Im Gespräch so manches Vorurteil ausgeräumt

Mühldorf. – Das Netzwerk für Demokratie und Toleranz „Mühldorf ist bunt“ veranstaltete gemeinsam mit der DITIB Jugend Mühldorf, Waldkraiburg und Schwind egg ein Dialog-Fastenbrechen im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Mühldorf.

Kübra Saglam für die DITIB Jugend und Kristin Hüwel für „Mühldorf ist bunt“ begrüßten rund 80 Besucher der Veranstaltung. An den Anfang stellten sie das bekannte Valentin-Zitat: „Fremd ist der Fremde nur unter Fremden“ stammt. Im Anschluss folgten kurze Vorträge, die die Bedeutung und die Bräuche des Fastens bei den Muslimen und Christen beleuchteten.

Den Anfang machte der katholische Pfarrer von Aschau und Waldkraiburg, Pater Bernhard Stiegler, der vom eigenen Erleben des Heilfastens überleitete zu den 40 Tagen Fasten Jesu‘ und anschließend die Bedeutung des Fastens für eine Hinwendung zum Glauben erläuterte. Anschließend stellten die Vikarin Inga Nun und Pfarrer Lars Schmidt von der evangelischen Kirche aus Waldkraiburg die Bedeutung des Fastens aus ihrer Sicht dar. Entgegen anderslautender Meinungen sei auch in der evangelischen Kirche das Fasten eine wichtige Zeit, um sich mehr mit dem Glauben auseinander zu setzen. In der Fastenzeit führe die evangelische Kirche auch jährlich Aktionen für ein bewussteres Leben durch. Diese stand 2018 unter dem Motto: „7 Wochen ohne kneifen“ und hatte das Ziel es zu wagen, offen seine Meinung zu äußern.

Den Abschluss machte Aykan Inan, DITIB-Referent der Region München, der den Teilnehmern die Relevanz und Bedeutung des Fastens im Islam näherbrachte. Insbesondere ging er auf die Bedeutung des Fastenmonats Ramadan als Gottesdienst und Verpflichtung des gläubigen Muslims ein. Dabei räumte er mit einigen Vorurteilen auf. So ist beispielsweise das Fasten für Minderjährige, Kranke, alte Menschen sowie für Schwangere und stillende Frauen ausgeschlossen. Auch bat er um Verständnis dafür, seinen Glauben leben zu dürfen und nicht immer wieder dafür Stellung nehmen zu müssen.

Im Anschluss diskutierten die Besucher über offene Fragen, bis dann – pünktlich zum Sonnenuntergang um 21.13 Uhr – traditionell das Fasten mit Datteln als erster Speise gebrochen wurde.

„In einer Zeit, in der zunehmend Vorbehalte und Hass gegenüber Menschen anderer Religionszugehörigkeit geschürt und für politische Ziele missbraucht werden, wird es immer wichtiger Gelegenheiten zu finden, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Und so war ein gemeinsamer Abend mit einem gemeinsamen Essen und Gesprächen ein guter Weg sich näher zu kommen“, fasste es Charly Ebenbichler für den Verein „Mühldorf ist bunt“ zusammen. re

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