Gerhard Dashuber: Ein Leben auf dem Fahrrad

Radeln in Mittelamerika: Gerhard Dashuber unterwegs in Costa Rica. privat

„Du weißt nicht, wo Deine Grenzen sind, Du weißt nur, wo sie nicht sind“ – gemäß diesem Motto radelt Gerhard Dashuber immer länger, immer weiter, immer höher. Er ist ständig auf der Suche nach Herausforderungen, die ihn an sein Limit bringen. So startet der 56-Jährige am Samstag beim „Three Peaks Bike Race“

Garching/Mühldorf–, einem Radrennen von Wien nach Nizza, mit einer Länge von 2000 Kilometern und insgesamt über 30 000 Höhenmetern. Diese gilt es in nur sechs Tagen zu überwinden.

Immer auf deneigenen Körper hören

Warum tut sich ein Mensch diese Strapazen an? Was motiviert Gerhard Dashuber immer wieder aufs Neue, sich diesen Herausforderungen zu stellen? „Es ist die Frage nach der eigenen Leistungsfähigkeit. Was schafft unser Körper? Wo sind meine Grenzen? Und dabei geht es nicht nur um das Körperliche, sondern vor allem um das Mentale, das hier eine wesentliche Rolle spielt“, sagt Dashuber. Den Punkt zu überwinden, an dem man denkt, es geht nicht mehr, persönliche Grenzen zu verschieben, wach zu bleiben und immer weiter in die Pedale zu treten – er sucht immer wieder neue Möglichkeiten, dies alles auszuloten. Sein wichtigster Grundsatz ist dabei, auf seinen Körper zu hören, Schmerzen nicht zu ignorieren und auch einmal Schwächen zuzulassen.

Neben der Vorbereitung hat er ein ganz normales Arbeitsleben

Dazu gehört natürlich eine intensive Vorbereitung. Wer denkt, Gerhard Dashuber würde dem alles unterordnen und nur noch trainieren, der irrt: Als selbstständiger Unternehmer führt er mit seinem Radsportgeschäft ein „ganz normales Arbeitsleben“, wie er sagt. Es ist eine Arbeit, die er liebt und der er sich mit dem eigenen Geschäft seit nunmehr 30 Jahren verschrieben hat. „Natürlich habe ich durch die Selbstständigkeit auch meine Freiheiten. Dennoch ist es nicht so, dass ich täglich von früh bis spät auf meinem Fahrrad trainiere“, erklärt er. Das macht er oft zu Zeiten, die für viele andere undenkbar sind. So steht er beispielsweise um Mitternacht auf, fährt bis 7 Uhr morgens seine Kilometer und geht dann ins Geschäft, um am Abend nach Ladenschluss wieder auf sein Fahrrad zu steigen und noch einmal fünf Stunden in die Pedale zu treten.

Bei der „Mammut-Tour„ geht es wieder an die Grenzen

Besonders intensiv hat er sich in den vergangenen sechs Wochen auf die heute beginnende Mammut-Tour vorbereitet. Er hat seinen Körper ständig an seine Grenzen gebracht, um zu sehen, ob es für diese Herausforderung reichen kann. So hat er kürzlich ein sogenanntes„Everesting“ absolviert, bei dem er an einem Tag nonstop knapp 9000 Höhenmeter zurückgelegt hat – „erfreulicherweise ohne Probleme“, wie er sagt, sodass er zuversichtlich in das heute beginnende Abenteuer geht.

Es ist der vorläufige Höhepunkt seiner 50 Jahre währenden Radlerkarriere, die im Alter von sechs Jahren mit dem ersten Fahrrad begann und schon mit zwölf Jahren zum wettkampfmäßigen Radsport führte, inspiriert durch einen Nachbarn, der selbst Rennen fuhr. Zahlreiche Urkunden und Pokale zeugen von seinen Erfolgen. So wurde er mehrfacher bayerischer Meister im Mountainbiken und deutscher Vizemeister im Mountainbike-Marathon. Seit 30 Jahren ist er als Trainer beim RSV Garching tätig, um junge Talente in ihrer sportlichen Entwicklung zu unterstützen.

15 000 bis 20 000Kalorien pro Tag

Auf seiner Extremtour gilt es vor allem, ausreichend Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Kalorienbedarf liegt bei 15 000 bis 20 000 Kalorien am Tag, sagt Dashuber, der seit sechs Jahren seine Ernährung komplett auf pflanzliche Kost umgestellt hat. Mit dem Erfolg, dass der Körper viel schneller an die Energie rankommt, wie er festgestellt hat. Eine Erkenntnis, die ihm auf seiner neuen Tour zugutekommt.

Kommentare