Mühldorfer Pendler betroffen: 567 Minuten Verspätung wegen eines Mannes

Die Bundespolizei warnt davor, den Gleisbereich zu betreten oder zu überqueren. In Poing hat ein Mann dadurch ein morgendliches Mega-Chaos im regionalen Bahnverkehr ausgelöst.
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Die Bundespolizei warnt davor, den Gleisbereich zu betreten oder zu überqueren. In Poing hat ein Mann dadurch ein morgendliches Mega-Chaos im regionalen Bahnverkehr ausgelöst.

Ein Gleisläufer, der am Mittwoch in der Früh einen vollbesetzten Zug beim Bahnhof Poing zur Schnellbremsung zwang, hat ein morgendliches Mega-Chaos auf der Bahnstrecke nach München ausgelöst.

Mühldorf/Poing – Das ging ja noch mal glimpflich aus. Niemand wurde verletzt, als am Mittwochmorgen gegen 6.50 Uhr ein vollbestezter Zug im Gleisbereich bei Poing eine Schnellbremsung hinlegen musste, weil ein Unbekannter die Regional- und S-Bahn-Gleise überquerte.

567 Verspätungsminuten und 26 Zugausfälle

Den Schaden hatten die Bahnkunden, die Pendler, die auf eine Geduldsprobe gestellt wurden. Wie die Bundespolizei mitteilt, kam es in der Folge zu zahlreichen Zugausfällen und mehr als 500 Verspätungsminuten.

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Der Zug war auf dem Weg von Mühldorf zum Münchner Ostbahnhof. Als der 21-jährige Triebfahrzeugführer mit der Regionalbahn den Bahnhof Poing durchfahren wollte, sah er plötzlich eine männliche Person, die die Gleise überquerte, um auf den gegenüberliegenden Bahnsteig zu gelangen.

Triebfahrzeugführer konnte nicht mehr weiterfahren

Um den Unbekannten nicht zu erfassen, habe der Triebfahrzeugführer eine Schnellbremsung eingeleitet, so die Bundespolizei, die in der Angelegenheit ermittelt. Der Gleisläufer konnte unerkannt verschwinden. Die Reisenden im Zug blieben unverletzt. Der 21-Jährige Fahrer ließ sich allerdings ablösen.

Erst eineinhalb Stunden später, gegen 8.15 Uhr, konnte der Zug nach Angaben der Bundespolizei weiterfahren. Da war es berets zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen gekommen. Bei 18 Zügen summierten sich das auf 567 Verspätungsminuten. Dazu fielen vier Züge ganz und 22 zum Teil aus.

Pendlern steht Entschädigung zu

Welche Züge betroffen waren und wie viele Pendler dadurch Unannehmlichkeiten hatten, dazu will ein Sprecher der Bahn nichts Näheres sagen.

In einer dürren Pressemitteilung weist er auf Regelungen des nationalen Fahrgastrechts hin. Demnach können Kunden bei einer Verspätung ab 60 Minuten an ihrem Zielbahnhof eine Entschädigung von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt einfordern. Ab 120 Minuten Verspätung erhalten sie die Hälfte des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt zurück, als Gutschein oder als Geldbetrag.

Gegen den Gleisläufer hat die Bundespolizei ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Darüber hinaus warnt die Polizei dringend davor, sich im Gleisbereich aufzuhalten oder solche zu Überqueren. „Es besteht Lebensgefahr.“ hg

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