links) Max Mühldbauer (im roten T-Shirt) wurde Jugendmeister bei der Bayrischen Meisterschaft im Trial Motorrad. Wagner

Heuer verlief die Bürgerversammlung in Polling sehr ruhig, der Streit um die Kinderkrippe, der im vergangenen Jahr noch brodelte, spielte heuer keine Rolle. Bürgermeister Lorenz Kronberger stellte vor allem Baumaßnahmen vor.

Polling – Anders als in den Jahren zuvor, als es mit dem geforderten Zusammenlegen der beiden Schulstandorte und der Standortfrage für die Kinderkrippe reichlich Zündstoff für die Bürgerversammlung gab, verlief die diesjährige, erneut sehr gut besuchte, Versammlung mehr als ruhig.

Bürgermeister Lorenz Kronberger gab einen Überblick über Baumaßnahmen. So sei es dem jetzigen Gemeinderat gelungen, in den zurückliegenden fünf Jahren die mehr als 20 Jahren geplanten Kanalbauten anzupacken und nahezu zu Ende zu bringen. Lediglich in Weiding gebe es noch Verzögerungen, die dazu führen würden, dass die Arbeiten erst im kommenden Jahr zu Ende gebracht werden könnten. Weiterhin seien die Erschließungsarbeiten für die Neubaugebiete in Polling, Flossing und Annabrunn abgeschlossen, hier stehe auch bereits das ein oder andere Haus. Für Grünbach werde es demnächst auch ein Baugebiet geben, der Grunderwerb sei getätigt, die Erschließung und damit auch die Vergabe der Grundstücke werde, wenn alles planmäßig läuft, bis Ende 2020 erfolgen.

Abgeschlossen wurde auch die Fertigstellung verschiedener Erschließungsstraßen. Probleme gebe es dagegen beim Breitbandausbau, dessen zweite Stufe nach wie vor nicht abgeschlossen sei. Hier habe er aktuell wenig Hoffnung auf einen schnellen Vollzug.

Kinderkrippe soll im September 2021 fertig sein

Im Hinblick auf die Kinderkrippe sei die Planung genehmigt und die Abstimmung der Projektanten erfolgt. Im Dezember würden die ersten Gewerke vergeben, sodass mit dem Baubeginn im Frühjahr 2020 zu rechnen sei. Mit der Fertigstellung rechne er bis September 2021.

Weitere Ziele für 2020 seien eine Hochwasserstudie für die Hochwasserfreilegung des Grünbachs, die Sanierung von Gemeindeverbindungsstraßen, Planungen zur Schaffung einer Verbundleitung mit Oberneukirchen zur Sicherstellung der Wasserversorgung im südlichen Gemeindebereich, die Erstellung eines Verkehrskonzeptes für Polling – Dorf, die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr Polling und die Erstellung eines Fernwärmekonzeptes zur Versorgung gemeindlicher Liegenschaften. Hierfür warb Kronberger um die Beteiligung von Privatanschließern, um die notwendigen Abnahmemengen zu erreichen.

Jeder Pollinger hat 667 Euro Schulden

In finanzieller Hinsicht gab der Bürgermeister einen detaillierten Überblick zu Einnahmen und Ausgaben, wobei Erstere vor allem durch eine erfreuliche Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen geprägt seien. Allerdings, so Kronberger, „gehört uns das ja nicht in diesem Umfang. Dadurch wird auch wieder die Kreisumlage steigen.“

Die Zahlen weisen einen Verwaltungshaushalt von 7,6 Millionen Euro und einen Vermögenshaushalt von 2,1 Millionen Euro aus. Die Rücklagen betragen 2,6 Millionen Euro, der Schuldenstand liegt bei 2,2 Euro und ie Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 667 Euro.

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Abschließend sagte der Bürgermeister, er hoffe, dass nach dem„Krippen-Crash“ zwischen Flossing und Polling nun wieder Ruhe in der Gemeinde einkehre und alle gemeinsam an einem Strang ziehen: „Dass dies geht, beweisen unsere vielen Ehrenamtlichen in allen Gemeindeteilen Tag für Tag auf’s Neue.“

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