Ampfing lehnt Bio-Schweinemast in Salmanskirchen ab: Angst vor Gestank und Bürgerprotest

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Auf diesem Gelände im Ampfinger Ortsteil Salmanskirchen war ein Bio-Schweinemast-Betrieb angedacht.
  • Hans Rath
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Soll am ehemaligen Molkereigelände im Ampfinger Ortsteil Salmanskirchen eine Schweinemast gebaut werden? Der Gemeinderat befürchtet eine Geruchsbelästigung für die Nachbarn – und sagt nein. Es gibt andere Ideen, das Areal neu zu beleben.

Salmanskirchen – Das Gelände der ehemaligen Molkerei in Salmanskirchen wird unterschiedlich genutzt. Zum Teil sind die Grundstücke mit Häusern bebaut, andere Flächen liegen brach. Au0ßerdem befinden sich dort auch Landwirtschaftsbetriebe.

Eigentümerin des ehemaligen Geländes ist die Gemeinde Ampfing, die das Gebiet gerne weiter entwickeln will. Sollte dort eine Schweinemast entstehen, sieht man die Revitalisierung in Gefahr. Der Gemeinderat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung darüber.

Wohnungen – auch für sozial Schwächere

Städtebaulich ist das ehemalige Molkereigelände der Gemeinde Ampfing ein Dorn im Auge. Das Areal soll schöner werden. Und das am besten mit neuem Wohnraum, wie es dazu in der Sitzung hieß. Diese Wohnungen sollen auch für sozial Schwächere erschwinglich sein – und barrierefrei.

Es handelt sich dabei um ein Projekt, das der Salmanskirchener Bevölkerung bereits im vergangenen Jahr im Gasthaus „Ritterstuben“ vorgestellt worden ist. Ein Architektenwettbewerb war ausgeschrieben. Die Jury hat sich für einen Entwurf entschieden. Die Planung startete.

Gemeinde erlässt Veränderungssperre

Wie die Gemeinde Ampfing jetzt aber erfahren hat, stehen in unmittelbarer Nähe des Molkereigeländes Bauvorhaben an, welche die Planungen der Gemeinde gefährden könnten. Um dieses zu verhindern und die beabsichtigte Bauplanung der Gemeinde Ampfing zu sichern, erließ der Gemeinderat nach einstimmigem Beschluss für dieses Gebiet eine Veränderungssperre.

Bioschweinstall für 300 Tiere geplant

Konkret wurde dann eine Bauvoranfrage thematisiert, die sämtliche Bemühungen um eine Wiederbelebung im Keim zu ersticken droht: Ein Bauherr will einen Bio-Schweinestall für 300 Schweine errichten, die in Offenstallhaltung untergebracht werden sollen. Die Gemeindeverwaltung zweifelte schon im Vorfeld der Sitzung die Rechtsgrundlage dafür an.

Die Frage stand im Raum, ob es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt. Laut Flächennutzungsplan ist das Grundstück außerdem als Gewerbegebiet ausgewiesen. Diese Frage, darüber war sich der Rat einig, müsse in Abstimmung mit dem Landwirtschaftsamt geklärt werden.

Gemeinderat befürchtet zu große Geruchsbelästigung

Doch die Gemeinderäte kamen bereits in der Sitzung zu einem einhelligen Urteil: Die zu befürchtende Geruchsbelästigung durch die 300 Schweine beeinträchtige die Nachbarschaft und sei somit infolge des Gebotes der Rücksichtnahme planungsrechtlich unzulässig.

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Die Gemeinde nahm die bestehenden Bauwünsche und die Bauvoranfrage mit den zu erwartenden Konflikten zum Anlass, für das ehemalige Gelände der Molkerei einen Bebauungsplan aufzustellen, der einen Schweinemastbetrieb an dieser Stelle untersagt. Dieser soll den Titel „Salmanskirchen IV – Ehemaliges Molkereigelände“ tragen. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit einem geeigneten Planungsbüro einen ersten Planentwurf für die Bauleitplanung zu erarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen. Für dieses Vorgehen gab es im Gremium einstimmiges Einverständnis.

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Mehr Platz und biologische Medizin

Silke Wimmer (UWG) fragte nach, was unter „Bio-Schweinestall“ zu verstehen sei. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) erklärte, dass die 300 Schweine mit biologisch bearbeiteten Futtermitteln aufgezogen und biologisch medikamentiert würden, sie darüber hinaus über mehr Platz verfügten als in einem herkömmlichen Schweinemastbetrieb.

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Es wäre der Betrieb mit Tierhaltung in diesem Gebiet

Sandra Bubendorfer-Licht (FDP) wollte wissen, ob auf dem Grundstück schon Tierhaltung betrieben werde. Der Bürgermeister antwortete, dass dies seines Wissens nach nicht der Fall sei, es werden zur Zeit Äcker bewirtschaftet.

Grundner bekräftigte abschließend, dass der Antrag aufgrund der bestehenden Emissionen nicht genehmigungsfähig sei und zusätzlich durch die beschlossene Veränderungssperre keine weiteren Veränderungen mehr vorgenommen werden könnten. Der Gemeinderat schloss sich vom Grundsatz her der Meinung des Bürgermeisters an und stimmte einstimmig gegen den Bau des Schweinemastbetriebs.

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