Giftige Substanzen in Lebensmitteln?

Obertaufkirchen – Giftige Stoffe wie Dioxine/PCBs, bromierte Flammschutzmittel, chlorierte Paraffine und insbesondere auch poly- und perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmitteln und Trinkwasser.

Wie sehr diese Stoffe bereits das tägliche Leben der Menschen beeinflussen, ist an der öffentlichen Diskussion im Landkreis Altötting auf Grund von PFAS-Altlasten der chemischen Industrie zu sehen.

Die Firma LCTech, ein Hersteller für automatisierte Probenvorbereitungs-Systeme für Lebensmittel- und Umweltlabore, organisierte zu diesem Themenkomplex einen hochkarätig besetzten Kongress im Akademiezentrum der TU München in Raitenhaslach.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bemüht sich intensiv um die Berücksichtigung der besonderen Gefährlichkeit dieser Stoffe und eine weitere Reduzierung für die Verbraucher und Konsumenten. Schlüssel für die Beurteilung der Gefährlichkeit sind die durch Lebensmittel und Trinkwasser aufgenommenen Mengen dieser Stoffe bei einem Durchschnittskonsumenten in Verbindung mit ihrer entsprechenden toxikologischen Bewertung. Die ermittelten Werte werden der Europäischen Kommission vorgelegt und fließen in Gesetzgebungsverfahren ein.

Vorab müssen diese Themen auf ihre Umsetzbarkeit in analytischen Laboratorien, in Behörden und der Privatindustrie geprüft werden. Dass die sich immer weiter verschärfenden Grenzwerte eine erhebliche Herausforderung für analytische Labore darstellt, wurde beim Kongress aufgezeigt. Es wurde um die besten Strategien gerungen, aber auch Sinn und Unsinn bestimmter Grenzwerte diskutiert. Letztendlich ist die Diskussion zwischen der Europäischen Behörde, dem Europäischen Referenzlabor, nationalen Laboratorien und privaten Umweltlaboratorien in diesem Kongress weiter intensiviert worden.

Ein wesentlicher Bereich ist aber auch die Kommunikation mit den Verbrauchern und Konsumenten. Hier gibt es das Spannungsfeld zwischen toxikologischer Bewertung und realer Lebenssituation, da organisch erzeugte und damit erstrebenswerte und gesunde Nahrungsmittel aufgrund von Umwelteinflüssen höher belastet sein können, als Produkte aus der Massentierhaltung. Dies gilt beispielsweise für wild gefangenen Fisch, wie auch für Bio-Fleisch aus Weidehaltung oder Eier aus Bio-Produktion. Einig waren sich die Wissenschaftler, dass die Verseuchung der Umwelt langfristig und nachhaltig eingedämmt werden muss.

77 führende Wissenschaftler aus 14 Nationen besuchten den Kongress. Mit dieser Veranstaltung, waren sie sich einig, wurden wichtige Zukunftsthemen diskutiert.

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