Gesundheit, Krankheit und Epidemien im Landkreis Mühldorf – Der Bader im Mittelalter

Daniel Baumgartner (rechts) filmte die kurzen Sequenzen, hier mit Bader Leo, einfach mit seiner Handykamera ab.
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Daniel Baumgartner (rechts) filmte die kurzen Sequenzen, hier mit Bader Leo, einfach mit seiner Handykamera ab.

Der Ortsbader von Erharting, Leonhard Biermaier, hat sich viel Wissen darüber angeeignet, wie im Mittelalter Patienten behandelt wurden. Das Geschichtszentrum des Landkreises hat nun eine Videoreihe gestartet, die zeigt, welche Aufgaben ein Bader im Mittelalter erfüllte.

Mühldorf – Ein Bader war halb Wundarzt, halb Friseur. Aber auch Aderlass, Geburtshilfe und Zähneziehen gehörten zum vielfältigen Berufsbild. Bader Leo vom Brauchtumsverein Erharting kennt sich mit Kräutern und Tinkturen, chirurgischem Werkzeug und scharfen Messern aus. Seine Kenntnisse stellt er seit Jahren auf Mittelaltermärkten und -festen in der ganzen Region zur Verfügung, oft nicht nur zur Wissensverbreitung, sondern ebenso zur Belustigung seiner Zuhörer.

Das Mittelalter unter die Leute bringen

„Denn im Gegensatz zum studierten Medikus musste der Bader auch ein wenig unterhalten. Da ging es bei einem jungen Paar zum Beispiel darum, ob sie schöne Kinder bekommen werden, was man tun muss, damit das Kind Locken haben wird oder damit es nicht rothaarig wird“, sagt Biermaier.i

Da durch die Corona-Beschränkungen fast die gesamte Mittelaltersaison ausfällt, hat sich der Erhartinger Brauchtumsverein nach Möglichkeiten umgesehen, doch noch ein wenig Mittelalter unter die Leute zu bringen. Genau in diese Kerbe schlug Daniel Baumgartner, der auf den Verein zukam, weil er für eine Videoreihe über Krankheiten und Epidemien Partner suchte. Aus seiner Idee heraus entstand eine ganze Reihe von Videos, die zum Teil bereits online zu sehen sind.

Von Zahnbrechen bis zur Schwangerschaft

„Zuerst haben wir ein paar Videos über ganz gängige Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten gezeigt, das ist die Basis. Dann kommt das Zahnbrechen, etwas über Schwangerschaften und schließlich die Teile über Pest und Cholera – da wird auch auf die aktuelle Situation Bezug genommen“, erzählt der Koordinator der Geschichtsarbeit in Mühldorf. Er stellte die Videoreihe mit den Erhartingern und demKatholischen Kreisbildungswerk auf die Beine. „Und Stadtarchivar Edwin Hamberger liefert die geschichtlichen Hintergründe zu den Epidemiezeiten im Landkreis.“

Die Videos werden jeweils Montag, Mittwoch und Freitag auf der Facebook-Seite des Geschichtszentrums Mühldorf eingestellt. Weitere Infos zum Projekt gibt es unter www.geschichtszentrum-mue.de.

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