Geplantes Baugebiet „Luberfeld“: 100 Buchbacher äußern Bedenken

Der aktuelle Bebauungsplan „Luberfeld“ stößt bei den Anliegern auf wenig Gegenliebe: Sie haben Bedenken, dass mit dieser Planung der dörfliche Charakter Buchbachs nicht beachtet worden ist.Gemeinde Buchbach
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Der aktuelle Bebauungsplan „Luberfeld“ stößt bei den Anliegern auf wenig Gegenliebe: Sie haben Bedenken, dass mit dieser Planung der dörfliche Charakter Buchbachs nicht beachtet worden ist.Gemeinde Buchbach

Ein Baugebiet, das noch gar nicht erschlossen geschweige bebaut ist, ist, sorgt bereits für Aufregung in der Marktgemeinde. Die Rede ist vom „Luberfeld“. Die Anlieger sind von der aktuellen Planung nicht begeistert. Zudem kritisieren sie die Informationspolitik der Marktgemeinde als unzureichend.

Buchbach – Zwischen der Friedhofstraße und der Franz-Xaver-Richter-Straße sollen auf einer Fläche von rund 12 000 Quadratmetern 18 Parzellen mit Einfamilien- oder Doppelhäusern bebaut werden. Auf dem Areal des Luberhofes, der an das Ortsende von Buchbach ausgelagert wird, soll zudem eine Wohnanlage mit Tiefgarage entstehen.

Ein Vorhaben, das in den Augen zahlreicher Anlieger eher städtischen als dörflichen Charakter hat, wie Christian Kopp, einer der Anlieger erläutert. „Nicht nur die sehr dichte Bebauung und damit hohe Versiegelung der Fläche, sondern auch die im Bebauungsplan ermöglichten Höhen der Gebäude entsprechen nicht den für den ländlichen Raum typischen Siedlungsstrukturen und Ortsbilder. Eine Nachverdichtung an diesem Ort macht absolut Sinn, doch muss sich diese in die gewachsene Struktur des Ortsteils auch einfügen und sollte sie nicht dominieren“, so seine Argumentation.

Mehr Miteinander gefordert

Ein weiterer Punkt ist die Informationspolitik der Marktgemeinde. Bei einem derart großen Eingriff hätte man sich gewünscht, dass die Anlieger und Bürger der Gemeinde Buchbach im Vorfeld viel mehr in das Projekt mit einbezogen würden, macht Christian Kopp deutlich: „Wenn die Anlieger informiert worden wären, sowie ihre Ideen und Anregungen hätten einbringen können, hätte man von Anfang an gemeinsam an der Zukunftsgestaltung unserer Gemeinde arbeiten können“.

Dabei ist er mit seiner Kritik nicht alleine. Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes können sich auch Bürger zu Wort melden. Und die haben das intensiv getan. Laut Aussage von Christian Kopp haben rund 100 Buchbacher Bürger ihre Bedenken geäußert.

Thematisiert wird auch der Bau der Tiefgarage, die weder in Lage, Ausmaß und Tiefe im Bebauungsplan definiert worden ist. Ein derartig großer Eingriff kann die direkt angrenzenden denkmalgeschützten Häuser nachhaltig schädigen.

Denkmalamt hat große Bedenken

Auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat bereits eine Stellungnahme zu dem geplanten Baugebiet abgegeben, die ziemlich eindeutig ist: „Das BLfD lehnt die Planung in dieser Form ab. Die Bebauung fügt sich in Höhe, Form und Lage der Gebäude nicht in die bestehende Bebauung ein. Es wird eine grundlegende Umplanung gefordert. Auch der Bau der Tiefgarage stellt ein grundlegendes Problem dar. Eine nachhaltige Schädigung der beiden denkmalgeschützten Gebäude ist nach hiesigen Erfahrungen des BLfD prognostiziert“, heißt es darin. Für die Anlieger ist klar: Ein Beweissicherungsverfahren ist in diesem Fall nicht ausreichend, es werden ein geologisches Gutachten sowie ein statisches Gutachten der denkmalgeschützten Häuser gefordert.

Für Christian Kopp ist der „Bebauungsplan Luberfeld“ ein Beispiel dafür, dass bei derartigen Großprojekten eine offene Kommunikation mit den Bürgern im Vorfeld, sowie beispielsweise die Erstellung eines Modells, ein guter Weg gewesen wäre, Bedenken aus dem Weg zu räumen und Problemstellungen zu definieren, um die Planung gemeinsam darauf anzupassen.

Bürgermeister Thomas Einwang erklärt die bisherigen Schritte der Marktgemeinde so. Da es sich bei dem Bebauungsplan um ein Areal handelt, dessen Fläche unter 20 000 Quadratmetern liegt, hat man im normalen Verfahren von der Planung bis zur Genehmigung die frühzeitige Bürgerbeteiligung eingebaut. So könne man rechtzeitig auf Anregungen der Bürger reagieren.

In diesem speziellen Fall wollte die Gemeinde das Areal erwerben. „Dann hätten wir am Bedarf orientiert planen können und die Kontrolle über den Quadratmeterpreis gehabt“. Allerdings habe man sich hier mit einem Investor arrangieren müssen. Das wurde über einen sogenannten städtebaulichen Vertrag geregelt. Dabei wurden unter anderem „mehr Stellplätze pro Grundstück herausverhandelt“.

Vorgaben wurden übertragen

Einwang macht auch deutlich, dass das Bauvorhaben auf der Hofstelle, die ausgelagert werden soll, nicht einmal einen Bebauungsplan gebraucht hätte. Zur Planung sagt er, dass die Marktgemeinde im vergangenen Jahr in dem Wohngebiet, das südlich von dem geplanten liegt, der Bebauungsplan erst geändert wurde, um dort eine Erweiterung auf den bestehenden Grundstücken zu ermöglichen. „So können die Jungen in die Grundstücke der Eltern mit hineinbauen“, sagt Einwang. Und die Vorgaben dieses Baugebietes habe man auf den Bebauungsplan „Luber Feld“ übertragen.

Bettina Lechner-Kainz, die Architektin, die den Bebauungsplan im Auftrag der Marktgemeinde ausgearbeitet hat, sagt, dass sie die Vorgaben, die ihr von Seiten der Marktgemeinde gemacht wurden, umgesetzt habe. Zu der geplanten Höhe der Gebäude sagt sie, dass die maximale Wandhöhe aufgrund der Geländebeschaffenheit nicht ausgeschöpft werden kann. Und zu den Bedenken wegen der Tiefgarage ergänzt sie, dass es auf dem Gelände des Hofes bereits eine Güllegrube gebe, bei der keine Probleme aufgetreten seien. Weitere Festlegungen werden über ein Entwässerungskonzept geregelt.

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